Finanzen

Altersrente berechnen: So hoch ist die Maximalrente in Deutschland - unerreichbar für die meisten

Im Alter gilt, je mehr Rente, desto besser. Doch selbst mit extra Schichten oder einem hohen Einkommen ist der maximale Betrag an Altersvorsorge in der gesetzlichen Rentenversicherung nur schwer zu erreichen. Erfahren Sie, wie viel Rente es maximal gibt und warum die Wenigsten eine Höchstrente im Alter erhalten.
01.11.2025 17:08
Lesezeit: 6 min
Altersrente berechnen: So hoch ist die Maximalrente in Deutschland - unerreichbar für die meisten
Viele träumen von einer Rente, bei der sie auf nichts verzichten müssen. Doch selbst mit hohem Einkommen ist der maximale Betrag an Altersvorsorge kaum zu erreichen. (Foto: iStock/credit: Iuliia Zavalishina) Foto: Iuliia Zavalishina

Maximale Rente: Wie hoch ist die Höchstrente in Deutschland?

Die maximale Rente, also die maximale Anzahl an Rentenpunkten, die man in Deutschland erwerben kann, ist nicht pauschal für ein gesamtes Arbeitsleben festgelegt, sondern wird pro Jahr durch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze begrenzt: Wer mehr verdient, zahlt auf den darüber liegenden Betrag keine Rentenversicherungsbeiträge mehr. Dementsprechend können auch nur bis zu dieser Grenze Rentenpunkte gesammelt werden. Erfahren Sie, welche Obergrenze es in Deutschland gibt.

In Deutschland folgt die Rentenanpassung der Entwicklung der Bruttolöhne: Zum 1. Juli 2025 stiegen die gesetzlichen Renten für 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in Ost und West zuletzt um 3,74 Prozent. Mit der Rentenerhöhung 2025 steigt der aktuelle Rentenwert von 39,32 Euro auf 40,79 Euro. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet die Rentenanpassung einen Anstieg um 66,15 Euro im Monat. Doch was das in Euro und Cent ausmacht, ist individuell sehr unterschiedlich. Denn: Die Spanne, was Rentnerinnen und Rentner im Monat bekommen, ist groß. Im Schnitt liegt die Altersrente derzeit bei rund 1100 Euro, wie aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Es kann aber auch deutlich weniger oder deutlich mehr sein.

Entscheidend dafür ist vor allem, wie viel man in seinem Leben verdient und dementsprechend in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Wer sein komplettes Arbeitsleben den Höchstbetrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kommt am Ende auf eine Altersrente, die in etwa dreimal so hoch ist wie der genannte Durchschnittsbetrag. Wie kommt diese Höchstrente zustande und kann man sie überhaupt erreichen?

Rentenrechner: Wie Sie Ihre Rente berechnen können

Um die theoretisch mögliche Höchstrente zu ermitteln, müssen Sie zunächst wissen, wie sich die Höhe der gesetzlichen Rente berechnen lässt. Mit einem Rentenrechner können Sie Ihren künftigen Rentenbetrag individuell berechnen. Wie hoch Ihre Altersrente ausfallen könnte, lässt sich mit folgender Rentenformel ermitteln:

Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert = monatliche Rente

Entgeltpunkte

Für Zeiten, die Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung zurücklegen, werden bei der Berechnung Ihrer Rentenhöhe Entgeltpunkte ermittelt. Dieser meist auch als Rentenpunkte bezeichnete Wert ist bei der Berechnung zentral. Er ergibt sich aus dem, was man Jahr für Jahr im Arbeitsleben verdient hat. Die Regel lautet: Wer in einem Jahr exakt so viel verdient hat, wie der Durchschnitt aller Versicherten, erhält dafür einen Rentenpunkt. Hat man für die Hälfte des durchschnittlichen Verdienstes Beiträge gezahlt, erhält man 0,5 Entgeltpunkte. Das Durchschnittsentgelt liegt aktuell bei 50.493 Euro, in früheren Jahren war es deutlich niedriger.

Sie können auch mehr (oder weniger) als einen Entgeltpunkt pro Jahr erwerben, das Ganze ist aber nach oben durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Nachfolgend die Werte für 2025: Bundeseinheitlich

Diese Grenze gibt an, bis zu welchem Einkommen Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden müssen. 2025 sind das 8050 Euro im Monat. Da sich die Bemessungsgrenze Jahr für Jahr verschiebt, ändern sich auch die in einem Jahr maximal möglichen Entgeltpunkte. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Wert immer leicht über oder unter 2.

Zugangsfaktor

Mit dem Zugangsfaktor wird berücksichtigt, ob das gesetzlich festgelegte Rentenalter bei Rentenbeginn erreicht ist. Wer mit Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente geht, hat den Zugangsfaktor 1. Wer früher in Rente geht, muss mit Abschlägen rechnen. Doch auch der umgekehrte Fall ist möglich: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, ohne seine Rente in Anspruch zu nehmen, kann Zuschläge erwerben. Nämlich: 0,5 Prozent für jeden Monat, wenn man seine Rente noch nicht bezieht. Die höhere Rente erkauft man sich dann allerdings durch eine kürzere Bezugsdauer.

Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor ist ein festgelegter Faktor für die Rentenberechnung und bestimmt das Sicherungsziel der Rentenart im Verhältnis zu einer Altersrente. Der Rentenartfaktor beträgt für persönliche Entgeltpunkte bei der Altersrente (Renten wegen Alter) beträgt 1,0 - im Unterschied zu Erwerbsminderungsrenten sowie Witwen- und Waisenrenten, die einen Faktor unter 1,0 haben.

Aktueller Rentenwert

Der Rentenwert gibt an, wie viel ein erworbener Entgeltpunkt wert ist: Das ist der Wert, den die Bundesregierung jeweils zum 1. Juli eines Jahres festlegt, damit die Renten mit der Entwicklung der Löhne und Gehälter Schritt zu halten. Aktuell stieg er um 3,74 Prozent – von 39,32 Euro auf 40,79 Euro. Damit liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent. Es zeigt, wie hoch die Altersbezüge eines Rentners, der 45 Jahre lang immer zum Durchschnittslohn gearbeitet hat, im Verhältnis zum aktuellen Durchschnittslohn ausfallen. Vereinfacht ausgedrückt: Mit dem Rentenniveau wird gezeigt, wie sich die Renten im Verhältnis zu den Löhnen entwickeln. Sinkt es, werden die Rentnerinnen und Rentner im Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung ärmer.

Wie viel Rente bekommt man und welche Höchstrente ist möglich?

Wer mit Erreichen der Regelaltersgrenze die Höchstrente kassieren will, muss in jedem Versicherungsjahr mindestens in Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze verdient haben. Da die maximal möglichen Entgeltpunkte je Jahr leicht schwanken, kommt es dann auf den konkreten Zeitraum an, den man eingezahlt hat. So ließen sich in den vergangenen 45 Jahren (1980 bis 2024) in Summe bis zu 87,56 Entgeltpunkte sammeln. Multipliziert mit dem ab 1. Juli 2025 gültigen Rentenwert von 40,79 Euro ergibt sich daraus eine Höchstrente von zirka 3572 Euro.

Die monatliche Rente könnte sogar noch ein bisschen höher ausfallen, wenn man erst später in Rente geht, als es die Regelaltersgrenze vorsieht. Zum einen erhöhen die zusätzlichen Beiträge die Rente. Zum anderen treibt man den Zugangsfaktor hoch. Wer mit zwölf Monaten Verspätung in Rente geht, erhöht seinen erworbenen Rentenanspruch um 6 Prozent (12 × 0,5 Prozent).

Maximale Rente: Erreicht die Höchstrente überhaupt ein Rentner?

Letztlich ist die Höchstrente ein rechnerischer Wert, den kaum jemand erreicht. Schließlich müsste man schon zum Berufseinstieg über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen und das jahrzehntelang bis zur Rente durchhalten. Tatsächlich sind es laut Zahlen der Deutschen Rentenversicherung nur wenige Tausend Personen, die überhaupt mehr als 3000 Euro gesetzliche Rente beziehen. Der Anteil entspricht in etwa 0,1 Prozent aller Versicherten.

Welche Rente tatsächlich „Standard“ in Deutschland ist

Realistischer rechnet man mit der sogenannten Standardrente. Das ist die Rente, die ein statistischer „Eckrentner“ erhält, der 45 Jahre lang exakt im Schnitt aller Versicherten verdient und dementsprechend 45 Entgeltpunkte erworben hat. Daraus ergibt sich eine Brutto-Standardrente von rund 1800 Euro. Da nicht jeder die 45 Jahre vollkriegt, liegt die tatsächliche durchschnittliche Rente noch darunter, bei etwa 1100 Euro. Von den Brutto-Renten gehen immer noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung ab und seit einigen Jahren auch Steuern.

Schaut man letztendlich auf die Netto-Auszahlbeträge, ist der exklusive Kreis der „3000-Euro-Rentner“ unter den mehr als 21 Millionen Rentner und Rentnerinnen noch kleiner. So erhielten laut einer Auswertung der DRV bis Ende 2023 18.428 Rentnerinnen und Rentner eine Rente von mehr als 3000 Euro ausgezahlt, darunter waren auch einige wenige Witwenrenten. Davon profitierten vor allem Männer, nur etwa 1200 Frauen schaffen den Sprung über die 3000-Euro-Marke. Entsprechende Zahlen für 2024 liegen noch nicht vor.

In der Regel sind Altersrenten viel niedriger

Kaum jemandem dürfte es gelingen, 45 Jahre lang den Höchstbeitrag einzuzahlen. Die einen schaffen zwar die 45 Jahre, weil sie vielleicht bereits mit 15 als Auszubildende angefangen haben zu arbeiten, sie liegen aber als Nichtakademiker in der Regel mit ihrem Verdienst weit unter der Beitragsbemessungsgrenze. Die anderen mögen bestenfalls bereits beim Start ins Berufsleben Topverdiener sein, sie erreichen jedoch die 45 Jahre bis zum Renteneintritt nicht, weil sie ein paar Jahre studiert haben. So sind Renten von mehr als 3500 Euro nur für Gutverdiener möglich, wenn sie mehr als 50 Jahre Beiträge eingezahlt hätte.

Tipp: Altersrente – die letzten 5 Beschäftigungsjahre können über die Rentenhöhe entscheiden

Viele Menschen glauben, dass ausschließlich die komplette Beschäftigungsdauer relevant sei und verpassen dabei einen wichtigen Zeitabschnitt: Die letzten fünf Jahre vor der Rente können mehrere Hundert Euro pro Monat ausmachen. Wer 45 Versicherungsjahre belegt, darf vorzeitig ohne Kürzungen in den Ruhestand. Aber Achtung: In den finalen 24 Monaten vor dem Renteneintritt werden Arbeitslosengeld-I-Perioden nicht angerechnet – es sei denn bei Insolvenz oder kompletter Betriebsschließung des Arbeitgebers, wie das Portal Ihre Vorsorge mahnt.

Auf jeden Fall ist eine Kontenklärung drei bis fünf Jahre vor dem Rentenbeginn empfehlenswert: Dabei werden alle rentenrechtlichen Zeiten geprüft, denn nicht alle werden automatisch erfasst. Fehlende Zeiten wie Kindererziehung, Ausbildung, Pflege von Angehörigen oder Berücksichtigungszeiten müssen von Versicherten aktiv beantragt und nachgewiesen werden. Andernfalls könnte die Rente niedriger ausfallen. Auch entscheidet die Prüfung der Bedingungen der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und eine durchdachte Strategie bei Erwerbslosigkeit über mehrere Hundert Euro monatlich. Die Rente kennt zwar keine Schlussphase-Boni – aber sie honoriert jene, die frühzeitig die richtigen Entscheidungen treffen.

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Mirell Bellmann

Mirell Bellmann schreibt als Redakteurin bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor arbeitete sie für Servus TV und den Deutschen Bundestag.

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