Politik

Immobilienverbot für Russland: Finnland verbietet Russen und Weißrussen den Immobilienkauf

Helsinki verbietet Russen den Immobilienerwerb: Am 15. Juli trat in Finnland ein Gesetz in Kraft, welches russischen und weißrussischen Staatsbürgern untersagt, Immobilien im Land zu erwerben – aus Gründen der nationalen Sicherheit. Das soll ein klares Signal Richtung Moskau mit Signalwirkung für Europa sein.
16.07.2025 11:08
Lesezeit: 1 min

Ein neues Gesetz in Helsinki untersagt ab sofort Bürgern aus Russland und Belarus den Erwerb von Immobilien. Der Schritt gilt als sicherheitspolitisches Signal an Moskau.

Am 15. Juli trat in Finnland ein Gesetz in Kraft, das es russischen und weißrussischen Staatsbürgern untersagt, Immobilien im Land zu erwerben. Ziel ist es, die nationale Sicherheit zu schützen und potenziellen Einflussnahmen vorzubeugen.

Das Verbot wurde vom finnischen Verteidigungsminister Antti Häkkänen auf der Plattform X bekannt gegeben. Es basiert auf einem im April vom Parlament verabschiedeten Gesetz, das es dem Verteidigungsministerium erlaubt, Immobilientransaktionen zu unterbinden, wenn die Käufer aus Staaten stammen, die als sicherheitspolitisch riskant gelten – dazu zählen nun explizit Russland und Belarus.

„Ich bin sehr froh, dass dieses Gesetz endlich verabschiedet wurde und heute in Kraft tritt. Es dient der Stärkung der Sicherheit Finnlands und der Vorbereitung auf jegliche Einflussnahme“, so Häkkänen. Der Minister ergänzte, dieser Reformschritt hätte sogar bereits vor der russischen Invasion in der Ukraine 2022 erfolgen müssen.

Generelles Verbot ersetzt Einzelfallprüfung

Bislang konnte der Immobilienerwerb durch russische Bürger nur dann gestoppt werden, wenn das Verteidigungsministerium im Einzelfall eine Bedrohung für die nationale Sicherheit identifizierte. Mit dem neuen Gesetz entfällt diese Einzelfallprüfung. Stattdessen gilt ein pauschales Verbot für Staatsangehörige Russlands und Weißrusslands.

Damit verschärft Finnland seine sicherheitspolitische Haltung weiter – insbesondere gegenüber Russland. In den vergangenen Monaten hatte das Land bereits seine rund 1.340 Kilometer lange Grenze zu Russland geschlossen und Moskau beschuldigt, durch gesteuerte Migration gezielt Druck auszuüben. Auch der Austritt Finnlands aus der Ottawa-Konvention – einem internationalen Abkommen zum Verbot von Landminen – wurde kürzlich mit einer wachsenden Bedrohungslage durch Russland begründet.

Deutschland blickt aufmerksam nach Norden

Die Entscheidung Finnlands wirft auch in Deutschland Fragen auf. Zwar ist ein generelles Verbot russischer Immobilienkäufe bislang nicht in Sicht, doch wächst die sicherheitspolitische Debatte über Eigentum ausländischer Akteure in strategischen Lagen – etwa in der Nähe von Bundeswehrstandorten oder sensibler Infrastruktur. In einigen Bundesländern werden bereits Modelle geprüft, wie sicherheitskritische Transaktionen transparenter kontrolliert werden können. Der finnische Vorstoß könnte somit zum Vorbild für einen europäischen Richtungswechsel werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
avtor1
Marius Vaitiekūnas

Zum Autor:

Marius Vaitiekūnas ist ein ausgewiesener Experte für Geopolitik und internationale Wirtschaftsverflechtungen. Geboren 1985 in Kaunas, Litauen, schreibt er als freier Autor regelmäßig für verschiedene europäische Medien über die geopolitischen Auswirkungen internationaler Konflikte, wirtschaftlicher Machtverschiebungen und sicherheitspolitischer Entwicklungen. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind die globale Energiepolitik und die sicherheitspolitischen Dynamiken im osteuropäischen Raum.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Top-Ökonom warnt: Wie die US-Außenpolitik Europas Wirtschaft belastet
07.02.2026

Die Europäische Union steht unter geopolitischem Druck, während wirtschaftliche Unsicherheit und geldpolitische Erwartungen neu justiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geldanlage: Diese US-Aktien sollten Sie jetzt besitzen
07.02.2026

Ein wichtiger Sektor der US-Wirtschaft sorgt derzeit für überraschend starke Ergebnisse – trotz geopolitischer Risiken und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Datenhunger der Finanzämter: Wann Unternehmen E-Mails herausgeben müssen – und wann nicht
07.02.2026

Der Bundesfinanzhof hat Unternehmen im Streit um steuerrelevante E-Mails den Rücken gestärkt. Zwar bleibt die Pflicht zur Vorlage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kove 800 X Pro: Chinesische Hersteller im europäischen Enduro-Markt
07.02.2026

Das Enduro-Segment gilt als besonders anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an Technik, Qualität und Fahrverhalten. Kann ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft LNG: Warum Europas neue Gasabhängigkeit brandgefährlich ist
07.02.2026

Europas Gaspreise steigen, während politische Spannungen mit den USA zunehmen. LNG aus Amerika gilt als Rettungsanker, entpuppt sich aber...

DWN
Finanzen
Finanzen Begrenzung für Kreditkartenzinsen: Airlines und Investoren warnen vor Trumps Plan
07.02.2026

US-Präsident Donald Trump will Kreditkartenzinsen in den USA auf 10 Prozent begrenzen. Was als Verbraucherschutz verkauft wird, könnte...

DWN
Politik
Politik Ganz nah an Russland können Kinder nach der Schule zum Drohnentraining gehen
07.02.2026

In Litauen wächst der Druck, sich auf neue Bedrohungen einzustellen, und selbst Schulen geraten dabei in den Fokus. Was bedeutet es, wenn...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Dow Jones durchbricht die Marke von 50.000 Punkten
06.02.2026

Die US-Aktienmärkte erholten sich am Freitag nach einem einwöchigen Rückgang im Technologiesektor, da die Zurückhaltung der Investoren...