Immobilien

Baukosten: Bund will Bauen günstiger und schneller machen

Weniger Vorschriften, mehr Wohnraum: Der Gebäudetyp E soll das Bauen nicht nur günstiger, sondern auch flexibler für Bauherren machen.
20.11.2025 15:08
Lesezeit: 2 min
Baukosten: Bund will Bauen günstiger und schneller machen
Stefanie Hubig (r, SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, und Verena Hubertz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, stellen im Justizministerium Eckpunkte zum Gebäudetyp E vor. (Foto: dpa) Foto: Annette Riedl

Bund will Bauen günstiger und schneller machen

Mit dem Gebäudetyp E plant der Bund einen Baustandard zu etablieren, der die Baukosten senkt. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD) wollen so das Bauen einfacher, schneller und günstiger machen. „Bauen ist in Deutschland zu teuer und auch zu kompliziert“, sagte Hubig. Eine Lösung soll der Gebäudetyp E sein, der Abweichungsmöglichkeiten vom Baustandard bietet.

„E wie einfach. Beim Gebäudetyp E ist weniger mehr“, sagte Hubertz. Es geht laut Hubig im Kern darum, dass beim Bauen gemeinsam vereinbart werden kann, auf bestimmte Baustandards zu verzichten. „Es geht also darum, zu vereinbaren, nicht den Gold-Standard zu wählen, sondern einen einfacheren, einen abgesetzten Standard.“ Dabei ist der Gebäudetyp E laut Hubertz keine feste Kategorie, sondern ermöglicht Abweichungen.

Keine Einsparungen bei Sicherheit

Die Vereinfachung der Kosten gehe aber nicht auf Kosten der Sicherheit. Als Beispiel der vorgesehenen Flexibilität nennt die Bundesjustizministerin die vorgesehene Anzahl an Steckdosen in einem Raum. Während bei 19 Quadratmetern vier Steckdosen vorgesehen seien, seien es bei 20 Quadratmetern fünf. „Darauf kann man leicht verzichten, wenn man das will.“

Für die Umsetzung soll ein neuer Gebäudetyp E-Vertrag eingeführt werden. Im kommenden Jahr wollen Bau- und Justizministerium diesen Vertrag aushandeln. Ziel ist es, dazu einen Gesetzesentwurf Ende 2026 ins Kabinett zu bringen.

Mehr bezahlbarer Wohnraum

„Wir werden damit auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Deutschland unterstützen“, sagte Hubig. Die Baustandards für den Gebäudetyp E gelten sowohl für private Bauherren als auch für Vermieter. Um den Wohnungsbau weiter zu fördern, investiere das Bauministerium 23,5 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau. Außerdem soll laut Hubertz der Bauüberhang – also die vielen bereits erteilten, aber bisher nicht umgesetzten Baugenehmigungen – mit zusätzlichen 800 Millionen Euro abgebaut werden.

Die Vorgängerregierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte 400.000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Doch hohe Zinsen und Baukosten sowie zähe Genehmigungsverfahren führten dazu, dass das Ziel immer wieder klar verfehlt wurde. 251.900 Wohnungen wurden 2024 fertiggestellt – so wenig wie seit 2015 nicht.

Die schwarz-rote Koalition will auch mit einem „Bauturbo“ gegensteuern. Mit dem Instrument sollen schnellere und einfachere Genehmigungen am Bau erreicht werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Infrastruktur-Sondertopf: Investitionen laufen nur schleppend an
10.06.2026

Mit einem 500 Milliarden Euro schweren Sondertopf will die Bundesregierung den jahrelangen Investitionsstau in der deutschen Infrastruktur...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeldzinsen: Sparkassen und Volksbanken zahlen zu wenig Zinsen für Tagesgeld
10.06.2026

Sparer erhalten bei Sparkassen und Volksbanken oft deutlich weniger Zinsen als bei überregionalen Banken, zeigt eine Analyse des...

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Energiewende auf der Kippe? Koalition in schwierigen Verhandlungen über Energiepaket
10.06.2026

Bei einem Energiekongress in Berlin geht es um strittige Vorhaben der Koalition. Die Fraktionschefs von SPD und Union setzen...

DWN
Technologie
Technologie Transportdrohne Victor: Luftfahrt-Start-Up ERC System zieht Serienstart vor
10.06.2026

Das Luftfahrtunternehmen ERC System will mit einer Transportdrohne drei Jahre früher als geplant in die Serienproduktion einsteigen: Der...

DWN
Technologie
Technologie EU-Verpackungsverordnung: Einweg-Ära vor dem radikalen Aus in Europa
10.06.2026

Zucker im Tütchen, Ketchup im Mini-Beutel, Shampoo im Hotel-Sachet – genau diese Alltagsdetails verschwinden bald aus Europas...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Perlon-Gruppe: Deutscher Weltmarktführer geht an China
10.06.2026

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toxische Chefs: Wie schlechte Führung Mitarbeiter vertreibt – und welche Lösung es gibt
10.06.2026

Viele kündigen nicht wegen des Jobs, sondern wegen des Chefs: Toxische Führung ist ein zentraler Kündigungsgrund, zeigt eine aktuelle...