Politik

Ukraine Krieg: Angriff auf Sumy - Donald Trump spricht von russischem „Fehler“

USA und Russland sprechen hinter den Kulissen – Selenskyj warnt vor faulen Kompromissen. Trumps Rolle bleibt widersprüchlich.
14.04.2025 10:15
Lesezeit: 2 min

Trump: Angriff auf Sumy „schrecklich“ – USA und Russland nähern sich Gesprächen über Waffenstillstand

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat den jüngsten russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Sumy, bei dem mindestens 34 Menschen ums Leben kamen, als „schrecklich“ bezeichnet. Im Gespräch mit Journalisten an Bord der Air Force One ließ Trump jedoch offen, wer genau hinter dem Angriff steht. „Mir wurde gesagt, sie hätten einen Fehler gemacht“, so Trump. Auf Nachfrage wollte er nicht näher erläutern, wen er mit „sie“ meinte.

Obwohl der Nationale Sicherheitsrat der USA den Vorfall als Beleg für die Notwendigkeit von Trumps angeblichen Friedensbemühungen darstellt, vermieden sowohl Trump als auch das Weiße Haus bislang eine eindeutige Schuldzuweisung an Moskau. Dagegen hatte US-Außenminister Marco Rubio bereits zuvor öffentlich Russland für den Angriff verantwortlich gemacht und den Opfern sein Beileid ausgesprochen.

Kriegsverbrechen an religiösem Feiertag

Nach Angaben Kiews feuerte Russland am Palmsonntag zwei ballistische Raketen auf die Grenzstadt Sumy im Nordosten der Ukraine ab. Der Angriff traf Zivilisten an einem religiösen Feiertag – laut Präsident Wolodymyr Selenskyj ein weiteres Beispiel für Putins gezielte Angriffe auf die ukrainische Gesellschaft und ihre Werte.

In den sozialen Medien erklärte Selenskyj: „Nur Schurken können so etwas tun.“ Er betonte, der Angriff sei ein gezielter Akt der Barbarei gegen unschuldige Menschen, darunter auch Kinder.

Selenskyj fordert Trump zum Ukraine-Besuch auf

In einem Interview mit dem US-Sender CBS forderte Selenskyj Trump dazu auf, sich vor möglichen Friedensgesprächen persönlich ein Bild von der Lage in der Ukraine zu machen. „Bevor Sie verhandeln, kommen Sie bitte und sehen Sie sich die Menschen an – die Zivilisten, Soldaten, Kinder, Krankenhäuser, Kirchen – ob tot oder zerstört.“

Der ukrainische Präsident erklärte weiter, dass man Wladimir Putin nicht trauen könne: „Putin wollte nie, dass der Krieg endet. Er will unsere Souveränität vollständig zerstören.“

Trotz seiner klaren Ablehnung gegenüber Putin betonte Selenskyj, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet werden müsse – jedoch nicht auf Kosten der ukrainischen Unabhängigkeit. Ein „gerechter Frieden“ bedeute für ihn die vollständige Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine.

USA führen Gespräche mit Moskau hinter verschlossenen Türen

Brisant: Nur zwei Tage vor dem Angriff hatte der US-Gesandte Steve Witkoff Moskau besucht und ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abgehalten. In diplomatischen Kreisen heißt es, man habe über mögliche Friedensszenarien und einen Waffenstillstand diskutiert.

Washington soll mittlerweile nicht nur mit Moskau, sondern auch mit Kiew über eine Waffenruhe sprechen. Europäische Staaten erwägen unterdessen, internationale Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden – ein mögliches Signal dafür, dass ein eingefrorener Konflikt in Erwägung gezogen wird.

Ein von den USA vorgeschlagener bedingungsloser Waffenstillstand wurde von der ukrainischen Seite angenommen, jedoch von Russland abgelehnt. Beobachter sehen darin einen Hinweis darauf, dass Moskau militärisch weiter Druck aufbauen will, um die Ukraine zu Konzessionen zu zwingen.

Geopolitische Verschiebungen im Hintergrund

Trump, der sich im Zuge seines Wahlkampfes als Friedensstifter in Szene setzen möchte, bleibt bislang vage, wie er seine angebliche Lösung für den Ukraine-Konflikt umsetzen will. Die Zurückhaltung bei der klaren Schuldzuweisung an Russland dürfte nicht nur strategisch motiviert sein, sondern auch auf ein mögliches neues Gleichgewicht in den amerikanisch-russischen Beziehungen hinweisen – ein Gleichgewicht, das abseits öffentlicher Debatten vorbereitet wird.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob es sich hierbei lediglich um rhetorische Manöver handelt – oder um die ersten tastenden Schritte hin zu einer Neuordnung der Kräfteverhältnisse in Osteuropa.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Apple-Aktie: iPhone-Konzern will den Markt für faltbare Smartphones erobern
09.09.2026

Jahrelang überließ Apple faltbare Smartphones der Konkurrenz. Nun soll ein eigenes Modell folgen – kompakt wie ein Reisepass, mit zwei...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Dollar-Schwäche trifft auf neue Zinssorgen – was Gold jetzt antreibt
09.09.2026

Am Goldmarkt treffen derzeit gegensätzliche Signale aufeinander: Geopolitische Spannungen stärken die Nachfrage nach Sicherheit, höhere...

DWN
Politik
Politik Geldgeschenk für Natalie Harp: Trump belohnt enge Vertraute mit 45.000 Dollar
09.09.2026

Drei Mitarbeiter aus Donald Trumps engstem Umfeld erhielten zu Weihnachten jeweils 45.000 Dollar. Das Weiße Haus hält die Zuwendungen...

DWN
Politik
Politik Deutschland entkommt russischem Gas und landet in der nächsten Falle
09.09.2026

Deutschland hat sich vom russischen Pipelinegas gelöst und setzt nun stark auf Flüssiggas. Doch inzwischen kommt ein Großteil des...

DWN
Panorama
Panorama Romy-Mogelpackung: Romy-Kokos-Schokolade zur Mogelpackung des Monats gekürt
09.09.2026

Ein moderner Auftritt, ein niedrigerer Verkaufspreis und angeblich gleichbleibender Genuss: Bei Romy scheint zunächst alles für die...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie erholt: Ist das die Trendwende? Was den Kurs jetzt bewegt!
09.09.2026

Die Rheinmetall-Aktie setzt nach einer deutlichen Talfahrt zur Erholung an. Analysten liefern neue Argumente, während starke...

DWN
Finanzen
Finanzen Vor EZB-Zinsentscheid: Vier Prozent auf Tagesgeld – doch es gibt einen Haken
09.09.2026

Vier Prozent und mehr auf Tagesgeld: Banken werben derzeit offensiv um neue Kunden. Hinter den verlockenden Angeboten verbergen sich jedoch...

DWN
Technologie
Technologie Mistral sammelt 3 Milliarden Euro für KI-Expansion ein
09.09.2026

Europa will im KI-Rennen nicht länger nur zuschauen: Das französische Start-up Mistral sammelt 3 Milliarden Euro ein. Mit offenen...