Finanzen

Buffetts Milliardenmaschine: Zwei Aktien, über 1,3 Milliarden Dollar

Während andere zittern, kassiert Warren Buffett – über eine Milliarde Dollar nur durch Dividenden aus zwei Aktien. Doch hinter dem Geldregen verbirgt sich eine warnende Strategie.
09.06.2025 16:00
Lesezeit: 2 min
Buffetts Milliardenmaschine: Zwei Aktien, über 1,3 Milliarden Dollar
Buffetts Verhalten kann auch deutschen Anlegern eine Lehre sein. (Foto: dpa) Foto: Nati Harnik

Ein passives Dividendenimperium

Warren Buffett, der legendäre Investor und Chef von Berkshire Hathaway, wird 2025 über 1,3 Milliarden US-Dollar allein durch Dividenden zweier Unternehmen einnehmen. Und das, obwohl Berkshire Hathaway selbst niemals Dividenden zahlt – ein Prinzip, das auf Buffetts Überzeugung beruht, Kapital intern effizienter zu investieren. Dennoch schätzt das Orakel von Omaha offenbar stabile Dividendenzahler – besonders in strategisch wichtigen Branchen.

Chevron: Ölgeld trotz Klimawandel

Buffetts Engagement im fossilen Energiesektor bleibt bemerkenswert konstant – trotz politischer und gesellschaftlicher Gegenwinde. Über 118 Millionen Chevron-Aktien gehören zu Berkshires Portfolio und machen etwa sechs Prozent des Gesamtvolumens aus. Die Dividendenrendite liegt bei rund fünf Prozent, was 2025 voraussichtlich 811 Millionen US-Dollar an passiven Einkünften einbringen wird.

Chevron zahlt seit 38 Jahren steigende Dividenden und hat diese 2025 erneut um fünf Prozent erhöht. Für Buffett offenbar ein überzeugender Beleg für Beständigkeit – auch in Zeiten der Energiewende.

Kraft Heinz: Problemfall mit fettem Cashflow

Anders sieht es bei Kraft Heinz aus – einer der wenigen Investments, die Buffett öffentlich als schwierig bezeichnet hat. Nach der Fusion von Heinz und Kraft 2015 stürzte der Aktienkurs ab, und die Dividenden wurden 2019 stark gekürzt. Seitdem stagnieren sie – bieten aber weiterhin über sechs Prozent Rendite.

Trotz aller Rückschläge hält Buffett an den 325 Millionen Aktien fest. Dieses Jahr bringt ihm das über 521 Millionen US-Dollar an Dividenden – ein stiller Ertrag aus einer vermeintlich gescheiterten Investition.

Defensive Haltung und Rekordreserven

In den ersten Monaten 2025 hielt sich Berkshire Hathaway mit Neuengagements auffallend zurück. Die liquiden Mittel des Konglomerats stiegen auf den Rekordwert von 350 Milliarden US-Dollar. Statt zu kaufen, verkaufte Buffett mehrere Positionen – darunter Citigroup, One Financial Group und große Teile der langjährigen Beteiligung an der Bank of America.

Die US-Börsenaufsicht SEC bestätigte zudem, dass Berkshire eine größere neue Beteiligung geheim halten durfte – offenbar plant Buffett im Hintergrund einen weiteren Großcoup.

Ein strategisches Vorbild für Anleger

Buffetts Verhalten ist auch für deutsche Investoren ein Weckruf. In Zeiten überhitzter Märkte, geopolitischer Unsicherheit und unklarer Zinslandschaften zeigt sein Fokus auf substanzstarke Dividendenwerte einen Weg, Vermögen defensiv aufzubauen. Der Rückzug aus Banktiteln und das parallele Festhalten an soliden Cashflows sollte hiesige Anleger und Fondsmanager zum Nachdenken bringen – gerade in Hinblick auf die hohe Abhängigkeit vieler deutscher Portfolios von zyklischen Industriewerten.

Zudem weist Buffetts Milliardenliquidität darauf hin, dass große Chancen erst noch kommen – und Geduld ein strategischer Vorteil ist. Eine Tugend, die deutschen Investoren selten leichtfällt.

Fazit: Buffett bleibt Buffett – und sendet klare Signale

Warren Buffett demonstriert einmal mehr, dass langfristige Stabilität und strategische Zurückhaltung mächtige Werkzeuge sind. Seine Milliardengewinne aus Dividenden sind kein Zufall, sondern Ausdruck eines kompromisslosen Anlageverständnisses. Während andere auf den nächsten Hype aufspringen, bleibt er gelassen – mit Bargeld, Geduld und einem Plan. Anleger weltweit sollten genau hinschauen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Achterbahnfahrt bei KI- und Tech-Aktien am Dienstag
20.10.2026

Spannung an der Wall Street: Was hinter den jüngsten Kursbewegungen steckt und welche Werte jetzt überraschen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...