Finanzen

Beiersdorf-Aktie: Trüber Ausblick drückt Kurs massiv

Die Beiersdorf-Aktie verliert deutlich, weil das Wachstum ausbleibt. Analysten und Anleger reagieren auf den konservativen Ausblick nervös.
03.03.2026 10:12
Aktualisiert: 03.03.2026 10:12
Lesezeit: 3 min

Beiersdorf-Aktie: Kaum Wachstum – Kurs bricht ein

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf erwartet im laufenden Jahr bestenfalls ein geringes Wachstum. "Ich gehe nicht davon aus, dass der Markt weiter rückläufig sein wird", sagte Konzernchef Vincent Warnery der Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-AFX. "Aber ich kann derzeit auch nicht sagen, dass er schnell wieder wachsen wird."

2026 sei mit einem "flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz" und einer operativen Umsatzrendite, gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ohne Sondereffekte, "leicht unter" dem Vorjahresniveau zu rechnen, teilte der Konzern überraschend am Montagabend in Hamburg mit. Die Jahresprognose sei konservativ, so Warnery. Angesichts der heute bekannten Fakten halte er sie jedoch für realistisch.

Börse reagiert nervös: Vorbörslich minus elf Prozent

An der Börse löste der trübe Ausblick deutliche Verluste aus. Für die Beiersdorf-Aktie ging es am Dienstag im vorbörslichen Handel auf Tradegate um 8.30 Uhr im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund elf Prozent auf 93 Euro nach unten. Damit endet der jüngste Erholungsversuch, bei dem das Papier von Kursen unter 90 Euro bis auf 110 Euro gestiegen war. Die im Dax notierten Beiersdorf-Anteile zählten in den vergangenen zwölf Monaten zu den schwächsten deutschen Standardwerten.

Laut Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan lagen die Ergebnisse für 2025 im Rahmen der Erwartungen. Der Ausblick der Hamburger auf 2026 falle jedoch etwas mau aus. Für David Hayes vom Investmenthaus Jefferies signalisiert die Prognose für 2026 einen Korrekturbedarf beim Marktkonsens von etwa fünf Prozent. Der Branchenexperte rechnet zudem mit Diskussionen über das Wachstum der Kernmarke Nivea.

Zahlen im Detail: Umsatz stagniert, Marge stabil

Im vergangenen Jahr erreichte der Konzernumsatz rund 9,9 Milliarden Euro und lag damit auf Vorjahresniveau. Organisch, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, wuchs der Umsatz um 2,4 Prozent. Die operative Umsatzrendite lag mit 14,0 Prozent leicht über dem Vorjahreswert von 13,9 Prozent. Der Umsatz blieb etwas unter den Erwartungen der Analysten, während die Rendite diese in etwa erfüllte.

"2025 war ein anspruchsvolles Jahr für die Hautpflegebranche, geprägt von langsamerem Wachstum und anhaltender Marktvolatilität", sagte Konzernchef Warnery laut Mitteilung. Das verlangsamte Wachstum des Hautpflegemarkts und das volatile konjunkturelle Umfeld belasteten die kurzfristigen Wachstumsaussichten des Bereichs Consumer, hieß es weiter.

Segment Consumer: Schwaches erstes Quartal erwartet

In diesem Segment erwartet Beiersdorf 2026 einen flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz sowie eine operative Umsatzrendite leicht unter dem Vorjahresniveau. Für das erste Quartal rechnet der Konzern mit einem Ergebnis unterhalb der Gesamtjahresspanne. Belastend wirken Störungen im US-Einzelhandel sowie im chinesischen Reiseeinzelhandel, so Beiersdorf. Zugleich treibt das Unternehmen die strategische Neujustierung bei Nivea voran. "Mit den Ergebnissen von Nivea sind wir weniger zufrieden", so Konzernchef Warnery. "Wir erwarten mehr". Nivea sei eine große Marke und damit stärker den Marktdynamiken ausgesetzt.

Die Konsumentensparte mit Marken wie Nivea, Eucerin, Aquaphor und La Prairie steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr aus eigener Kraft um zweieinhalb Prozent. Vor allem die Hautpflege-Marken Eucerin und Aquaphor sowie Gesundheitsprodukte legten deutlich zu. Der Nivea-Umsatz wuchs organisch nur leicht. Die Luxusmarke La Prairie verzeichnete organisch einen Rückgang, erzielte im Schlussquartal jedoch wieder Wachstum.

Tesa und Kapitalpolitik: Rückkaufprogramm über 750 Millionen Euro

Im Bereich Tesa kalkuliert das Management 2026 ebenfalls mit einem flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz und einer operativen Umsatzrendite leicht unter dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr habe das Geschäft in einem anspruchsvollen globalen Umfeld agiert, geprägt von Zoll- und Währungsdruck sowie anhaltendem Gegenwind für die Automobilindustrie, insbesondere in Europa und Nordamerika.

Das Hamburger Traditionsunternehmen kündigte zudem ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an. In den kommenden zwei Jahren will Beiersdorf eigene Aktien für bis zu 750 Millionen Euro zurückkaufen. Die Dividende soll bei einem Euro je Aktie stabil bleiben. Von der direkten Gewinnbeteiligung profitiert vor allem die Familie Herz, die über die Maxingvest-Holding etwas mehr als die Hälfte der Anteile hält.

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