Wirtschaft

Wall Street bebt: Trumps Zölle verunsichern Märkte

Die US-Börsen erleben einen dramatischen Rückschlag: Trumps sprunghafte Zollpolitik und Massenentlassungen schüren Konjunkturängste. Besonders Tesla gerät unter Druck – der Kurs bricht ein. Doch auch die asiatischen Märkte reagieren alarmiert auf die Unsicherheit. Was steckt hinter dem Börsenbeben - und wie geht es jetzt weiter?
11.03.2025 10:52
Lesezeit: 2 min

Konjunkturängste lassen US-Aktien absacken – Tesla-Kurs stürzt ab

Donald Trump verkündet Zölle und verschiebt sie. Elon Musk setzt den US-Regierungsapparat mit der Kettensäge an. Die Wall Street gerät in Unruhe – und Tesla massiv unter Druck.

An der US-Börse wächst die Konjunkturangst. Trumps sprunghafte Zollpolitik und der drastische Stellenabbau im Staatsapparat schüren Befürchtungen über negative wirtschaftliche Folgen.

Am Montag kam es zu einem Ausverkauf bei Tech-Aktien. Der Nasdaq 100 verzeichnete den größten Tagesverlust seit 2022. Tesla brach um mehr als 15 Prozent ein.

Asiatische Börsen unter Druck

Der Abwärtstrend setzte sich in Asien fort: Der Nikkei-225 gab um 0,9 Prozent nach, der Hang Seng verlor ein Prozent, und der CSI 300 büßte 0,4 Prozent ein.

Die Angst vor einer US-Rezession wächst. Trumps jüngste Äußerungen trugen nicht zur Beruhigung bei. Auf Nachfrage schloss er eine Rezession nicht aus: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen.“

Wall Street im Rückwärtsgang

Der Nasdaq 100 fiel um 3,81 Prozent auf 19.430,95 Punkte, der S&P 500 gab um 2,70 Prozent nach, der Dow Jones verlor 2,08 Prozent. Im Gegenzug stiegen US-Staatsanleihen.

Nach Trumps Wahlsieg hatten Anleger auf wirtschaftliche Impulse gesetzt. Doch zuletzt sorgten Strafzoll-Drohungen und drastische Kürzungen im Staatsapparat für Verunsicherung.

Trump droht mit neuen Zöllen

Trump setzte Zölle für Mexiko und Kanada vorerst aus, drohte Kanada jedoch mit neuen Abgaben – insbesondere für Agrarprodukte. Marktbeobachter spekulieren, dass er kurzfristige wirtschaftliche Einbußen in Kauf nimmt, um langfristige politische Ziele zu erreichen.

Delta Airlines warnt vor schwachem Wachstum

Nach Börsenschluss senkte Delta Airlines die Umsatzprognose für 2024. Statt sieben bis neun Prozent erwartet das Unternehmen nur noch drei bis vier Prozent Wachstum.

Tesla verliert nach Trump-Rallye

Tesla brach um 15 Prozent ein und büßte damit die Kursgewinne nach Trumps Wahlsieg ein. Ein Analyst hatte zuvor die Auslieferungsprognose gesenkt. Im nachbörslichen Handel gab es ein weiteres Minus von drei Prozent.

Nach der Wahl hatte Tesla von Musks Nähe zu Trump profitiert. Mitte Dezember lag die Aktie bei 480 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von 1,5 Billionen Dollar entsprach. Jetzt fiel der Kurs auf 222 Dollar – der Börsenwert schrumpfte auf 715 Milliarden Dollar.

Musks Vermögen wankt

Musk nutzt Tesla-Aktien als Sicherheit für Kredite. Bei starken Kursverlusten könnte er gezwungen sein, zusätzliche Sicherheiten zu hinterlegen. Bloomberg schätzt sein Vermögen aktuell auf gut 300 Milliarden Dollar.

Trump will Tesla kaufen

In Europa und China sind Teslas Verkaufszahlen zuletzt eingebrochen. Unklar ist, ob dies an der Konkurrenz, Lieferpausen oder Musks Nähe zu Trump liegt.

Trump sieht hinter dem Kurssturz eine linke Verschwörung und kündigte auf Truth Social an, sich am Dienstag demonstrativ einen Tesla zu kaufen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...

DWN
Politik
Politik Olena Zelenska über den Krieg: Was die Ukraine heute zusammenhält
05.05.2026

Olena Zelenska steht im Ukraine-Krieg für eine Form von Widerstand, die weit über Politik hinausreicht und psychische Gesundheit,...