Finanzen

Chefstrategin rät zur Diversifizierung - wie sich Anleger in unsicheren Zeiten gezielt schützen

Die Finanzmärkte stehen vor großen Herausforderungen. Die Zukunft der US-Wirtschaft, die Entwicklung des Technologiesektors und die Frage nach sicheren Anlagehäfen haben in den vergangenen Monaten für erhebliche Turbulenzen gesorgt. Karen Ward, Chefstrategin für die Region EMEA bei JP Morgan Asset Management, empfiehlt daher eine breite Diversifizierung der Anlagen.
14.04.2025 12:44
Lesezeit: 1 min
Chefstrategin rät zur Diversifizierung - wie sich Anleger in unsicheren Zeiten gezielt schützen
Wie man sich als Anleger in unsicheren Zeiten gezielt schützt (Pixabay/ ChristophMeinersmann).

Volatile Börsen und politische Unsicherheiten

Der Jahresbeginn verlief für die Börsen alles andere als reibungslos. Besonders die US-Märkte standen unter Druck, wobei der hoch bewertete Technologiesektor empfindliche Verluste hinnehmen musste. Zusätzlich sorgten neue wirtschaftspolitische Signale von Donald Trump für Unsicherheit. Die Ankündigung neuer Zölle sowie Hinweise darauf, dass die Regierung eine gewisse wirtschaftliche Abkühlung in Kauf nehmen könnte, verstärkten die Nervosität unter Anlegern.

Karen Ward weist darauf hin, dass viele Investoren die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen einer erneuten Präsidentschaft Trumps unterschätzt haben. „Viele gingen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung unter Trump ähnlich gestalten würde wie bei seiner ersten Amtszeit. Doch die Rahmenbedingungen sind diesmal grundlegend anders: Höhere Inflation, ein erhebliches Haushaltsdefizit und ein wesentlich höher bewerteter Aktienmarkt sind Herausforderungen, die nicht ignoriert werden dürfen.“

Strategie für unsichere Zeiten: Aktiv bleiben und global diversifizieren

Angesichts der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sollten Anleger besonders auf eine breite Diversifizierung ihrer Portfolios setzen. „Es ist essenziell, flexibel zu bleiben, global zu investieren und sich nicht auf einzelne Anlageklassen zu verlassen“, betont Ward. Sie empfiehlt eine Überprüfung der bisherigen Strategie und rät zu alternativen Investitionen in Sektoren wie Transport, Infrastruktur und Holz, die sich in Zeiten hoher Inflation als widerstandsfähig erweisen könnten.

„Es gibt Bereiche des globalen Marktes, die von Inflation profitieren“, erklärt sie weiter. „Eine kluge Portfolio-Struktur ist entscheidend, um auf unerwartete wirtschaftliche Schocks vorbereitet zu sein.“

Europa als vielversprechender Standort

Neben der Asset-Diversifizierung empfiehlt Ward, die geografische Verteilung der Investitionen zu überdenken. Europa biete aktuell vielversprechende Möglichkeiten. „Mein Mantra ist: Europa zeigt in Krisenzeiten seine Stärke. Gerade in solchen Phasen werden wichtige politische Entscheidungen getroffen und Schritte zur europäischen Integration unternommen. Ich bin überzeugt, dass wir in nächster Zeit noch mehr dieser Entwicklungen sehen werden.“

Angesichts der volatilen Märkte empfiehlt die Chefstrategin, langfristige Trends genau zu beobachten und auf eine strategische, global diversifizierte Anlagepolitik zu setzen. Wer sein Portfolio klug aufstellt, kann auch in turbulenten Zeiten stabile Renditen erwirtschaften.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW ID. Buzz im Test: Übernachten im Elektroauto wird zum Geduldsspiel
19.10.2026

Im Elektroauto schlafen, morgens Kaffee kochen und dabei unabhängig vom Campingplatz bleiben. Der neue Campingmodus des VW ID. Buzz soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Was wäre, wenn ich statt des S&P 500 einfach seine Mutter kaufen würde?
19.10.2026

Ohne das Unternehmen S&P Global könnten die Finanzmärkte nur schwer funktionieren. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr jedoch auf ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel
19.10.2026

Der Wettbewerb im Kryptohandel nimmt zu: Nun wollen auch die Sparkassen mit einem eigenen Angebot Privatkunden ansprechen. Sie rollen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Anthropic: Milliardenverluste, Millionengehälter und ein gigantischer Börsenplan
19.10.2026

18 Millionen Dollar Vergütung für den Chef, fast 42 Milliarden Dollar Verlust für das Unternehmen: Beim KI-Entwickler Anthropic liegen...

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
19.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Generationenkaufgelegenheit? Weniger Technologie, mehr Gesundheit
19.10.2026

Der S&P 500 verzeichnet zwar ein Plus von zwölf Prozent, doch unter der Oberfläche zeichnet sich ein weitaus schwächeres Bild ab. Der...

DWN
Politik
Politik Steuerzinsen 2027: Nachzahlungen sollen doppelt verzinst werden
19.10.2026

100.000 Euro Steuernachzahlung, zwei volle Zinsjahre: Heute können daraus 3.600 Euro Zinsen werden. Unter dem geplanten neuen Satz wären...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
19.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...