Politik

Weltweites Verbot schädlicher Fischereisubventionen tritt in Kraft

Ein Durchbruch für den Meeresschutz: Ein neues globales Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) verbietet die schädlichsten Fischereisubventionen. Ziel ist es, überfischte Bestände zu schützen und die illegale Hochseefischerei einzudämmen.
15.09.2025 12:06
Aktualisiert: 15.09.2025 12:09
Lesezeit: 1 min
Weltweites Verbot schädlicher Fischereisubventionen tritt in Kraft
Eines geborgenes Geisternetz liegt auf einem Begleitschiff (Foto: dpa). Foto: Sina Schuldt

Unmittelbare Auswirkungen auf die Verfügbarkeit oder den Preis von Fisch hat dies nicht. Aber das Abkommen ist auch für deutsche Verbraucher und Fischer eine gute Nachricht, wie Anna Holl von der Umweltstiftung WWF sagt. "Die Meere sind weltweit verbunden, Fische kennen keine Grenzen. Wenn wir weiterhin Fisch essen wollen, müssen Bestände weltweit geschützt werden, mit globalen Abkommen, an die sich alle halten." WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala sagte: "Dieses Abkommen sichert die Existenzgrundlage für Millionen Menschen."

EU unter größten Subventionsgebern

Nach einer Studie von 2019 in der Fachzeitschrift "Marine Policy" lagen Fischereisubventionen jährlich bei gut 35 Milliarden Dollar. 22 Milliarden Dollar (heute 18,7 Mrd. Euro) waren solche, die die Fangkapazität steigern. Als größte Subventionierer wurden China, die EU, die USA, Südkorea und Japan genannt.

Nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sind 35,5 Prozent von mehr als 2.500 geprüften Fischbeständen weltweit überfischt.

WWF: weiteres Abkommen nötig

Der Vertrag ist jetzt in Kraft getreten, weil zwei Drittel der 166 WTO-Mitglieder ihn ratifiziert haben, zuletzt Brasilien, Vietnam, Kenia und Tonga sowie Oman und Mali. Auch die EU, China und die USA sind dabei, nicht aber Indien oder Indonesien, der riesige asiatische Inselstaat mit großer Fischereiindustrie. Es ist das erste WTO-Abkommen mit der ökologischen Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

Der WWF begrüßt das Abkommen. Es führt zum Beispiel Verpflichtungen für Länder ein, mehr Daten über Bestände und Subventionen offenzulegen und Rechenschaft darüber abzulegen, wie überfischte Bestände wieder aufgebaut werden, wie Holl sagt. "Das Abkommen muss nun voll und ganz umgesetzt werden. Dann brauchen wir schnellstmöglich ein weiteres Fischereiabkommen, das noch bestehende Lücken schließt und auch die Subventionen stoppt, die zu Überkapazitäten der Flotten beitragen", so Holl. Über ein weiteres Abkommen wird bereits verhandelt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Meta-Suchtprozess: US-Geschworene verurteilen Meta und YouTube
26.03.2026

Eine junge Frau erzwingt Millionenentschädigungen von Meta und YouTube. Das Urteil signalisiert, dass Suchtmechanismen auf...

DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...