Wirtschaft

Bremsstreit eskaliert: BMW und Continental treffen sich vor Gericht

Der Streit zwischen BMW und dem Zulieferer Continental über mutmaßlich fehlerhafte Bremssysteme spitzt sich zu: Beide Konzerne haben Klage eingereicht – es geht um Rückrufe in Millionenhöhe, Lieferverzögerungen und einen möglichen Imageschaden. Während BMW auf Schadensersatz pocht, will Continental die Ansprüche als unbegründet erklären lassen. Der Ton wird schärfer – doch eine Einigung ist nicht ausgeschlossen.
05.08.2025 11:43
Lesezeit: 1 min
Bremsstreit eskaliert: BMW und Continental treffen sich vor Gericht
Die Konzernzentrale der BMW AG und davor eine Ampel auf Rotlicht (Foto: dpa). Foto: Tobias Hase

Zweiseitige Klagefront

Sowohl BMW als auch Continental haben jüngst Klage beim zuständigen Gericht eingereicht. Während BMW eine finanzielle Entschädigung vom Zulieferer verlangt, kontert Continental mit einer Gegenklage. Der Konzern will rechtlich klären lassen, dass die Forderungen unberechtigt sind. Ein ungewöhnlicher Schritt ist das laut Branchenkennern nicht – doch er verdeutlicht, wie festgefahren der Konflikt inzwischen ist.

Bremssystem MK C2 im Fokus

Auslöser des Rechtsstreits ist das Bremssystem MK C2, das Continental an BMW geliefert hatte. Bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass das System fehleranfällig sei. Die Folge: Ein massiver Rückruf von mehr als 1,5 Millionen Fahrzeugen weltweit, darunter etwa 150.000 in Deutschland. Die Problematik führte zudem zu Lieferverzögerungen bei Neuwagen, da betroffene Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden konnten.

Millionenrückstellungen vs. Rückrufkosten

Continental hatte bereits im Jahr 2024 eine Rückstellung im mittleren zweistelligen Millionenbereich gebildet, um mögliche Gewährleistungsansprüche abzudecken. An dieser Einschätzung habe sich nichts geändert, betont das Unternehmen. BMW sieht die Lage jedoch anders: Allein die Kosten für den Rückruf sollen im dritten Quartal einen hohen dreistelligen Millionenbetrag betragen haben.

Gesprächsbereitschaft bleibt bestehen

Trotz der rechtlichen Auseinandersetzung signalisiert Continental weiterhin Gesprächsbereitschaft. Man sehe eine außergerichtliche Einigung als möglich und wünschenswert. Ob es dazu kommt, bleibt allerdings offen – vor allem angesichts der finanziellen Dimension, die der Fall inzwischen angenommen hat.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Inflation und Konsumzurückhaltung: Wie Deal-Plattformen die Kaufkraft der Verbraucher stärken

Angesichts einer persistenten Inflation und steigender Lebenshaltungskosten sehen sich private Haushalte in Deutschland einem erheblichen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt uneinheitlich, während Tech-Rallye den S&P 500 auf ein Rekordhoch treibt
15.04.2026

Ein spannender Handelstag voller Kontraste hält Anleger in Atem und sorgt für überraschende Wendungen.

DWN
Politik
Politik „Strategische Partnerschaft“ mit der Ukraine: Deutschland vereinbart Rüstungsdeals mit Selenskyj
15.04.2026

Die finanzielle und militärische Hilfe für die Ukraine nimmt federführend durch Deutschland und Großbritannien an Fahrt auf. Nachdem...

DWN
Technologie
Technologie Novo Nordisk-Aktie: KI von OpenAI soll Pharmaentwicklung beschleunigen
15.04.2026

Novo Nordisk treibt den Einsatz von KI in der Pharmaindustrie voran und setzt dabei auf eine Kooperation mit OpenAI. Kann künstliche...

DWN
Politik
Politik Deutschlands Photovoltaik-Ausbau: Wie Solarstrom Europas Energiemarkt stabilisiert
15.04.2026

Deutschlands Photovoltaik-Ausbau gewinnt in einem angespannten geopolitischen Umfeld strategisch an Bedeutung für den europäischen...

DWN
Politik
Politik YouGov-Umfrage: AfD klar stärkste Kraft - Union stürzt auf schlechtesten Wert seit vier Jahren
15.04.2026

In einer YouGov-Umfrage kann sich die AfD deutlich von den anderen Parteien absetzen. Auch Grüne und Linke legen zu. Die einzigen, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Prognose der Deutschen Bank: US-Dollar verliert an Stärke
15.04.2026

Die Deutsche Bank sieht eine veränderte Ausgangslage an den Devisenmärkten und rät Marktteilnehmern zu einer Neuausrichtung ihrer...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzspritze vom Bund: Eine Milliarde Euro für Länder und Kommunen
15.04.2026

Der Bund greift hoch verschuldeten Kommunen unter die Arme. Doch nicht nur sie werden entlastet - sondern auch die reichsten Bundesländer.

DWN
Politik
Politik Nach Corona-Bonus nun die Entlastungsprämie für Beamte: Öffentlicher Dienst besteht auf 1000-Euro-Krisenbonus
15.04.2026

Die Koalition plädiert für eine steuer- und abgabenfreie Prämie vom Arbeitgeber - damit ist auch der Bund in der Pflicht. Über 5...