Wirtschaft

US-Zolldrohungen gegen Russland: Trump setzt Putin wegen Ukraine-Krieg unter Zugzwang

Donald Trump erhöht den wirtschaftlichen Druck auf Russland – mit drastischen Zolldrohungen gegen dessen Handelspartner. Die Frist wird verkürzt, die Rhetorik verschärft. Doch welche Wirkung zeigen diese Maßnahmen wirklich – und was bedeutet das für den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs?
28.07.2025 16:16
Aktualisiert: 28.07.2025 16:27
Lesezeit: 2 min

US-Zolldrohungen: Trump erhöht den Druck auf Putin

Mit neuen Zolldrohungen will US-Präsident Donald Trump den Druck auf Russland im Ukraine-Krieg massiv erhöhen. Die bisherige Frist von 50 Tagen bis zur Einführung drastischer Zölle für Länder, die weiterhin mit Russland Handel treiben, solle laut Trump auf "zehn oder zwölf" Tage verkürzt werden. Dies sagte er während eines Treffens mit dem britischen Premierminister Keir Starmer.

Die nun geltende Frist beginne "ab heute" (Montag), erklärte Trump. Er sehe keinen Sinn darin, länger zu warten. "Ich wollte großzügig sein", fügte er hinzu, "aber wir sehen einfach keine Fortschritte". Vor zwei Wochen hatte Trump Zolldrohungen gegen Russlands Wirtschaftspartner ausgesprochen, mit einem Satz von rund 100 Prozent. Sollte es bis zum Fristende keine Einigung auf eine Waffenruhe oder ein Friedensabkommen geben, würden diese Zölle greifen. Die neue Deadline fällt nun deutlich früher als ursprünglich geplant.

"Sehr enttäuscht von Präsident Putin"

Deutliche Worte fand Trump mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin: "Ich dachte, das haben wir schon oft geklärt. Und dann beginnt Präsident Putin, Raketen auf Städte wie Kiew abzufeuern und tötet viele Menschen in einem Pflegeheim", sagte er. "Ich bin enttäuscht von Präsident Putin, sehr enttäuscht."

Zwar hatte Trump in der Vergangenheit mehrfach sein angeblich gutes Verhältnis zu Putin betont. Doch seit Anfang Juli schlägt er einen neuen Ton an. So warf er Putin unlängst vor, "Bullshit" zu reden. "Er ist immer sehr nett, aber am Ende ist es bedeutungslos."

Bisherige Frist: 50 Tage zur Einigung

Am 14. Juli hatte Trump die 50-Tage-Frist gesetzt, um eine Lösung im Ukraine-Krieg zu forcieren. Die Ankündigung erfolgte im Weißen Haus während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, bei dem weitere Waffenlieferungen für die Ukraine bestätigt wurden. Trump sprach von sogenannten Sekundärzöllen in Höhe von etwa 100 Prozent für Länder, die weiterhin mit Russland kooperieren.

Die russische Führung zeigte sich von den Zolldrohungen jedoch bislang unbeeindruckt. Die Angriffe auf die Ukraine wurden in den darauffolgenden Tagen weitergeführt. Zudem kritisierte der Kreml sowohl die geplanten Waffenlieferungen als auch die angekündigten Sanktionen als hinderlich für den Frieden.

China bleibt wichtigster Handelspartner Russlands

Trump will mit seinen Zolldrohungen Russlands wirtschaftliches Fundament angreifen, vor allem durch Druck auf große Handelspartner wie China und Indien. Welche Länder konkret betroffen sein könnten, ließ Trump jedoch weiterhin offen.

China ist mit Abstand Russlands bedeutendster Handelspartner. Laut Zolldaten für 2024 bis Oktober erreichte das Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten 244 Milliarden US-Dollar. Es folgen Indien, die Türkei, Belarus und Kasachstan. Indien hat seinen Import von russischem Öl und Gas nach den westlichen Sanktionen gegen Moskau deutlich ausgeweitet. Die Türkei gilt als wichtiger Umschlagplatz im Russlandhandel – auch für europäische Produkte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Lagarde bremst Stablecoins: Warum die EZB den digitalen Euro schützen will
11.05.2026

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellt sich skeptisch gegen Stablecoins in Euro. Sie sieht Risiken für Finanzstabilität, Banken und...

DWN
Finanzen
Finanzen Einbruch Gewerbesteuer: Finanzielle Krise in Baden-Württemberg verschärft sich
11.05.2026

Schon jetzt schreiben viele Städte und Gemeinden rote Zahlen und müssen Leistungen kürzen. Die aktuelle Steuerschätzung zeigt: Die...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Putin bringt Altkanzler Schröder als Vermittler ins Gespräch
11.05.2026

Kremlchef Putin hat Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg ins Spiel gebracht. In der Bundesregierung stößt Putins...

DWN
Panorama
Panorama Mitten in einer Kriegszone. Wenn die Kontrolle verschwindet, beginnt Führung.
11.05.2026

Ein Unternehmer wacht in Lwiw in der Ukraine auf und erfährt, dass Krieg ist. Seine Geschichte zeigt, was Führung bedeutet, wenn Pläne...

DWN
Politik
Politik Großbritannien: Labour verliert, Reform UK gewinnt - Rücktrittsforderungen nach Wahldebakel
11.05.2026

Der angezählte britische Premierminister Keir Starmer bemüht sich nach den historisch schlechten Wahlergebnissen bei den Kommunalwahlen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo: Jeder sechste Einzelhändler sieht Existenz bedroht
11.05.2026

Die längste Wirtschaftskrise in Deutschland seit den Nachkriegsjahren bremst den privaten Konsum. Direkte Leidtragende sind die...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Zwei Drittel schränken Energieverbrauch ein
11.05.2026

Viele Menschen in Deutschland sparen wegen gestiegener Energiepreise in Folge des Iran-Kriegs bei Strom und Heizung, laut einer Umfrage im...

DWN
Politik
Politik Brandenburg: Erster AfD-Sieg bei Bürgermeisterwahl
11.05.2026

Im brandenburgischen Zehdenick zieht der AfD-Kandidat René Stadtkewitz mit deutlichem Vorsprung ins Rathaus ein. Für seine Partei ist es...