Erneuter Zwischenfall im Welthandel
Die Huthi-Rebellen haben am Wochenende das griechische Frachtschiff „Magic Seas“ im Roten Meer angegriffen und dabei erneut ein deutliches Signal an die internationale Schifffahrt gesendet. Berichten zufolge versenkten sie das Schiff mithilfe mit Sprengstoff beladener Boote. Alle 19 Besatzungsmitglieder wurden von einem vorbeifahrenden Handelsschiff gerettet, wie die griechische Reederei Stem Shipping mitteilte.
Der Angriff markiert das Ende einer mehrmonatigen Ruhephase und macht deutlich, dass die Houthis weiterhin als ernstzunehmende Bedrohung im Seeverkehr auftreten. Laut dem dänischen Verteidigungsexperten Peter Viggo Jacobsen sei dieser Angriff eine klare Botschaft: Die Route sei nach wie vor nicht sicher – trotz zuletzt gestiegener Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Suez-Verbindung.
Für Jacobsen war die Hoffnung der Reederei, unbemerkt durch das gefährdete Seegebiet zu fahren, naiv: „Es braucht nur einen Angriff, um ein Exempel zu statuieren.“ Auch die Tatsache, dass das Schiff auf dem Weg in die Türkei war und nicht nach Israel – sonst typisches Angriffsziel der Houthis – ändere nichts an deren Entschlossenheit. Der Angriff sei Ausdruck fortbestehender Unzufriedenheit, so der Militärexperte.
Der erneute Zwischenfall dürfte die Handelsrouten im Roten Meer erneut in Frage stellen. Eine baldige Rückkehr zur Normalität ist damit unwahrscheinlich – trotz wirtschaftlichen Drucks.
Folgen für Europa und Deutschland
Gerade deutsche Reedereien und Logistikunternehmen, die massiv unter den höheren Frachtkosten durch Umfahrungen des afrikanischen Kaps leiden, trifft dieser Vorfall hart. Auch der deutsche Mittelstand, der auf pünktliche Lieferketten aus Asien angewiesen ist, gerät unter Druck. Eine Rückkehr zur Route durch den Suezkanal hätte viele Unternehmen entlastet – doch dieser Angriff signalisiert das Gegenteil.
Das Suez-Nadelöhr bleibt gefährlich: Seit Beginn der Huthi-Angriffe 2023 wurden über 100 Attacken auf Schiffe gemeldet. Die Houthis markieren erneut ihr Territorium, während sich die USA auffällig zurückhalten. Jacobsen betont: Sollte keine klare Reaktion seitens Washingtons folgen, seien weitere Angriffe unausweichlich.


