Immobilien

Eigenheim kaufen: Wie der Traum vom eigenen Haus gelingen kann - die besten Tipps

Der Wunsch, ein Eigenheim kaufen zu wollen, ist für viele Menschen in Deutschland tief verankert. Doch finanziell scheint dieses Ziel oft fern. Mit einigen Tricks kann es dennoch realistisch werden.
04.06.2025 12:31
Lesezeit: 3 min
Eigenheim kaufen: Wie der Traum vom eigenen Haus gelingen kann - die besten Tipps
Einfamilienhäuser werden am Stadtrand gebaut: Es gibt Tricks, mit denen auch Sie sich den Traum vom eigenen Haus vielleicht doch erfüllen können (Foto: dpa). Foto: Julian Stratenschulte

Weg zum Eigenheim - mit diesen Tricks klappt's

Viele junge Menschen in Deutschland möchten ein Eigenheim kaufen. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Immobilienverbands Deutschland gilt das für über 80 Prozent der 18- bis 44-Jährigen. Doch die Realität macht den Traum vom Eigenheim schwieriger. Grund sind steigende Bau- und Immobilienpreise sowie höhere Zinsen. Vor allem fehlendes Eigenkapital und zu niedrige Einkommen stehen laut Studie im Weg.

Schon früher war der Weg in die eigenen vier Wände selten einfach. Häufig bedeutete das, auf Urlaube, Hobbys oder Restaurantbesuche zu verzichten. Stattdessen wurde Geld gespart, um sich eine Immobilie kaufen zu können.

Eigenheim kaufen: Warum ein das so erstrebenswert ist

Doch warum möchten so viele überhaupt ein Eigenheim kaufen? Das liegt an tiefliegenden Bedürfnissen. Sicherheit, Stabilität und Kontrolle über die Umgebung fördern das seelische Wohlbefinden. "Das Eigenheim verkörpert diese tief in uns verwurzelte Sehnsucht", sagt Diplom-Psychologe Michael Alexa. Zudem sei es ein Statussymbol. Mietwohnungen genössen traditionell weniger Ansehen.

Alexa erkennt jedoch einen Wandel. Eine Studie der Münchner Schörghuber-Gruppe zeigt, dass viele junge Menschen lieber flexibel bleiben und mieten möchten. Beim Wunsch, ein Eigenheim kaufen zu wollen, empfiehlt Alexa Ehrlichkeit: Möchte man wirklich sesshaft werden oder lieber reisen, beruflich ins Ausland gehen oder alternative Wohnformen prüfen? Auch muss bedacht werden: Haus und Garten bedeuten zusätzliche Arbeit.

Finanzielle Mittel besser ausschöpfen

Wer dennoch eine Immobilie kaufen möchte, muss nicht zwangsläufig am Eigenkapital scheitern. Mit diesen Ideen lässt sich die Finanzierung erleichtern.

Tipp 1: Bausparvertrag als Kreditbasis

Ein Bausparvertrag kann auch dann helfen, wenn er noch nicht zugeteilt ist – durch ein niedriges Darlehen. Detlev Schmidt zufolge kann dieses je nach Vertrag mehrere zehntausend Euro betragen. Im Schnitt leihen Banken 60 bis 80 Prozent des angesparten Betrags. Voraussetzung: Der Vertrag wurde über Jahre bespart. Vorteil: Zusätzliche Sicherheiten sind nicht nötig. So gibt es bei Erstfinanzierungen oft bessere Konditionen.

Tipp 2: Grundschuld der Eltern nutzen

Viele Eltern besitzen bereits ein abbezahltes Haus, dessen Grundschuld noch im Grundbuch steht. Kinder können diese für die Finanzierung nutzen. Vorteil laut Schmidt: "Die erstfinanzierende Bank bewertet den Eintrag wie Eigenkapital." Die Eltern haften jedoch mit, falls die Finanzierung scheitert.

Tipp 3: Riester-Guthaben einsetzen

Guthaben aus einem Riester-Vertrag lässt sich nutzen, um ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen. Online bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt, wird das Geld steuerfrei ausgezahlt. Der Vertrag bleibt bestehen. "Einfach, weil wenige daran denken", sagt Olga Magunia von Dr. Klein.

Tipp 4: Bankkriterien vergleichen

Banken setzen beim Eigenkapital eigene Maßstäbe an. Das beeinflusst sowohl benötigte Sicherheiten als auch Zinssätze. Daher ist Vergleichen wichtig. Laut Magunia kann der Unterschied bis zu einem Prozent betragen.

Tipp 5: Unterstützung aus der Familie

Fehlt eigenes Kapital, kann im Familienkreis nach Hilfe gefragt werden. Eltern, Großeltern oder Geschwister helfen nicht selten beim Eigenheim kaufen.

Tipp 6: Kombination mehrerer Optionen

Mehrere Varianten zu kombinieren kann die Finanzierung entscheidend verbessern. Wie stark, hängt vom jeweiligen Fall ab.

Bessere Chancen durch gute Vorbereitung

Bei der Einkommensprüfung setzen Banken unterschiedliche Pauschalen an. Diese unterscheiden sich erheblich. "Eine Bank setzt 3 Euro Nebenkosten pro Quadratmeter und 2000 Euro für Lebenshaltung an, während die andere 2 Euro und 1300 Euro ansetzt", erklärt Magunia. Dadurch kann ein Antrag je nach Bank scheitern oder erfolgreich sein. Magunia rät daher zum Vergleich: "Wer bei einer Bank abgelehnt wird, hat vielleicht bei einer anderen gute Chancen." Beratungen durch unabhängige Experten sind sinnvoll, da Banken selten ihre Kriterien offenlegen.

Ein Finanzierungszertifikat verbessert zudem die Position gegenüber Maklern. Es zeigt, dass man eine Immobilie kaufen kann. Viele Banken stellen es nach Eingabe einiger Daten online aus. "Das Zertifikat macht Interessenten für den Makler attraktiv, weil er das Geschäft schneller abwickeln kann", erklärt Schmidt. Die Chance auf Besichtigungstermine steigt. Auch persönliche Kontakte zu Maklern lohnen sich. So könnten Interessenten frühzeitig über neue Angebote informiert werden – oft noch bevor diese öffentlich inseriert sind.

Sparpotenziale beim Eigenheimkauf nutzen

Statt Neubau kann sich der Kauf einer Bestandsimmobilie lohnen. Gerade bei Renovierungsbedarf lässt sich der Preis oft verhandeln. Mit Eigenleistung und Unterstützung von Freunden können Kosten reduziert werden. "Es muss nicht High-End-Level sein. Man kann auch im Eigenheim auf Mietwohnungsniveau bleiben", sagt Schmidt. Priorität hätten Kapital und Tilgung – nicht Luxus.

Im Neubaubereich frisst Wohnfläche das meiste Budget. Wer das Traumhaus kompakter plant, kann massiv sparen – eine wichtige Überlegung beim Eigenheim kaufen. Alternativen wie Baugruppen, Tiny Houses oder ein Umzug ins Umland können ebenfalls sinnvoll sein. Auch Tauschmodelle mit Senioren bieten neue Perspektiven für alle, die ein Haus kaufen möchten.

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