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Arbeiten bis 67? Die Generation Z hat andere Pläne

Geld als Mittel zur Unabhängigkeit: Für die Generation Z steht finanzielle Freiheit auf der Prioritätenliste ganz oben. Eine neue Studie zeigt, wie sich Werte und Ziele beim Umgang mit Geld wandeln.
18.11.2025 08:42
Lesezeit: 2 min

Generation Z will finanzielle Unabhängigkeit

Wenn es um Geld geht, wollen junge Menschen in Deutschland vor allem eines: finanziell unabhängig sein. Das zeigt eine neue repräsentative Studie der Internationalen Hochschule (IU), die das finanzielle Wohlbefinden in Deutschland untersucht hat. Besonders die Generation Z (16- bis 30-Jährige) strebt demnach nach finanzieller Selbstbestimmung. Für zwei Drittel von ihnen (66,7 Prozent) ist finanzielle Unabhängigkeit das wichtigste finanzielle Ziel. Über alle Generationen hinweg sagen das durchschnittlich nur 58,9 Prozent der Befragten.

Altersvorsorge: Träume und frühes Ausscheiden

Auf Platz zwei der wichtigsten finanziellen Ziele der Menschen in Deutschland liegt laut Studie die Altersvorsorge: Rund 51 Prozent der Befragten nannten sie als Priorität. Es folgen die Erfüllung persönlicher Träume wie etwa einer Weltreise (41,8 Prozent) sowie der Wunsch, früher aus dem Berufsleben auszusteigen (31,8 Prozent).

"Generation Z verändert Verständnis von Geld grundlegend"

Die vorherrschende Mentalität, bis 67 in Vollzeit zu arbeiten, sei nicht mehr der Maßstab, sagt Studienleiter Johannes Treu, Professor für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der IU. "Insbesondere die Generation Z verändert unser Verständnis von Geld grundlegend: Für sie sind Finanzen kein notwendiges Übel, sondern ein wesentliches Instrument für ein selbstbestimmtes Leben."

Die Studie zeigt zudem, dass soziale Medien die finanziellen Entscheidungen junger Menschen stärker beeinflussen als bei älteren Generationen. Rund 21 Prozent der Befragten aus der Generation Z geben an, ihre finanziellen Entscheidungen würden durch Inhalte in sozialen Medien beeinflusst. Das sind doppelt so viele wie in der Generation X (10 Prozent) oder bei den Babyboomern (9,3 Prozent).

Gleichzeitig sagen 27,8 Prozent der Befragten aus der Generation Z, sie gäben oft unüberlegt Geld aus, obwohl sie eigentlich sparen wollten. Bei den Babyboomern liegt dieser Wert bei 13,7 Prozent.

Große Sorgen um Wirtschaft, Angst vor Altersarmut

Trotz des Wunsches nach persönlicher finanzieller Unabhängigkeit bleibt die Stimmung bei vielen angespannt: Mehr als jede zweite befragte Person (56,3 Prozent) sorgt sich um die wirtschaftliche Lage in Deutschland, knapp die Hälfte (49,7 Prozent) fürchtet Altersarmut.

"Wenn sich jede zweite Person in Deutschland um ihre wirtschaftliche Lage und die Absicherung im Alter sorgt, ist das mehr als ein Stimmungsbild - es ist ein Warnsignal", sagt Treu. "Inflation, Unsicherheit bezüglich der späteren Rente und die Angst vor sinkendem Lebensstandard zählen heute zu den größten Stressfaktoren und belasten das finanzielle Wohlbefinden massiv."

Für die Untersuchung "Finanzielles Wohlbefinden: Stimmungslage in Deutschland" wurden vom 12. bis 23. Juni 2.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ nach Alter und Geschlecht.

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