Wirtschaft

Deutsche Industrie kämpft mit Auftragsflaute – dennoch Zeichen der Erholung

Die deutschen Industrieunternehmen verzeichneten im August unerwartet rückläufige Auftragseingänge und spüren zunehmend die Folgen der US-Handelspolitik. Trotz des Dämpfers sehen Experten jedoch erste Anzeichen einer Stabilisierung – ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer für die exportabhängige Wirtschaft.
07.10.2025 12:58
Aktualisiert: 07.10.2025 13:12
Lesezeit: 1 min
Deutsche Industrie kämpft mit Auftragsflaute – dennoch Zeichen der Erholung
Das Logo des britischen Chemiekonzerns Ineos ist an einer Produktionsanlage des Unternehmens am Kölner Stadtrand zu sehen [Symbolbild] (Foto: dpa). Foto: Wolf von Dewitz

Deutung der jüngsten Entwicklungen

Die Entwicklung zeige, dass die positive Dynamik in der deutschen Industrie in den ersten Monaten des Jahres fast ausschließlich auf vorgezogene US-Geschäfte zurückzuführen gewesen sei, erklärte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank ING. Trotz der Enttäuschung sei immerhin der Anstieg der Inlandsaufträge ein Hoffnungsschimmer. Die geplanten staatlichen Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Rüstung schienen so langsam bei den Unternehmen anzukommen.

Aktuelle Zahlen entgegen der Prognosen

Insgesamt sanken die Bestellungen bei der deutschen Industrie im August im Vergleich zum Juli um 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen wäre das Auftragsminus mit 3,3 Prozent noch größer ausgefallen.

Volkswirte hatten hingegen mit einer Erholung gerechnet, nachdem die Aufträge in Summe im Juli überraschend deutlich zurückgegangen waren - auch wenn das Minus im Juli nun von 2,9 Prozent auf 2,7 Prozent revidiert wurde.

Auslandsaufträge deutlich im Minus

Die Auslandsaufträge sanken im August um 4,1 Prozent, was vor allem am Minus von 5,0 Prozent außerhalb der Eurozone lag. Die Inlandsaufträge zogen hingegen um 4,7 Prozent an.

Das deutliche Minus der Auslandsaufträge zeige die Folgen der US-Zollpolitik, so Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Dabei spielten direkte Folgen eine Rolle, aber auch indirekte, denn das erratische Vorgehen der US-Regierung belaste die Planbarkeit für Unternehmen. Dies hemme Investitionen rund um den Globus.

Besonders betroffen vom Auftragsrückgang waren laut den Statistikern die Automobilindustrie mit einem Rückgang der Neubestellungen um 6,4 Prozent, Unternehmen im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-11,5 Prozent) und die Pharmaindustrie (-13,5 Prozent).

Die Blicke richten sich nun auf Daten zur deutschen Industrieproduktion, die am Mittwoch veröffentlicht werden.

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