Wirtschaft

Nach Exportbeschränkungen für Nexperia-Chips: Niederlande geben Kontrolle über Chip-Firma Nexperia ab

Ende September hatte die niederländische Regierung die Kontrolle über Nexperia übernommen. China reagierte kurz darauf mit einem Exportverbot für Produkte von Nexperia, wodurch die Lieferketten in der Autoindustrie unter Druck gerieten. Nun gibt sie diese an China, als „Zeichen des guten Willens“, zurück.
19.11.2025 14:48
Lesezeit: 1 min
Nach Exportbeschränkungen für Nexperia-Chips: Niederlande geben Kontrolle über Chip-Firma Nexperia ab
Im Streit um den Chiphersteller Nexperia kommen die Niederlande China entgegen und geben die Kontrolle über das Unternehmen wieder ab. (Foto: dpa) Foto: David Hammersen

Niederlande geben Kontrolle über Chip-Firma Nexperia ab

Im Konflikt um den Chiphersteller Nexperia kommen die Niederlande China entgegen und geben die Kontrolle über das Unternehmen wieder ab. Das teilte Wirtschaftsminister Vincent Karremans in Den Haag mit. China hatte zuvor diesen Schritt der Niederlande gefordert, bevor die Lieferung der für die Autoindustrie wichtigen Halbeiter wieder voll aufgenommen werde.

Der Minister nannte die von China ergriffenen Maßnahmen zur Sicherstellung der Chipversorgung Europas positiv. „Wir betrachten dies als Zeichen des guten Willens.“

Gespräche mit Peking gehen weiter

„Angesichts der jüngsten Entwicklungen halte ich es für den richtigen Zeitpunkt, einen konstruktiven Schritt zu unternehmen“, teilte der geschäftsführende Minister in Den Haag mit. In den vergangenen Tagen seien konstruktive Gespräche mit den chinesischen Behörden geführt worden.

Der Dialog mit Peking werde fortgesetzt, teilte der Minister mit. Zurzeit befindet sich eine hochrangige Delegation des Ministeriums in Peking.

Verstimmungen in Peking

Das chinesische Unternehmen hat seinen europäischen Sitz im niederländischen Nimwegen und produziert Halbleiter, die vor allem für die Autoindustrie wichtig sind.

Der Minister hatte Ende September wegen starker Bedenken gegenüber dem chinesischen Eigentümer in die Führung des Unternehmens eingegriffen. Er rechtfertigte den Schritt damit, dass das chinesische Mutterunternehmen Wingtech Technologie und Produktion nach China schleusen wolle. Das hätte auch das Nexperia-Werk in Hamburg betroffen.

Nach diesem Eingriff hatte Peking Exportbeschränkungen für Nexperia-Chips verhängt, die auch europäische Autohersteller treffen.

China hatte dann Lockerungen beim Export-Verbot angekündigt, doch darauf gedrängt, dass die Niederlande die ergriffenen Kontrollmaßnahmen zurückschrauben. Dann aber hatte der rechtsliberale Wirtschaftsminister einen Eingriff in einem Zeitungsinterview verteidigt. Das hatte Ende der Woche zu erneuten Verstimmungen in Peking geführt.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Trotz der Preisschwankungen von XRP haben Nutzer auf XRP-Staking-Plattformen über 9.000 US-Dollar pro Tag verdient.

Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigen die Kursentwicklung und die Marktstruktur von XRP positive Veränderungen im Kryptowährungsmarkt....

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Gelbes Edelmetall erstmals über 4.700 US-Dollar – Silberpreis ebenfalls mit Allzeithoch
20.01.2026

Ein neues Goldpreis-Rekordhoch: Das gelbe Edelmetall durchbricht eine historische Marke nach der anderen, der Silberpreis zieht mit....

DWN
Technologie
Technologie Energie in unsicheren Zeiten: Was tun, wenn der Blackout in Deutschland kommt?
20.01.2026

Ein Blackout trifft moderne Gesellschaften schneller, als viele glauben. Der Ausfall in Spanien und Portugal Anfang 2025 zeigt, wie rasch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen im Januar besser als erwartet
20.01.2026

Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im Januar deutlich stärker als erwartet – ein Signal, das viele als Hoffnungsschimmer für die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exporte in die USA fallen: Autoindustrie besonders betroffen – wo es Hoffnung gibt
20.01.2026

Deutschlands USA-Exporte geraten unter Druck: Zölle, politische Drohkulissen und neue Unsicherheit im transatlantischen Geschäft treffen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Materialmangel in deutscher Industrie geht zurück – doch Entwarnung bleibt riskant
20.01.2026

Die Materiallage in der deutschen Industrie wirkt deutlich stabiler als noch vor wenigen Monaten. Vor allem die Autoindustrie meldet...

DWN
Panorama
Panorama Verdi-Warnstreik bremst Pendler aus: Wirtschaft warnt vor Folgen
20.01.2026

Der Verdi-Streik trifft Autofahrer genau zum Start in den Tag: Warnstreiks im öffentlichen Dienst sorgen für Sperrungen, Umleitungen und...

DWN
Politik
Politik Putins Bündnisse zerfallen: Iran wird zum Schlüsselrisiko
20.01.2026

Russlands Außenpolitik steckt in der Krise: Verbündete im Nahen Osten und darüber hinaus zweifeln zunehmend am Wert der Partnerschaft...

DWN
Politik
Politik G7-Gipfelidee aus Paris: Macron regt G7-Treffen mit Russland und Dänemark an
20.01.2026

Emmanuel Macron sucht den direkten Draht zu Donald Trump – und setzt dabei auf private Nachrichten. Ein vorgeschlagenes G7-Treffen in...