Wirtschaft

Milliardenzuschuss senkt Strompreise ab 2026 um rund vier Prozent

Ab 2026 sollen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland durch einen staatlichen Milliardenzuschuss bei den Stromnetzgebühren spürbar entlastet werden. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox könnte der durchschnittliche Haushaltsstrompreis dadurch um etwa 1,52 Cent je Kilowattstunde sinken – was einer Reduzierung von rund vier Prozent entspricht.
04.10.2025 17:21
Lesezeit: 1 min
Milliardenzuschuss senkt Strompreise ab 2026 um rund vier Prozent
Staatlicher Zuschuss von 6,5 Mrd. Euro senkt Stromkosten spürbar (Foto: dpa).

Laut Energiewirtschaftsverband BDEW ist zu beachten, dass der Zuschuss wegen regionaler Unterschiede nicht gleichmäßig bei allen Stromkundinnen ankommt.

Im Durchschnitt kann ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden der Verivox-Berechnung zufolge mit einer Entlastung von rund 61 Euro rechnen. Bei einem Verbrauch von 2.800 kWh liegt die Entlastung bei knapp 43 Euro, bei 1.500 kWh sind es rund 23 Euro.

Gebühren für Übertragungsnetz sinken

Anlass der Berechnung war die Veröffentlichung der vorläufigen Netzentgelte 2026 für das sogenannte Übertragungsnetz. Nach Angaben der vier Betreiberfirmen wird die durchschnittliche Gebühr, das sogenannte Übertragungsnetzentgelt, durch den Zuschuss von derzeit 6,65 Cent pro Kilowattstunde auf 2,86 Cent pro Kilowattstunde sinken.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber sind die Unternehmen 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW. Mit den Übertragungsnetzentgelten werden neben Investitions- und Betriebskosten auch Maßnahmen zur Systemstabilität finanziert.

Die Bundesregierung plant für 2026 einen Zuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Das entsprechende Gesetz muss noch verabschiedet werden.

Das Übertragungsnetz besteht aus Höchstspannungsleitungen und ist für den Stromtransport über weite Strecken zuständig. Die Netzebenen darunter bilden das sogenannte Verteilnetz, über das die allermeisten Stromkunden ihren Strom beziehen.

Regionale Unterschiede der Gebührensenkung

Laut BDEW ist es regional sehr unterschiedlich, wie stark ein Haushalt, ein Gewerbe oder ein Industrieunternehmen von einer Absenkung der Übertragungsnetzentgelte profitiert. „Es ist zum einen abhängig davon, wie viel Strom im jeweiligen Verteilnetz aus dem Übertragungsnetz entnommen wird, zum anderen von der Kundenstruktur in dieser Region“, so der Verband.

Der Strompreis für Haushaltskunden setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Laut BDEW bilden mit rund 40 Prozent Beschaffung und Vertrieb den größten Posten. Steuern, Abgaben und Umlagen machen 32 Prozent aus. Die Gebühren für Verteil- und Übertragungsnetze haben einen Anteil von rund 28 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Payroll, Urlaub, Equal Pay: Diese 5 BAG-Urteile müssen Unternehmen kennen
21.03.2026

Ein Blick auf Urteile des Bundesarbeitsgerichts aus den Jahren 2024 und 2025 zeigt, wie stark arbeitsgerichtliche Entscheidungen inzwischen...

DWN
Technologie
Technologie Kernenergie: China und Russland bauen Atomkraft weiter aus
21.03.2026

Chinas Ausbau von Kernkraftwerken hält die globale Atomindustrie auf Rekordniveau. Doch außerhalb Chinas stagniert der Markt...

DWN
Politik
Politik S.EU im Gesetzgebungsprozess: Neue EU-Unternehmensform mit 1 Euro Mindestkapital
21.03.2026

Die EU-Kommission plant mit der S.EU eine einheitliche Unternehmensform mit 1 Euro Mindestkapital und schneller Online-Gründung. Wird sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Pentagon und Anthropic im Konflikt: KI im Militäreinsatz entfacht Debatte
21.03.2026

Der Konflikt zwischen dem KI-Unternehmen Anthropic und dem Pentagon zeigt, wie eng Technologieunternehmen inzwischen in militärische...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Bosch-Dominoeffekt: Wie Deutschland seine Industrie verliert
21.03.2026

Was bei Bosch in Waiblingen beginnt, endet in einer existenziellen Zerreißprobe für den gesamten Industriestandort. Wir erleben gerade...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Rückgang der US-Aktien verschärfte sich die vierte Woche in Folge
20.03.2026

Die US-Aktien gaben am Freitag weiter nach und die Ölpreise stiegen, da der seit fast drei Wochen andauernde Nahostkonflikt keine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise im Vergleich: Deutschland verliert Sonderrolle
20.03.2026

Lange galt Deutschland als Spitzenreiter bei steigenden Spritpreise – doch das Blatt scheint sich zu wenden. In vielen EU-Staaten ziehen...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus bleibt blockiert: 40.000 Seeleute ohne Ausweg
20.03.2026

Tausende Seeleute sitzen im Persischen Golf fest, während der Iran-Krieg zentrale Handelsrouten blockiert und die Lage auf See weiter...