Wirtschaft

USA-Shutdown: Welche Folgen drohen für Reisen und Tourismus

Ein USA-Shutdown könnte die Funktionsweise zahlreicher Behörden in den Vereinigten Staaten vorübergehend einschränken. Entscheidungen könnten sich verzögern, administrative Abläufe nur eingeschränkt laufen, und viele staatliche Programme könnten zeitweise nicht umgesetzt werden.
02.10.2025 20:00
Lesezeit: 2 min
USA-Shutdown: Welche Folgen drohen für Reisen und Tourismus
Ein USA-Shutdown könnte den Zugang zu Sehenswürdigkeiten einschränken (Foto: dpa) Foto: Mark Lennihan

USA-Shutdown sorgt für Störungen bei Reisen und Alltag in den Vereinigten Staaten

Ein drohender USA-Shutdown wird erhebliche Auswirkungen auf Geschäfts- und Urlaubsreisen in die Vereinigten Staaten haben. Reisende müssen damit rechnen, dass Flüge innerhalb der USA gestört werden, internationale An- und Abreisen verzögert sind und sich die Abläufe an den Einreisekontrollen an Flughäfen deutlich verlängern. Fluglotsen müssen zwar weiterhin arbeiten, erhalten während eines Shutdowns jedoch kein Gehalt, was zu vermehrten Krankmeldungen, Urlaubsabwesenheiten oder anderen kurzfristigen Ausfällen führen kann. Bereits beim letzten Shutdown 2019 kam es zu erheblichen Engpässen, und auch diesmal rechnen Experten mit ähnlichen Problemen, da politische Spannungen die Situation zusätzlich verschärfen könnten.

Fluggesellschaften hatten bereits vor dem Beginn des USA-Shutdowns vor möglichen Einschränkungen gewarnt. Auch Luftfahrtgewerkschaften, Hersteller, Flughäfen und andere Branchenorganisationen betonten die möglichen langfristigen Konsequenzen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA müsste während eines Shutdowns zahlreiche Aufgaben einstellen oder verschieben. Dazu zählen unter anderem die Einstellung und Schulung neuer Fluglotsen und Techniker, die Umsetzung von Sicherheitsinitiativen, Wartungsarbeiten an kritischer Infrastruktur, Prüfungen der Flugtauglichkeit von Flugzeugen sowie die Analyse von Sicherheitsmeldungen. Auch Programme zur Modernisierung des US-Luftraums würden vorübergehend ausgesetzt. Kurzfristig könnte dies den Flugverkehr erheblich beeinträchtigen, langfristig könnten Projekte zur Verbesserung der Sicherheit und Effizienz verzögert werden. Zusammenfassend bedeutet ein USA-Shutdown damit sowohl für Reisende als auch für die Luftfahrtbranche erhebliche Unsicherheiten und operative Herausforderungen.

Auswirkungen auf Zugverkehr, Museen, Galerien und Zoos

Reisende innerhalb der USA können weitgehend auf einen stabilen Zugverkehr zählen, da Amtrak, das nationale Personenverkehrsunternehmen, auch während eines Shutdowns fährt. Obwohl Amtrak staatlich finanziert wird, ist das Unternehmen als unabhängige Agentur organisiert und weniger direkt betroffen. Besonders auf dem stark frequentierten Nordost-Korridor, der die Metropolen an der Ostküste verbindet, soll der Zugbetrieb normal weiterlaufen. Auch landesweit sollen die Züge nach Fahrplan verkehren, sodass Bahnreisende deutlich weniger Einschränkungen befürchten müssen. Die Situation bei nationalen Museen, Galerien und Zoos ist jedoch unklar, da viele Einrichtungen nur über Mittel aus früheren Haushalten verfügen, um die Mitarbeiter zu bezahlen. Der Smithsonian-Verbund, der größte Museumsverbund der Welt, kündigte an, dass seine Einrichtungen mindestens bis Montag, den 6. Oktober, geöffnet bleiben. Danach ist unklar, wie lange der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Zum Smithsonian gehören 21 Museen und der nationale Zoo, die meisten in Washington, D.C., zwei weitere in New York. Sollte der Shutdown länger andauern, könnten Besucher erhebliche Einschränkungen bei der Nutzung dieser Einrichtungen erleben.

Freiheitsstatue und Nationalparks teilweise geöffnet

Ein USA-Shutdown könnte auch nationale Wahrzeichen wie die Freiheitsstatue zeitweise schließen, da sie als Nationalpark verwaltet wird. In den Nationalparks soll jedoch versucht werden, die Außenbereiche für Besucher geöffnet zu halten, während Einrichtungen, die Personal benötigen, wie Besucherzentren oder Monumente wie das Washington Monument, geschlossen werden müssen. Dort, wo der Zugang weiterhin möglich ist, wird die Grundversorgung gewährleistet, etwa durch offene Toiletten und regelmäßige Müllentsorgung. Die Nationalparks befinden sich bereits in einer angespannten Lage, sodass ein Shutdown die Situation weiter verschärfen könnte. Zusammenfassend ist zu erwarten, dass sowohl Besucherzentren als auch einzelne Monumente geschlossen sein werden, während der Zugang zu den Außenbereichen bestehen bleibt.

Welche Folgen ein USA-Shutdown für Deutschland hat

Ein USA-Shutdown hätte auch spürbare Folgen für deutsche Geschäftsreisende, Touristen und Unternehmen. Verspätungen und Ausfälle im Flugverkehr könnten Dienstreisen, Messen und Geschäftsabschlüsse behindern, während Schließungen von Museen, Zoos und Nationalparks die touristische Attraktivität reduzieren würden. Für deutsche Unternehmen, die auf den transatlantischen Austausch angewiesen sind, entstehen zusätzliche Unsicherheiten in Lieferketten und Geschäftsprozessen. Deutschland sollte die Entwicklungen aufmerksam verfolgen, da politische Blockaden in den USA auch wirtschaftliche Konsequenzen für Europa und den Reiseverkehr haben können.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Märkte in Aufruhr: Trumps Einfluss und die Risiken in Venezuela treiben XRP zu einem beispiellosen Höhenflug.

Trotz der zunehmenden Spannungen zwischen Washington und Caracas eröffneten US-Aktien leicht im Plus. Der Markt betrachtet die aktuelle...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs steigt auf Rekordhoch: Inflation, Fed-Konflikt und Verfallstag im Fokus
13.01.2026

Der DAX-Kurs bekommt Rückenwind aus den USA und hat ein neues Allzeithoch markiert. Doch zwischen Berichtssaison, Fed-Konflikt und...

DWN
Finanzen
Finanzen Geopolitik treibt die Ölpreise aktuell weiter nach oben – Brent-Öl auf dem höchsten Niveau seit Oktober
13.01.2026

Die Ölpreise stehen erneut im Fokus der Märkte, nachdem geopolitische Spannungen und politische Signale die Notierungen antreiben....

DWN
Politik
Politik US-Handelspolitik: Wie Trumps Zollpolitik die Weltwirtschaft belastet
13.01.2026

Die Weltwirtschaft tritt in eine Phase wachsender Unsicherheit ein, in der politische Eingriffe und strukturelle Verschiebungen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen zwischen Stabilität und Risiko: Ruhige Märkte trotz wachsender Unsicherheiten
13.01.2026

Die US-Börsen sind mit bemerkenswerter Ruhe ins neue Jahr gestartet, obwohl geldpolitische Weichenstellungen, geopolitische Risiken und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Munich Re-Erhebung: Klimawandel lässt Schäden durch Naturkatastrophen steigen
13.01.2026

Extreme Wetterereignisse verursachen weltweit Milliardenschäden, doch nicht jede Katastrophe trifft wie erwartet. Neue Analysen eines...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Zukunft: Der Balanceakt zwischen Wettbewerb, Sicherheit und Nachhaltigkeit
13.01.2026

Die Europäische Union steht vor industriellen Umbrüchen und geopolitischen Verschiebungen. Kann Europa Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quiet-Firing: Wann Sie ein Unternehmen verlassen sollten
13.01.2026

Kündigungen kommen selten überraschend – oft kündigen sie sich leise an. Wer die feinen Veränderungen im Verhalten von Vorgesetzten...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie im Fokus: Absatzdämpfer bei der Volkswagen-Kernmarke
13.01.2026

Sinkende Verkaufszahlen, regionale Unterschiede und ein schwacher Elektroabsatz setzen die Volkswagen-Kernmarke unter Druck. Während...