Immobilien

Umfrage: Immobilien kein attraktives Sparziel mehr

Der Verband Private Bausparkassen e.V. hat bei der Sommerumfrage herausgefunden, dass immer weniger Deutsche Wohnimmobilien als Sparziel haben. Insbesondere unter jungen Menschen ist die eigene Immobilie laut Umfragen der privaten Bausparkassen kein beliebtes – beziehungsweise realistisches – Sparziel mehr. Wie die Deutschen heute auf Immobilien sparen, gibt es hier.
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27.09.2025 07:27
Lesezeit: 3 min
Umfrage: Immobilien kein attraktives Sparziel mehr
Laut Umfrage des Verbands Private Bausparkassen e.V. sparen vor allem junge Menschen nicht mehr auf Wohnimmobilien (Foto: iStock/ gopixa). Foto: gopixa

Weniger Immobilienkäufe

Der Traum vom Eigenheim schien einst eine wünschenswerte, aber recht typische Zielgerade für die Deutschen zu sein. 2025 haben sich die Träume zwangsweise verändert. Weltkrisen, politische Umbrüche und finanzielle Balanceakte wandeln die Prioritäten des Landes.

Bei der Sommerumfrage 2025 vom Verband der Privaten Bausparkassen e.V. stellt sich raus, dass inzwischen nur noch 33 Prozent der Befragten mit dem Ziel Wohneigentum sparen.

Was ist da passiert?

Seit 2022 müssen sich Immobiliensuchende auf deutlich höhere Zinsen für Baufinanzierungen gefasst machen, was im Umkehrschluss auch höhere monatliche Raten bedeutet. Insbesondere 2022 erlebten Immobilien eine Preisexplosion, die kurze Zeit später ebenso explosiv in sich zusammenfiel. Das hätte die Chance für Kaufinteressierte sein können, halbwegs bezahlbar an eine Immobilie zu kommen, wären da nicht der hohe Eigenkapitalbedarf und die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten gewesen, unter anderem verursacht durch die kritischen Energiepreise.

Der Rückgang, beziehungsweise die verfehlten Ziele im Wohnungsbau, führen dazu, dass das Angebot an Wohnimmobilien stark begrenzt ist und so die existierenden Objekte teurer werden. Alles in Allem war der Immobilienmarkt der letzten Jahre nicht freundlich zu den Interessenten.

Auch finanziell ging es den Deutschen nicht gut: Man kann die Jahre 2020 und 2021 guten Gewissens als eine Wirtschaftskrise bezeichnen. 2020 sank der Export aus Deutschland um ganze 9,3 Prozent; ein dramatischer Rückgang, der seit der Weltwirtschaftskrise 2009 nicht mehr erreicht wurde. Im Rahmen von Corona verloren viele Menschen ihre Jobs oder wurden auf Kurzarbeit gesetzt, die Inflation stieg, die finanzielle Stabilität Deutschlands und der Welt schien aus den Fugen geraten. Fünf Jahre später kämpfen die Deutschen noch immer mit den Konsequenzen.

Es ist nicht alles dunkel und grau: Das Vermögensbarometer 2024 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zeigte 2024 erstmals seit 2022 Verbesserung in der finanziellen Zufriedenheit der Deutschen.

Die DSGV stellt seit 2005 jährlich eine repräsentative Umfrage zum Weltspartag zur Verfügung. Darin soll, über tatsächliche Zahlenwerte hinaus, auch die finanzielle Zufriedenheit der Probanden gemessen werden. 38 Prozent der Befragten fühlten sich finanziell “gut” bis “sehr gut” aufgestellt. Der Trend aufwärts gibt Hoffnung, doch nach den Krisenjahren seit 2020 wird es sicher noch eine Weile brauchen, bis die Deutschen sich finanziell erholt haben. Denn: Obwohl die finanzielle Zufriedenheit steigt und die Inflation sinkt, sind die Deutschen nach wie vor beim Thema Investment vorsichtig. Statt ihr Geld in Wohneigentum zu stecken, bevorzugen Viele die Investition in alternative Maßnahmen zur Altersvorsorge, unter anderem Aktien.

Umfrageergebnisse: Verband der Privaten Bausparkassen e.V.

Das Marktforschungsinstitut Katar GmbH erhebt im Auftrag des Verbands drei Mal jährlich Zählungen unter 2.000 Personen in Deutschland ab 14 Jahren. Das Ergebnis:

Nur noch 33 Prozent der (befragten) Deutschen spart aktiv für den Traum vom Haus. An sich ist das schon eine beruhigende Statistik; es wird jedoch umso drastischer, wenn man bedenkt, dass der Wert im Vergleich zum Vorjahr (2024) um 10 Prozent gefallen ist. Die Deutschen verlieren ihr Vertrauen in das Sparen und den damit verbundenen Immobilienkauf in Rekordzeit.

Die Zahlen sind besonders bei jungen und Probanden mittleren Alters rückläufig. „Viele Menschen scheinen inzwischen zu glauben, dass Wohneigentum für sie ohnehin nicht mehr realistisch ist – und haben sich damit abgefunden“, sagt Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. Das ist kein rein finanzielles, sondern vor allem ein gesellschaftliches Alarmsignal. Wohneigentum ist in der Regel mehr als ein Statussymbol; es ist für Viele eine Absicherung, vor allem im Alter. Ein Lebensmittelpunkt. Die Deutschen scheinen den Glauben an dieses traditionelle Stabilitätssymbol zu verlieren.

Statt auf Wohneigentum zu sparen, konzentrieren sich die Deutschen laut Umfrage auf Altersvorsorge (60 Prozent), Konsum (44 Prozent) und Kapitalanlage(n) (34 Prozent). Diese Veränderung im Sparverhalten ist zweifellos den Unsicherheiten und hohen Kosten des Immobilienmarkts, sowie fehlenden Förderimpulsen geschuldet. Vor allem jüngere Sparende geben den Besitz einer Wohnimmobilie deswegen als scheinbar unerreichbaren Traum auf.

Grund sind aber auch die Immobilienwünsche der Deutschen, beziehungsweise deren Erreichbarkeit und Bezahlbarkeit.

Mehr noch als der Rest von Europa achten die Deutschen bei der Immobilie auf das Vorhandensein von Balkon, Terrasse oder Garten. 54 Prozent der Deutschen geben diese “Ausstattungsaspekte” als entscheidendes Argument an, während der sonst-europäische Spitzenwert bei 44 Prozent liegt. Der Faktor Lebensqualität ist deutschen Immobiliensuchenden besonders wichtig. Durch die Veränderungen verschiedener Faktoren – Remote Work ist dabei ein bedeutendes Sprichwort – haben sich die Wünsche der Suchenden auch an anderer Stelle angepasst. So geben nur noch rund 20 Prozent der Suchenden an, dass die Nähe zum Arbeitsplatz ein ausschlaggebender Grund sei. Die Attraktivität der Wohngegend ist mit 29 Prozent wichtiger geworden.

Es ist eine bittere Realität für viele insbesondere junge Menschen, dass der Traum vom Haus bei den rapide jährlich steigenden Lebenskosten vielleicht das bleiben muss; ein Traum.

Laut einer Forsa-Umfrage wünschen sich Zwei Drittel aller Mieter eine eigene Wohnimmobilie. Die Gründe liegen auf der Hand: Neben der Sicherheit einer eigenen Wohnimmobilie, die kontinuierlich, zum Beispiel auch als Altersvorsorge, genutzt werden kann, fühlt sich Mieten manchmal an, als würde man sein Geld metaphorisch aus dem Fenster schmeißen. Sicher gibt es auch als Mieter Vorteile, doch die rasant steigenden Mieten sind ebenso ein besorgniserregendes Zeichen wie die sinkende Sparbereitschaft für Wohnimmobilien – ironischerweise zwei Trends, die sich die Hand geben.

Sinkende Sparbereitschaft

Der Rückgang an Sparern speziell für Wohnimmobilien ist ein Zeichen für einen weitreichenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Nicht umsonst wird die junge Generation oft als “Generation Mieten” bezeichnet. Der Trend des Immobilienbesitzes scheint vor allem bei jungen Menschen stark abzunehmen; Grund dafür sind unter anderem die rapide steigenden Lebenshaltungskosten. Alleine 2022 sind private Konsumausgaben gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen. Das sind alles Faktoren, welche die Bereitschaft für gewisse Sparziele – hier der große Traum Immobilienkauf – beeinflussen.

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