Wirtschaft

Eurozone-Wirtschaftsstimmung: Unerwartete Eintrübung im August

Die Eurozone-Wirtschaftsstimmung hat sich im August stärker eingetrübt als erwartet. Neue Daten zeigen, dass das Vertrauen in mehrere Sektoren nachlässt. Besonders Dienstleister und Baugewerbe stehen unter Druck.
28.08.2025 12:04
Aktualisiert: 28.08.2025 12:04
Lesezeit: 1 min

Eurozone-Wirtschaftsstimmung: Unerwartete Eintrübung im August

Die Eurozone-Wirtschaftsstimmung hat sich im August unerwartet verschlechtert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) sank gegenüber dem Vormonat um revidiert 0,5 Punkte auf 95,2 Punkte, wie die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Experten hatten einen Anstieg des Indikators erwartet. Der ESI bleibt somit klar unter dem langfristigen Schnitt von 100 Punkten.

Rückgang bei Dienstleistern und Bauwirtschaft

Besonders bei den Dienstleistern sowie in der Bauwirtschaft verschlechterte sich die Wirtschaftsstimmung im August. Hingegen verzeichneten Industrieunternehmen und der Einzelhandel eine leichte Aufhellung, obwohl die allgemeine Lage weiter negativ bleibt.

Unterschiede zwischen den großen Volkswirtschaften

Mit Blick auf die wichtigsten Volkswirtschaften im Euroraum zeigte sich eine deutliche Verschlechterung der Eurozone-Wirtschaftsstimmung in Spanien. In Deutschland und Italien schwächte sich die Stimmung weniger stark ab. In Frankreich hingegen bewegte sich der regionale Stimmungswert kaum.

Unternehmer, die die Eurozone-Wirtschaftsstimmung im Blick behalten, sollten auch die gesamtwirtschaftlichen Projektionen der EZB berücksichtigen: Für 2025 wird ein reales BIP-Wachstum von 0,9 Prozent erwartet, 2026 von 1,1 Prozent – ein moderates Szenario, das langfristige Planung erfordert. Gleichzeitig hatte der Economic Sentiment Indicator (ESI) im Juli 2025 mit 95,8 Punkten eine leichte Belebung der Wirtschaftsstimmung in der Eurozone gezeigt, getragen von der Erholung in Industrie-, Dienstleistungs- und Einzelhandelssektoren.

Unternehmen sollten darauf achten, dass trotz dieser Aufhellung das Umfeld fragil bleibt: Das deutsche Geschäftsklima war vor Kurzem auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert. Doch Handelskonflikte und Unsicherheit durch US-Zölle belasten Exporterwartungen und Investitionsbereitschaft. Für Führungskräfte bedeutet das: Flexible Strategien sind gefragt – etwa zur Absicherung von Lieferketten, zur Nutzung staatlicher Infrastrukturprogramme oder zur Anpassung an volatile Nachfrage. Dieses Umfeld unterstreicht die Relevanz der Eurozone-Wirtschaftsstimmung als Frühindikator für Investitionsentscheidungen und unternehmerische Risikobewertung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entscheidung im Tchibo-Aldi-Rechtsstreit: Kaffeeröster muss vor Gericht Niederlage hinnehmen
10.02.2026

Der Tchibo-Aldi-Rechtsstreit ist entschieden: Wieder muss der Hamburger Kaffeeröster vor Gericht eine Niederlage hinnehmen. Doch das...

DWN
Finanzen
Finanzen Olympische Winterspiele in Milano Cortina 2026: Diese Olympia-Aktien profitieren
10.02.2026

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand Cortina sind in vollem Gange, für das deutsche Olympia-Team gab es bereits mehrere Medaillen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückenwind für die BASF-Aktie: Konjunkturhoffnung, Analysteneinstufung und BASF-Aktienrückkaufprogramm
10.02.2026

Die BASF-Aktie startet stark ins Börsenjahr 2026: Konjunkturhoffnungen, ein laufendes Aktienrückkaufprogramm und steigende Kurse treffen...

DWN
Technologie
Technologie Hypersonica: Münchner Start-up testet Hyperschallrakete HS1
10.02.2026

Ein Münchner Start-up sorgt mit einer eigenen Hyperschallrakete für Aufsehen in Europa. Der erste Testflug der HS1 verlief erfolgreich...

DWN
Panorama
Panorama Allensbach-Umfrage: Mehrheit bewertet USA als Risiko für den Weltfrieden – Russland bleibt zentrales Sicherheitsrisiko
10.02.2026

Eine aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt einen spürbaren Wandel im sicherheitspolitischen Denken der Deutschen. Vertrauen bröckelt, alte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Endgültiges Aus für ACC-Batteriefabrik in Kaiserslautern – die Folgen
10.02.2026

Die geplante ACC-Batteriefabrik in Kaiserslautern galt als Zukunftsprojekt für die deutsche Industrie. Doch nun zieht Automotive Cell...

DWN
Finanzen
Finanzen Teamviewer-Aktie rutscht ab: Teamviewer blickt zurückhaltend aufs neue Jahr – schwieriges Marktumfeld
10.02.2026

Die Teamviewer-Aktie steht nach einem deutlichen Kursrutsch erneut im Fokus der Anleger. Vorsichtige Ziele für 2026, ein schwieriges...

DWN
Finanzen
Finanzen AMS Osram-Aktie gefragt: Stellenabbau nach besseren Zahlen bei AMS Osram
10.02.2026

AMS Osram überrascht mit besseren Geschäftszahlen, doch gleichzeitig kündigt der Konzern einen massiven Stellenabbau an. Anleger...