Wirtschaft

Europas Kapitalmarktunion im Rückstand: Banker fordern radikale Integration

Europas Finanzelite schlägt Alarm: Ohne eine gemeinsame Kapitalmarktunion drohen Investitionen und Innovationen dauerhaft in die USA abzuwandern. Was jetzt passieren muss.
12.07.2025 13:39
Lesezeit: 1 min

Banken- und Kapitalmarktunion als Schlüssel zur globalen Wettbewerbsfähigkeit

Die europäische Finanzwelt sendet ein deutliches Signal: Ohne eine vollwertige Kapitalmarkt- und Bankenunion droht der Kontinent den Anschluss an die USA endgültig zu verlieren. Beim jährlichen „Finance Cup“ im US-Bundesstaat Rhode Island mahnten führende Banker tiefgreifende Reformen an. Jan Olsson, Chef der Deutschen Bank für die nordischen Länder, betonte: „Wir müssen europäische Mega-Unternehmen aufbauen – vergleichbar mit den Tech-Giganten des Silicon Valley.“

Derzeit zeigt sich die Wall Street robust, die Aktienmärkte eilen von Rekord zu Rekord. Zugleich sinken weltweit die Zinsen – nur in Deutschland steigen sie deutlich, was laut Olsson ein attraktives Umfeld für Investitionen im Herbst schafft. Diese Entwicklung erfordere neue politische Impulse aus Europa.

Das exklusive Tennisturnier „Finance Cup“, bei dem Banker, Vermögensverwalter und Hedgefonds-Größen antreten, dient traditionell auch als Indikator für wirtschaftliche Stimmungslagen. Olsson betont dort: „Die Inflation bleibt kontrollierbar. Die Zentralbanken verfügen heute über bessere Mittel als in den 1970ern.“ Optimismus herrsche vor allem in den USA – eine Mentalität, die Europa dringend brauche.

Deutschland als Schlüsselakteur in einer echten Kapitalmarktunion

Für Deutschland, Europas stärkste Volkswirtschaft, hat die Frage einer gemeinsamen Kapitalmarktunion besondere Tragweite. Viele heimische Unternehmen meiden bislang Börsengänge oder weichen gleich auf US-Märkte aus – wegen attraktiverer Bewertungen und effizienterer Kapitalaufnahme. Die fehlende regulatorische Einheit innerhalb der EU blockiere Wachstum und Investitionen. Olsson fordert daher einheitliche Steuersysteme und Rechtsrahmen, um Europa als Wirtschaftsraum global wettbewerbsfähig zu machen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...