Finanzen

KI-Crash: Michael Burry sieht Risiken einer KI-Aktien-Blase

Michael Burry sorgt erneut für Aufsehen an den Finanzmärkten, diesmal im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Angesichts der rasant steigenden Kurse bei führenden KI-Unternehmen stellt sich die Frage, ob der aktuelle Boom bei KI-Aktien tatsächlich eine gefährliche Blase darstellt.
29.11.2025 11:00
Lesezeit: 2 min
KI-Crash: Michael Burry sieht Risiken einer KI-Aktien-Blase
Michael Burry setzt auf fallende Kurse bei führenden KI-Unternehmen und warnt vor einer möglichen Blase im Sektor (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Michael Burry und sein Ruf als Finanzvisionär

Michael Burry ist eine legendäre Figur an der Wall Street. Er wurde bekannt als der Mann, der die Finanzkrise vorhergesagt und daraus erhebliche Gewinne erzielt hat. Viele Investoren beobachten seitdem seine Bewegungen auf den Märkten besonders aufmerksam.

Berühmt wurde er noch stärker, als das Buch „The Big Short“ 2015 verfilmt wurde. Christian Bale verkörperte darin Burry, und der Film trug wesentlich zu seinem Mythos bei. Auch wenn Burry Fehler eingeräumt hat, gilt er weiterhin als wichtiger Indikator für Marktbewegungen. Seine Einschätzungen haben vor allem bei Technologietiteln hohe Aufmerksamkeit. Viele Marktteilnehmer folgen seinen Entscheidungen genau, weil sie als Wegweiser für Chancen und Risiken an den Finanzmärkten dienen.

Setzt auf fallende Kurse bei KI-Aktien

Derzeit sorgt Burry erneut für Schlagzeilen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Laut CNN setzt sein Fonds Scion Asset Management darauf, dass zwei der erfolgreichsten Unternehmen der aktuellen KI-Welle an Wert verlieren könnten.

Dafür hat der Fonds sogenannte Puts erworben, also Verkaufsoptionen auf Nvidia und Palantir. Die Optionen sind zu festgelegten Preisen und Zeitpunkten vereinbart. Ihr Gesamtwert liegt bei jeweils 1,2 und 5,9 Milliarden dänischen Kronen. Diese Transaktionen deuten darauf hin, dass Burry die aktuelle Entwicklung im KI-Sektor als potenzielle Blase betrachtet. Auch andere Investoren und Marktbeobachter haben bereits ähnliche Warnungen ausgesprochen.

Bedenken über eine mögliche KI-Blase

Der US-Aktienindex S&P 500 befindet sich auf einem historischen Hoch. Ein Großteil des Anstiegs ist auf KI- und Tech-Unternehmen zurückzuführen. Analysten warnen, dass eine Überbewertung in diesem Sektor erhebliche Folgen haben könnte, sollte die Blase platzen.

Burry scheint sich dieser Risiken bewusst zu sein. Seine Handelsentscheidungen spiegeln eine vorsichtige Einschätzung der Marktbedingungen wider. Für viele Investoren ist dies ein Hinweis, sich kritisch mit der Entwicklung von KI-Titeln auseinanderzusetzen.

Rätselhafte Auftritte in den sozialen Medien

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Burry, als er nach längerer Abwesenheit auf dem sozialen Netzwerk X aktiv wurde. In einem kryptischen Beitrag, flankiert von einem Bild der Filmfigur Christian Bales, schrieb er: „Manchmal sehen wir Blasen. Manchmal kann man nichts dagegen tun. Manchmal ist der einzige Weg, um zu gewinnen, nicht mitzuspielen.“

Dieser Auftritt verstärkte die Spekulationen über seine Einschätzung des KI-Marktes. Viele Investoren interpretieren seine Aussagen als Warnsignal vor möglichen Überbewertungen.

Performance der Nvidia-Aktie und der Palantir-Aktie

Die Nvidia-Aktie ist 2025 (zwischen Jahresbeginn und Mitte November) um annähernd 50 Prozent gestiegen, die Palantir-Aktie verzeichnete sogar ein Kursplus von 150 Prozent und gehört damit zu den weltweit besten Performern. Palantir-CEO Alex Karp erklärte kürzlich, dass diejenigen, die gegen das Unternehmen wetten, „verrückt“ seien. Experten und Investoren warnen dennoch vor den Risiken, die eine überhitzte Bewertung im KI-Sektor mit sich bringen könnte.

Die Entwicklungen um Burry und die KI-Aktien zeigen, dass selbst erfahrene Investoren Risiken erkennen, die andere Marktteilnehmer übersehen. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiger Hinweis. Technologietitel und neue Trends sollten kritisch bewertet werden. Besonders bei starken Kursanstiegen in kurzer Zeit kann eine vorsichtige Analyse helfen, Verluste zu vermeiden und langfristig solide Entscheidungen zu treffen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der Europäische Online-Glücksspielmarkt: Wachstum, Regulierung Und Konsolidierung 2026

Wenige Branchen wachsen in Europa derzeit so beständig wie das Online-Glücksspiel, und noch weniger tun das bei einem derart...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation im Euroraum zieht wieder an: Wird die EZB die Zinsen erhöhen?
16.08.2026

Die Inflation hat sich im Euroraum überraschend zurückgemeldet – angetrieben von teurer Energie und geopolitischen Spannungen. Damit...

DWN
Politik
Politik Toxische Weltpolitik: Wenn gefährliche Staatschefs die Kontrolle verlieren
16.08.2026

Sie dulden keinen Widerspruch, verlangen Loyalität und halten sich selbst für unfehlbar. Gelangen toxische Führungspersönlichkeiten an...

DWN
Politik
Politik Medienrat für öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Geschäftsführerin steht fest
16.08.2026

Das neue Gremium soll den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrollieren. Im April wurde die Vorsitzende gewählt. Jetzt steht fest, wer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie Fintechs Banken herausfordern – und Anleger profitieren können
16.08.2026

Millionen Kunden eröffnen Konten bei Revolut, N26 oder Trade Republic – oft zunächst nur zusätzlich zur Hausbank. Doch aus der...

DWN
Finanzen
Finanzen Künstliche Intelligenz greift nach Ihrer Rente - und zwar an zwei Fronten
16.08.2026

Erstens geht es um die Exponierung von Pensionsfonds gegenüber KI. Zweitens stellt sich die Frage, welche Kasse die meisten Menschen im...

DWN
Panorama
Panorama Schlecht vorbereitet bei Waldbränden? Experte sieht Lücken im System
16.08.2026

Ein dichtes Netz an Feuerwehren schützt Deutschland bislang vor vielen größeren Waldbränden. Doch Ausbildung, Einsatzverfahren und...

DWN
Finanzen
Finanzen Millionenbetrug an Bankkunden: Ermittler heben Netzwerk aus
16.08.2026

Eine Gruppe Krimineller soll Bankkunden um Millionen betrogen haben. Ermittler aus Deutschland und Brasilien nahmen nach Durchsuchungen...

DWN
Finanzen
Finanzen Kunstmarkt vor der Erbschaftswelle: Für Milliardenwerte fehlen plötzlich Käufer
16.08.2026

Kunst im Wert von rund 860 Milliarden Euro wechselt in den kommenden Jahren die Generation. Doch aus wertvollen Sammlungen können für...