Unternehmen

Social-Media-Recruiting: So gelingt die Talentsuche in sozialen Netzwerken

Social-Media ist längst nicht mehr nur eine Privatangelegenheit, sondern wird auch von Unternehmen gezielt zur Bewerbung ihrer Produkte, Dienstleistungen und Arbeitgebermarke eingesetzt. Speziell im Recruiting gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die sozialen Netzwerke neue Talente zu gewinnen. Was beim Social-Media-Recruiting wichtig ist, lesen Sie im Folgenden.
05.04.2025 12:31
Lesezeit: 3 min
Social-Media-Recruiting: So gelingt die Talentsuche in sozialen Netzwerken
Auf Kandidatensuche im Netz (Foto: Pixabay/ OleksandrPidvalnyi).

Anstatt der klassischen Stellenanzeige in der lokalen Zeitung wird immer mehr auf Social-Media-Recruiting gesetzt. Unter diesem Begriff werden alle Maßnahmen auf den sozialen Netzwerken bezeichnet, die der Personalbeschaffung dienen. Darunter fallen beispielsweise eine Präsentation der Arbeitgebermarke, das Veröffentlichen und Bewerben von Stellenanzeigen und eine direkte Ansprache von potenziell passenden Bewerbern.

Allerlei Chancen, aber auch Fallstricke

Im Rahmen des Social-Media-Recruitings kann ein Unternehmen sich selbst darstellen und Einblicke in den Arbeitsalltag geben. Auch die einzelnen Benefits des Arbeitgebers können dargestellt werden. Die Arbeitgebermarke kann dadurch gestärkt werden und Bewerber können bereits vor dem ersten Gespräch mit dem Unternehmen ein Gespür dafür bekommen, ob die Unternehmenskultur zu ihnen passen könnte. Dabei werden nicht nur Jobsuchende, sondern auch passive Kandidaten angesprochen – also jene, die nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle, aber offen für einen Wechsel, sind. Allerlei Gründe also, weshalb es sich lohnt, in ein gut ausgebautes Social-Media-Recruiting zu investieren!

Gleichzeitig gibt es einige Punkte, die beachtet werden müssen, damit diese Maßnahmen auch wirklich Erfolg bringen und nicht gar zu Nachteilen für das Unternehmen führen. Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass sie mit ihren Beiträgen auf Social-Media auch negative Rückmeldungen bekommen können. Umso wichtiger ist es, die Kommentare und Reaktionen der Nutzer stets im Blick zu haben und schnell darauf zu reagieren – auch auf positive Rückmeldungen. Dadurch wird Nähe zur Community vermittelt. Um als authentischer Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sollten die Inhalte, die auf Social-Media veröffentlicht werden, auch möglichst unverfälscht sein. Zudem muss im Voraus ermittelt werden, auf welchen Social-Media-Kanälen und mit welchem Ziel die Zielgruppe erreicht werden soll. Ist dies geschehen, gibt es verschiedene Maßnahmen im Social-Media-Recruiting:

Aktive Ansprache von Talenten

Beim Active Sourcing werden potenziell passende Jobkandidaten gezielt angeschrieben, mit dem Ziel, sie für eine ausgeschriebene Stelle zu gewinnen oder in den eigenen Talentpool aufzunehmen und für eine spätere Stelle zu besetzen. Die Selektion der geeigneten Talente erfolgt anhand der Profilangaben der Nutzer. Wären das Unternehmen und dessen ausgeschriebene Stellen ansonsten möglicherweise in einer Flut an Stellenanzeigen untergegangen, werden geeignete Personen so direkt darauf aufmerksam gemacht. Dieses Vorgehen ist vor allem für die Personalgewinnung von sehr qualifizierten Fach- oder Führungskräften geeignet. Recruiter sollten ihre Anfragen individuell auf den Kandidaten zugeschnitten formulieren. Standard-Floskeln können unpersönlich und sogar unseriös wirken.

Influencer aus dem eigenen Unternehmen

Welche bessere Werbung gibt es, als ein Mitarbeiter, der für das eigene Unternehmen wirbt? Diese Personen werden als Corporate Influencer bezeichnet und teilen auf Social-Media ihren Arbeitsalltag. Dabei zeigen sie beispielsweise ihre Aufgaben und ihren Arbeitsplatz und geben Einblicke in die Unternehmenskultur. Da Corporate Influencer private Personen sind, werden sie von Nutzern als besonders authentisch und nahbar wahrgenommen.

Entwicklung einer attraktiven Arbeitgebermarke

Auch im Employer Branding sind die sozialen Netzwerke ein wichtiges Mittel, um die eigene Arbeitgebermarke zu stärken. Allein Facebook wird laut einer Umfrage von Social Media Examiner aus dem Jahr 2024 von 86 Prozent der befragten Marketingverantwortlichen im eigenen Unternehmen genutzt. Auf Unternehmensprofilen in den sozialen Netzwerken erhalten User authentische Einblicke in den Arbeitsalltag und in die Unternehmenskultur. Außerdem können die Job-Benefits des Arbeitgebers vorgestellt werden. Durch ein gutes Employer Branding auf Social-Media ist es möglich, sich von der Konkurrenz abzuheben. Vor allem junge Menschen informieren sich auf Social-Media über die Unternehmen und werden so angesprochen.

Talente mit Werbung erreichen

Während beim Active Sourcing geeignete Kandidaten direkt angeschrieben werden, wird beim Internet Sourcing deutlich passiver vorgegangen. Die User-Daten, die aus den Social-Media-Kanälen der Nutzer gesammelt wurden, werden zur gezielten Ausspielung von Werbeanzeigen auf den sozialen Netzwerken genutzt. Diese Methode kann vor allem für die Ansprache von Personen, die nicht auf Jobplattformen, wie LinkedIn und XING unterwegs sind, hilfreich sein.

Social-Media-Recruiting kann einen wichtigen Teil zur Recruitingstrategie eines Unternehmens beitragen. Unternehmen sollten allerdings im Voraus klar ihre Ziele und Zielgruppe festlegen. Welche Maßnahme des Social-Media-Recruitings ein Unternehmen für sich auch anwendet – wichtig ist vor allem Authentizität. Talente sollten nicht mit Standard-Floskeln angeschrieben oder mit verfälschten Einblicken ins Unternehmen hinters Licht geführt werden. Nur so können Talente wirklich für das eigene Unternehmen begeistert werden!

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Chinas plötzliche Ölwende nach ungewöhnlichem Preisgefälle
09.09.2026

Der Ölpreis steigt nach neuen Spannungen am Persischen Golf. Gleichzeitig erhöht China wieder seine Rohölimporte und exportiert mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
09.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ist Axelera AI Europas Antwort auf Nvidia? Gründer Fabrizio Del Maffeo fürchtet, dass der Kontinent wieder denselben Fehler macht
09.09.2026

Europa mangelt es weder an Forschern, Ingenieuren noch an guten Ideen, meint Fabrizio Del Maffeo. Das Problem entsteht, wenn daraus große...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Carlsberg setzt auf Pepsi: Bier allein reicht nicht mehr
09.09.2026

Bei Carlsberg steht ausgerechnet eine amerikanische Limonade inzwischen vor der eigenen Kernmarke. Pepsi ist zum zweitgrößten Brand des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zollstreit zwischen USA und Kanada eröffnet deutschen Firmen neue Chancen
09.09.2026

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada spitzt sich zu und zwingt Ottawa zur wirtschaftlichen Neuorientierung. Deutsche Unternehmen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gefährliche Mängel: Rund 20 Prozent der Nutzfahrzeuge fallen beim TÜV durch
09.09.2026

Fast 3,9 Millionen Nutzfahrzeuge sind in Deutschland angemeldet. Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen Jahren gestiegen – mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Salus-Aktie: Dieser Börsenstar muss sein Wachstum erst beweisen
09.09.2026

Mehr als 2.000 Prozent Rendite in zehn Jahren, stark steigende Gewinne und eine beeindruckende Übernahmebilanz: Die Salus-Aktie gehört zu...

DWN
Politik
Politik Brüssel hat ein neues Rezept, um öffentliche Aufträge noch komplizierter und teurer zu machen
09.09.2026

Je stärker die EU öffentliche Aufträge reformiert, desto weiter entfernen wir uns durch die Einhaltung der Regeln davon, das beste...