Finanzen

Finanzmärkte im Fokus: Nokia profitiert von Nvidia-Deal und Technologie-Giganten setzen neue Rekorde

Die Finanzmärkte zeigen aktuell eine Mischung aus leichten Rücksetzern und überraschenden Kursgewinnen. Während Anleger Zinssenkungen der US-Notenbank erwarten, sorgen neue Partnerschaften in der Technologiebranche für Aufmerksamkeit. Welche Folgen haben diese Entwicklungen für deutsche Unternehmen und Investoren?
30.10.2025 18:00
Lesezeit: 3 min

Nokia profitiert von Nvidia-Deal

Das einst für Mobiltelefone bekannte Unternehmen Nokia rückt zurück in den Fokus der Technologiebranche. Der Chip-Gigant Nvidia zeigte Interesse an Nokias Mobilfunktechnologien. Apple schloss sich Microsoft und Nvidia im Club der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 4 Billionen US-Dollar an. Unterdessen fallen die Ölpreise, während India Oil russisches Öl nicht ablehnt, aber die Sanktionen einhält.

Negative Stimmung in Asien

An den asiatischen Märkten dominierte am Dienstag eine negative Stimmung. Der japanische Nikkei-225-Index fiel um 0,58 Prozent, der Hang Seng Index in Hongkong sank um 0,33 Prozent. In Shanghai gaben die Aktien um 0,22 Prozent nach, was auf zurückhaltende Anlegerstimmung hinweist.

Europäische Märkte uneinheitlich

In Europa zeigten sich die Investoren ebenfalls vorsichtig. Der Stoxx-600-Index sank um 0,24 Prozent. In London stiegen die Aktien um 0,53 Prozent, während der französische CAC-40-Index um 0,36 Prozent nachgab. Der deutsche DAX-Index bewegte sich nahezu unverändert mit einem Minus von 0,01 Prozent.

Baltische Börsen mit leichten Gewinnen

Die baltischen Börsen legten moderat zu. Der OMX Baltic Benchmark-Index stieg um 0,13 Prozent. In Vilnius legte der Index um 0,05 Prozent zu, in Riga um 0,02 Prozent und in Tallinn stiegen die Kurse um 0,18 Prozent.

US-Märkte mit moderaten Zuwächsen

Die US-Aktienmärkte bewegten sich am Dienstag nach oben. Der S&P 500 legte um 0,17 Prozent zu, der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,54 Prozent und der Nasdaq Composite um 0,56 Prozent. Der Small-Cap-Index Russell 2000 sank leicht um 0,12 Prozent. Der VIX stieg um 1,96 Prozent auf 16,1 Punkte.

Renditen und Fed-Erwartungen

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sanken leicht auf 3,987 Prozent. Grundsätzlich bewegen sich Renditen entgegen der Anleihepreise. Am Mittwoch wird die US-Notenbank voraussichtlich den Leitzins um 25 Basispunkte senken. Laut dem FedWatch Tool sehen Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit für diesen Schritt bei 97,8 Prozent.

Zinssenkung umstritten

Nicht alle Marktakteure betrachten eine Zinssenkung als positiv. Eine Umfrage von CNBC zeigt, dass 92 Prozent eine Senkung erwarten, aber nur 66 Prozent dies für sinnvoll halten. 38 Prozent gehen von einem Fehler aus. Richard Bernstein, Leiter von Richard Bernstein Advisors, betont, dass politische Faktoren die Fed-Entscheidungen beeinflussen, während die finanziellen Bedingungen historisch locker sind und das BIP um 3,5 bis 4 Prozent wächst.

84 Prozent der Befragten erwarten eine weitere Senkung im Dezember, 54 Prozent eine im Januar. Gleichzeitig sehen Anleger die Kurse von KI-Aktien als im Durchschnitt um 20 Prozent überbewertet an. Dies führte zu einem Kaufrausch bei großen KI-Unternehmen.

Nvidia investiert in Nokia

Nvidia erwarb ein Aktienpaket von Nokia im Wert von 1 Milliarde US-Dollar. Die Partnerschaft sieht vor, dass Nokias Mobilfunktechnologien künftig mit Nvidia-Chips entwickelt werden. Außerdem wollen beide Unternehmen die nächste Generation der 6G-Mobilfunktechnologie entwickeln. Nokia plant die Ausgabe von 166 Millionen neuen Aktien. Infolge dieser Nachricht stieg der Kurs um 17,67 Prozent auf 6,42 Euro.

Technologie-Giganten erreichen neue Marktkapitalisierungen

Apple und Microsoft überschreiten die Marke von 4 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung, hinter Nvidia, das bei 4,6 Billionen US-Dollar liegt. Die Microsoft-Aktie stieg um 1,89 Prozent nach dem Abschluss des Erwerbs von 27 Prozent des OpenAI-Geschäfts. Apple profitierte von den neuen iPhone-17-Modellen, deren Verkäufe besser liefen als bei der Vorgängerversion. Die Apple-Aktie legte in drei Monaten um 25 Prozent zu, am Dienstag leicht um 0,03 Prozent auf 268,9 US-Dollar.

Währungen und Rohstoffe

Der Euro stieg am Dienstag um 0,15 Prozent auf 1,166 Euro pro US-Dollar. Die Ölpreise sanken. Ein Barrel Brent fiel um 1,89 Prozent auf 64,36 US-Dollar, WTI-Rohöl sank um 0,66 Prozent auf 62,2 US-Dollar. Indian Oil bestätigte, dass russisches Öl weiterhin bezogen wird, solange die Sanktionen eingehalten werden.

Der Goldpreis fiel um 1,04 Prozent auf 3.977,8 US-Dollar. Silber stieg um 0,88 Prozent auf 47,185 Euro. Bitcoin notierte um 18:40 Uhr litauischer Zeit bei 115.065,87 US-Dollar, 0,36 Prozent unter dem Vortageswert.

Wie die globalen Märkte Deutschland beeinflussen

Die internationalen Finanzmärkte werden stark von Technologiethemen, Künstlicher Intelligenz und geopolitischen Fragen beeinflusst. Auch deutsche Investoren und Unternehmen sind betroffen, sei es durch Beteiligungen an internationalen Tech-Konzernen oder durch die Preisentwicklung bei Rohstoffen, die Industrie und Verbraucher direkt betreffen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Top-Ökonom warnt: Wie die US-Außenpolitik Europas Wirtschaft belastet
07.02.2026

Die Europäische Union steht unter geopolitischem Druck, während wirtschaftliche Unsicherheit und geldpolitische Erwartungen neu justiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geldanlage: Diese US-Aktien sollten Sie jetzt besitzen
07.02.2026

Ein wichtiger Sektor der US-Wirtschaft sorgt derzeit für überraschend starke Ergebnisse – trotz geopolitischer Risiken und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Datenhunger der Finanzämter: Wann Unternehmen E-Mails herausgeben müssen – und wann nicht
07.02.2026

Der Bundesfinanzhof hat Unternehmen im Streit um steuerrelevante E-Mails den Rücken gestärkt. Zwar bleibt die Pflicht zur Vorlage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kove 800 X Pro: Chinesische Hersteller im europäischen Enduro-Markt
07.02.2026

Das Enduro-Segment gilt als besonders anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an Technik, Qualität und Fahrverhalten. Kann ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft LNG: Warum Europas neue Gasabhängigkeit brandgefährlich ist
07.02.2026

Europas Gaspreise steigen, während politische Spannungen mit den USA zunehmen. LNG aus Amerika gilt als Rettungsanker, entpuppt sich aber...

DWN
Finanzen
Finanzen Begrenzung für Kreditkartenzinsen: Airlines und Investoren warnen vor Trumps Plan
07.02.2026

US-Präsident Donald Trump will Kreditkartenzinsen in den USA auf 10 Prozent begrenzen. Was als Verbraucherschutz verkauft wird, könnte...

DWN
Politik
Politik Ganz nah an Russland können Kinder nach der Schule zum Drohnentraining gehen
07.02.2026

In Litauen wächst der Druck, sich auf neue Bedrohungen einzustellen, und selbst Schulen geraten dabei in den Fokus. Was bedeutet es, wenn...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Dow Jones durchbricht die Marke von 50.000 Punkten
06.02.2026

Die US-Aktienmärkte erholten sich am Freitag nach einem einwöchigen Rückgang im Technologiesektor, da die Zurückhaltung der Investoren...