Finanzen

Apple-Aktie nachbörslich im Plus: Anleger reagieren positiv auf Apple-Bilanz – das sagen Experten

Die Apple-Aktie hat nachbörslich zugelegt. Grund ist die Apple-Bilanz, die gut bei den Anlegern ankam. Apple überzeugt mit starken Quartalszahlen, trotz hoher Zölle und schwächelnder Teilbereiche. Vor allem das iPhone bleibt der Wachstumsmotor. Doch trotz glänzender Bilanzen bleibt bei Investoren eine zentrale Frage offen: Reicht das aus, um den Kurs der Apple-Aktie weiter zu beflügeln?
01.08.2025 05:51
Lesezeit: 4 min
Apple-Aktie nachbörslich im Plus: Anleger reagieren positiv auf Apple-Bilanz – das sagen Experten
Ein Mann legt in einem Apple-Store zwei neue iPhones 16 auf einen Tisch: Die Apple-Aktie ist nach der Vorlage einer positiven Quartalsbilanz gestiegen (Foto: dpa). Foto: Elisa Schu

Apple-Aktie klettert: Apple trotzt Trumps Zöllen mit starkem Quartalsgewinn

Trotz erheblicher Belastungen durch US-Strafzölle zeigt sich der iPhone-Konzern Apple finanziell in beeindruckender Form. Im vergangenen Quartal erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 23,43 Milliarden US-Dollar (20,5 Milliarden Euro), was einer Steigerung von rund 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Apple-Aktie reagierte auf diese Entwicklung im nachbörslichen Handel mit einem Plus von mehr als zwei Prozent.

Apple hatte ursprünglich mit Zollkosten in Höhe von 900 Millionen US-Dollar gerechnet, die durch Maßnahmen der Trump-Regierung entstanden waren. Letztlich belief sich die Belastung jedoch auf 800 Millionen Dollar. Für das laufende Quartal prognostiziert das Unternehmen zusätzliche Kosten von 1,1 Milliarden US-Dollar. CEO Tim Cook erklärte in einer Telefonkonferenz, dass Apple seine Lieferwege angesichts der Zölle neu strukturiert habe. Etwa die Hälfte der in den USA verkauften iPhones werde inzwischen aus Indien importiert.

Umsatzwachstum übertrifft Erwartungen – iPhone als Wachstumsmotor

Der Umsatz des Technologiekonzerns wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf mehr als 94 Milliarden US-Dollar. Laut Cook ist rund ein Prozent dieses Wachstums auf vorgezogene Käufe zurückzuführen, mit denen Kunden Zollerhöhungen zuvorkommen wollten.

Im Fokus steht erneut das iPhone: Der Umsatz mit dem wichtigsten Apple-Produkt stieg um 13 Prozent auf knapp 44,6 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten lediglich mit rund 40 Milliarden Dollar gerechnet. Der neue Bestseller ist das iPhone 16, das sich laut Tim Cook deutlich besser verkauft als das Vorgängermodell. Besonders auffällig sei das zweistellige Wachstum bei Upgrade-Käufen von bestehenden Nutzern. Damit festigt das iPhone seine Schlüsselrolle im Portfolio des Nasdaq-Werts Apple.

Apple-Bilanz übertrifft Prognosen der Analysten

Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025, das am 30. Juni endete, meldete Apple einen Gewinn je Aktie (EPS) von 1,57 US-Dollar. Damit übertraf der Konzern sowohl die Konsensschätzung von 1,43 US-Dollar als auch den Vorjahreswert von 1,40 US-Dollar. Der Umsatz lag bei 94 Milliarden US-Dollar – deutlich über den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 89,18 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Apple 85,78 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Die Apple-Aktie, die an der Technologiebörse Nasdaq notiert ist, stieg im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich um 2,04 Prozent auf 211,91 US-Dollar. Auch im späteren Verlauf hielt sich das Plus bei rund einem Prozent. Der Apple-Aktienkurs zeigte damit einmal mehr seine Sensibilität gegenüber positiven Überraschungen in der Apple-Bilanz.

Solides Wachstum bei Macs und Services – Rückgänge bei iPads und Zubehör

Neben dem iPhone trugen auch andere Produktbereiche zum Wachstum bei. So legte der Umsatz im Mac-Segment um 15 Prozent auf 8,05 Milliarden US-Dollar zu. Besonders neue MacBook-Air-Modelle trugen zu dieser Entwicklung bei. Das iPad-Geschäft hingegen verzeichnete einen Rückgang um acht Prozent auf 6,58 Milliarden Dollar, obwohl Apple im März ein preisgünstiges Einstiegsmodell eingeführt hatte.

Die Sparte "Wearables, Home & Zubehör", zu der unter anderem die Apple Watch und AirPods gehören, musste ebenfalls einen Rückgang hinnehmen – um 8,6 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar. Stabil zeigte sich dagegen das Service-Geschäft, das mit 27,42 Milliarden US-Dollar ein Wachstum von 13 Prozent erzielte. Besonders iCloud-Abos und der App Store verzeichneten zweistellige Wachstumsraten.

Apple profitiert von KI und chinesischem Markt

Ein weiteres Thema mit strategischer Bedeutung ist die künstliche Intelligenz. CEO Tim Cook betonte: "Wir betrachten KI als eine der tiefgreifendsten Technologien unserer Zeit. Wir investieren signifikant, wir integrieren sie in alle Geräte, Plattformen und Prozesse." Apple hat in diesem Jahr bereits rund sieben Unternehmen aus dem KI-Sektor übernommen – kleinere Zukäufe mit strategischer Wirkung. "Wir sind offen für Zukäufe, die unseren Fahrplan beschleunigen", so Cook weiter.

Auch auf dem wichtigen chinesischen Markt konnte Apple einen Umschwung verzeichnen. Nach zwei schwachen Quartalen stieg der Umsatz in China, Hongkong und Taiwan um vier Prozent auf 15,37 Milliarden US-Dollar. Laut Cook profitierte Apple dort von staatlichen Subventionen für bestimmte Produkte.

Apple-Aktienkurs nachbörslich im Plus: Anleger überzeugt – aber auch skeptisch

Trotz der überzeugenden Zahlen bleibt bei einigen Investoren eine gewisse Zurückhaltung. Zwar konnte Apple beim Umsatz das stärkste Wachstum seit dem Dezemberquartal 2021 verzeichnen – ein Plus von 9,6 Prozent auf 94,04 Milliarden US-Dollar –, dennoch fehlen aus Sicht vieler Marktbeobachter neue Impulse. Die Bruttomarge lag mit 46,5 Prozent über den Erwartungen (Konsens: 45,9 Prozent), was die Profitabilität des Konzerns unterstreicht.

Dennoch äußerten Analysten vereinzelt Zweifel, ob das Wachstum nachhaltig sei. Besonders im Vergleich zu anderen großen Technologiekonzernen erscheint die Dynamik bei Apple derzeit weniger ausgeprägt. Ob sich ein Wiedereinstieg in die Apple-Aktie jetzt lohnt, bleibt laut Beobachtern fraglich.

Apple-Aktie mit Rückenwind – neue Impulse gefragt

Die Apple-Aktie zeigt sich nach der starken Apple-Bilanz robust und profitiert vom positiven Sentiment der Anleger. Mit einem Gewinn von 23,43 Milliarden US-Dollar, einem überraschend starken iPhone-Geschäft und einem klaren Fokus auf künstliche Intelligenz setzt der Nasdaq-Wert Apple wichtige Akzente. Trotz der Belastung durch US-Zölle und schwacher Zahlen in einzelnen Segmenten konnte Apple die Markterwartungen übertreffen. Der Apple-Aktienkurs reagierte entsprechend positiv. Dennoch bleibt abzuwarten, ob der Tech-Riese auch künftig die hohen Erwartungen erfüllen kann – insbesondere, wenn es um Innovationen und neue Wachstumsfelder geht.

Vor der Vorlage der Apple-Bilanz waren die Meinungen der Analysten zur Aktie des iPhone-Konzerns gespalten: Das Analysehaus Jefferies bestätigte am 31. Juli seine Einstufung für Apple mit "Hold" und einem Kursziel von 188,32 US-Dollar. Analyst Edison Lee sieht deutliche Anzeichen für eine starke iPhone-Nachfrage im zweiten Quartal, gestützt durch Verkaufsdaten großer US-Anbieter. Auch eine mögliche Preiserhöhung für das kommende iPhone 17 wurde angesprochen. Dennoch sei dies allein kein ausreichender Impuls für eine Neubewertung der Apple-Aktie. Bereits am 26. Juli äußerte sich JPMorgan in einer aktuellen Analyse zur Apple-Aktie. Die Bewertung bleibt auf "Overweight" mit einem Kursziel von 250 US-Dollar. Aktienexperte Samik Chatterjee zeigt sich optimistisch im Hinblick auf den anstehenden Quartalsbericht. Jedoch sieht er aktuell keine neuen Impulsgeber, die die mittelfristige Entwicklung der Apple-Aktie klar vorantreiben könnten. Auch UBS beließ die Einstufung unverändert auf "Neutral", mit Kursziel 210 US-Dollar. Analyst David Vogt verwies am 23. Juli auf steigende Smartphone-Verkäufe bei AT&T und bewertete dies als Zeichen zollbedingter Vorzieheffekte und intensiven Wettbewerbsdrucks. Diese Faktoren dürften die Nachfrage nach iPhones – und damit indirekt die Entwicklung der Apple-Aktie – weiterhin prägen.

Die Analysten müssen nun ihre Einstufungen und Apple-Kursziele überarbeiten. Ob sie nach der Zahlenvorlage zu einem anderen Ergebnis kommen, muss sich zeigen. Insgesamt ist die Apple-Aktie jedenfalls derzeit gut positioniert, um Anlegern Stabilität und solide Renditen zu bieten. Wie es langfristig weitergeht, ist nicht wirklich abzusehen, da braucht es mehr als starke Zahlen – der Markt fordert neue Impulse.

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Markus Gentner

Zum Autor:

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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