Technologie

Wettlauf der Supermächte: Wer gewinnt das Milliarden-Quantenrennen?

Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie der Zukunft – und könnten bestehende Sicherheitsstrukturen weltweit aushebeln. Der Wettlauf um die Vorherrschaft hat begonnen. China, USA, Europa: Wer setzt sich an die Spitze?
08.07.2025 11:04
Lesezeit: 1 min

Milliarden für militärische und wirtschaftliche Vorteile

Die globale Konkurrenz um die Vorherrschaft bei Quantentechnologien spitzt sich zu. Länder investieren Rekordsummen in die Forschung – auch Europa will aufholen.

Mit dem Fortschritt bei Quantencomputern wächst weltweit der Wettlauf um technologische Führungspositionen. Bereits heute übersteigen die staatlichen Investitionen in Quantentechnologien die Marke von 55,7 Milliarden US-Dollar. Bis 2040 soll der globale Markt ein Volumen von über 155 Milliarden Dollar erreichen.

Quantencomputer nutzen die Prinzipien der Quantenmechanik, um Rechenaufgaben zu lösen, die klassischen Computern bislang unzugänglich waren. Die sogenannten Qubits sind in der Lage, mehrere Zustände gleichzeitig einzunehmen. Vor allem die Fähigkeit, kryptografische Sicherheitsprotokolle zu knacken, lässt die Technologie auch für Sicherheitsbehörden und Militärs attraktiv erscheinen. Das Interesse an Quantenforschung steigt entsprechend rasant. Unternehmen wie Amazon, Microsoft und Google präsentierten zuletzt neue Chips. Besonders Googles 105-Qubit-Chip Willow sorgte 2024 für Aufsehen, da er neuartige Lösungen zur Fehlerkorrektur bei Qubits bietet.

China, USA und Japan dominieren – Deutschland unter Zugzwang

Den größten Einfluss beansprucht derzeit China. Laut Daten der Beratungsorganisation Qureca investiert Peking rund 15 Milliarden Dollar in den Bereich – diese Zahl ist jedoch offiziell nicht bestätigt. Mit einem angekündigten Staatsfonds über 138 Milliarden Dollar für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Quantenforschung und Wasserstoff will China seine technologische Dominanz weiter ausbauen. Bis 2030 sollen ein praktischer Quantensimulator, ein universeller Quantencomputer und eine landesweite Quantenkommunikation entstehen.

Japan folgt mit Programmen zur Entwicklung von Quantensimulation, Sensorik und Ultrakurzpulslasern. Im Rahmen des „Moonshot“-Projekts soll bis 2050 ein fehlertoleranter Quantencomputer verfügbar sein. Die USA steuern mit 7,67 Milliarden Dollar eigene Initiativen, darunter das National Quantum Initiative Act, das gezielt Antimaterie- und Quantenforschung fördert. Auch Deutschland spielt eine wichtige Rolle: Mit 3,45 Milliarden Dollar führt die Bundesrepublik die europäische Investitionsliste an, vor Frankreich (2,07 Mrd.) und Schweden (1,32 Milliarden). Die EU plant mit der neuen Quantenstrategie den Aufbau eines „Quantentals“ und fördert über das Quantum-Flagship-Programm gezielt Schlüsseltechnologien. Insgesamt stehen für die europäische Initiative 1,15 Milliarden Dollar bereit.

Für Deutschland ist der Ausbau der Quantentechnologien von strategischer Bedeutung. Neben sicherheitspolitischen Aspekten bietet das Thema erhebliche Chancen für Hochtechnologie-Standorte wie München, Berlin oder das Ruhrgebiet. Die Ansiedlung von Quantencomputern im Rahmen der EuroHPC-Initiative – darunter auch in Deutschland – signalisiert den Willen, technologisch unabhängiger zu werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist es sicher, auf Top-Up-Websites wie Refilled mit Kreditkarte zu bezahlen?

Jeden Tag gibt es mehr und mehr digitale Shops, die nach deinen Kredit- oder Debitkartendaten fragen. Mit Kreditkarte auf einer...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt uneinheitlich, während Tech-Rallye den S&P 500 auf ein Rekordhoch treibt
15.04.2026

Ein spannender Handelstag voller Kontraste hält Anleger in Atem und sorgt für überraschende Wendungen.

DWN
Politik
Politik „Strategische Partnerschaft“ mit der Ukraine: Deutschland vereinbart Rüstungsdeals mit Selenskyj
15.04.2026

Die finanzielle und militärische Hilfe für die Ukraine nimmt federführend durch Deutschland und Großbritannien an Fahrt auf. Nachdem...

DWN
Technologie
Technologie Novo Nordisk-Aktie: KI von OpenAI soll Pharmaentwicklung beschleunigen
15.04.2026

Novo Nordisk treibt den Einsatz von KI in der Pharmaindustrie voran und setzt dabei auf eine Kooperation mit OpenAI. Kann künstliche...

DWN
Politik
Politik Deutschlands Photovoltaik-Ausbau: Wie Solarstrom Europas Energiemarkt stabilisiert
15.04.2026

Deutschlands Photovoltaik-Ausbau gewinnt in einem angespannten geopolitischen Umfeld strategisch an Bedeutung für den europäischen...

DWN
Politik
Politik YouGov-Umfrage: AfD klar stärkste Kraft - Union stürzt auf schlechtesten Wert seit vier Jahren
15.04.2026

In einer YouGov-Umfrage kann sich die AfD deutlich von den anderen Parteien absetzen. Auch Grüne und Linke legen zu. Die einzigen, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Prognose der Deutschen Bank: US-Dollar verliert an Stärke
15.04.2026

Die Deutsche Bank sieht eine veränderte Ausgangslage an den Devisenmärkten und rät Marktteilnehmern zu einer Neuausrichtung ihrer...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzspritze vom Bund: Eine Milliarde Euro für Länder und Kommunen
15.04.2026

Der Bund greift hoch verschuldeten Kommunen unter die Arme. Doch nicht nur sie werden entlastet - sondern auch die reichsten Bundesländer.

DWN
Politik
Politik Nach Corona-Bonus nun die Entlastungsprämie für Beamte: Öffentlicher Dienst besteht auf 1000-Euro-Krisenbonus
15.04.2026

Die Koalition plädiert für eine steuer- und abgabenfreie Prämie vom Arbeitgeber - damit ist auch der Bund in der Pflicht. Über 5...