Wirtschaft

Chinas E-Autos trotzen EU-Zöllen – und könnten Europa günstiger machen

Trotz Strafzöllen bleiben Elektroautos aus China für Europa ein Preisschreck. Eine aktuelle Studie zeigt: Dank massiver Kostenvorteile können chinesische Hersteller ihre Modelle weiterhin günstiger anbieten – was für europäische Autofahrer bald niedrigere Preise bedeuten könnte.
19.08.2025 09:54
Lesezeit: 1 min

Die chinesischen Autohersteller werden einer Studie zufolge ihre Kostenvorteile schon bald auf dem europäischen Markt ausspielen. Momentan herrsche auf dem chinesischen Heimatmarkt ein knallharter Preiskampf, um so schnell wie möglich eine monopolartige Größe zu erreichen, heißt es in der Analyse des Instituts Center Automotive Research (CAR). Ziel von Herstellern wie BYD, MG oder Great Wall sei die Kosten- und Marktführerschaft.

Wegen des Wettbewerbs werden die Autos in China zu deutlich geringeren Preisen angeboten als beispielsweise auf dem Exportmarkt Deutschland. Auch die Einfuhrzölle der EU treiben die Preise für westliche Kaufinteressenten: Im Schnitt würden die chinesischen Autos hierzulande mit einem Aufschlag von 108 Prozent versehen. Besonders teuer sind hierzulande demnach chinesische E-Kleinwagen. Zum Vergleich: Westliche Elektroautos sind der Studie zufolge in Deutschland nur 28 Prozent teurer als in China.

Hohe Kosten für Marketing sinken

Studienautor Ferdinand Dudenhöffer erwartet trotz der EU-Zölle durch den Druck der Chinesen weitere Preissenkungen für Elektroautos in Europa. Die chinesischen Autobauer könnten ihre enormen Kostenvorteile durch höhere Stückzahlen und bei der Batterieproduktion erzielen. Die anfänglich noch hohen Vertriebs- und Marketingkosten pro Fahrzeug gingen zurück, je mehr Autos in Europa verkauft werden. Auch könnten sie ihre günstigen Kostenstrukturen in neue Fabriken in Europa transformieren. Bei der Mobilitätsmesse IAA in München werde China mit einem Großaufgebot vertreten sein.

Deutschen und westlichen Autokonzernen empfiehlt Dudenhöffer, mehr Produktion nach China zu verlagern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen US-Regulierungspläne lösen Turbulenzen am Kryptomarkt aus: XRP legt kräftig zu – Investoren suchen neue Anlagestrategien

Frankfurt/London, Februar 2026 – Der Kryptomarkt befindet sich erneut in einer Phase erhöhter Schwankungen. Makroökonomische...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik EU beschränkt CSRD und CSDDD: Was Unternehmen zu Nachhaltigkeitsberichten und Due Diligence wissen müssen
01.03.2026

Die Europäische Union grenzt mit der Reform von CSRD und CSDDD die Nachhaltigkeitsberichtspflichten und Sorgfaltspflichten stärker auf...

DWN
Politik
Politik Selenskyj drängt auf Sicherheitsgarantien: Stehen am Anfang vom Ende des Ukraine-Kriegs
01.03.2026

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs fordert Präsident Wolodomir Selenskyj verbindliche Sicherheitsgarantien und einen klaren...

DWN
Politik
Politik Rente mit 70? Was die Regierung diskutiert und wer betroffen wäre
28.02.2026

Rente mit 70 – dieser Plan könnte schon bald Realität werden. Die Rentenkommission und verschiedene Experten legen seit einigen Tagen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Glasfaser-Internet: Telekom peilt bei Glasfaser-Ausbau 25 Millionen Haushalte an
28.02.2026

Die Bagger der Telekom kommen gut voran, doch die Resonanz der Kunden in puncto Glasfaser-Internet ist noch ausbaufähig. Der Konzern legt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Run aufs weiße Gold: Warum Deutschland zum Lithium-Produzenten werden kann
28.02.2026

Lithium ist einer der wichtigsten und wertvollsten Rohstoffe für die Zukunftstechnologie. Rohstoffknappheit und der anhaltende KI-Boom...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz: Entscheidet KI über Aufstieg oder Abstieg Europas?
28.02.2026

Wissen explodiert, Märkte beschleunigen, Entscheidungen müssen in Sekunden fallen. Künstliche Intelligenz wird damit zur Dampfmaschine...

DWN
Immobilien
Immobilien Ifo: Schärfere Mietpreisbremse verschärft Wohnungsnot
28.02.2026

Der Wohnungsbau in Deutschland liegt am Boden. Denn die Kosten sind so hoch, dass sich der Bau für Vermieter vielerorts nicht lohnt. Ein...

DWN
Politik
Politik Moldau im Machtkampf: Russland bekämpft EU-Annäherung mit Millionen
28.02.2026

Russland versucht mit hohen Geldsummen und gezielter Desinformation, proeuropäische Mehrheiten in Beitrittsstaaten wie Moldau zu...