Finanzen

Goldpreis aktuell weiter auf hohem Niveau: Kurs steigt deutlich über 4.100 Dollar – Blick geht zur Fed

Der Goldpreis zieht weiter an und überschreitet wieder wichtige Marken. Doch hinter dem jüngsten Sprung stehen mehr als nur kurzfristige Spekulationen. Goldinvestoren blicken nun gespannt auf die Signale der US-Notenbank Federal Reserve. Wie reagiert sie im Dezember auf die neuen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten?
25.11.2025 08:28
Lesezeit: 2 min
Goldpreis aktuell weiter auf hohem Niveau: Kurs steigt deutlich über 4.100 Dollar – Blick geht zur Fed
Der Goldpreis bewegt sich weiter auf sehr hohem Niveau (Foto: pixabay.com).

Goldpreis aktuell fester: Kurs tendiert deutlich über der Marke von 4.100 Dollar

Der Goldpreis hat am Dienstagmorgen seine Gewinne von Montag ausgebaut. Eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete im frühen Handel zeitweise annähernd 4.156 US-Dollar und war damit so teuer wie seit Mitte November nicht mehr. Damit setzt das gelbe Edelmetall seine Erholung nach dem Zwischentief Ende Oktober fort. Auf dieses Niveau war der Goldpreis zurückgefallen, nachdem er am 20. Oktober das Rekordhoch von 4.381,52 Dollar erreicht hatte.

Der jüngste Goldpreis-Anstieg begann schon am Montagabend. Nach den Aussagen des US-Notenbank-Vertreters Christopher Waller verteuerte sich Gold deutlich und kletterte über 4.100 Dollar. Waller sagte Fox Business Network, dass er wegen der Unsicherheiten mit Blick auf den US-Arbeitsmarkt zu einer Zinssenkung im Dezember rät. Da Gold selbst keine Zinsen abwirft, profitiert Gold meist davon, wenn die Zinsen sinken. Der Goldkurs reagiert daher besonders sensibel auf Hinweise zu einer lockereren Geldpolitik.

2026 sollte die Notenbank wegen der dann anstehenden Flut an neuen Daten eher von Sitzung zu Sitzung entscheiden. In den Vereinigten Staaten wurde zuletzt wegen des teilweisen Stillstands der Regierungsgeschäfte die Veröffentlichung von zahlreichen Wirtschaftsdaten verschoben. Für die Goldpreis-Entwicklung heißt das: Auch die Datengrundlage für die Fed bleibt unvollständig, was die Erwartungsbildung am Markt zusätzlich erschwert.

Der Goldpreis, die US-Notenbank und der Dezember

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im Dezember noch einmal die Leitzinsen senken wird? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Jedwede Veränderung in den Erwartungen schlägt auf den Goldpreis durch. Die Dezember-Sitzungen der US-Notenbank haben es in sich, weil am 10. Dezember nicht nur die Leitzinsentscheidung ansteht. Die Fed veröffentlicht dann auch Projektionen zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen. Diese Projektionen bergen ein gewisses Überraschungspotenzial für Gold, Silber und Co. und sind nicht selten das eigentliche Ereignis. Einmal mehr wird die zentrale Frage lauten: Gibt es Veränderungen im Vergleich zur Veröffentlichung im September? Der anstehende Notenbanktermin lässt sich folglich nicht nur auf die Leitzinsentscheidung reduzieren.

Ein Blick zurück verdeutlicht die Bedeutung solcher Projektionen: Im Dezember 2024 senkte die Fed zwar noch einmal die Leitzinsen um 25 Basispunkte, doch die Zins-Projektionen sorgten damals für schlechte Stimmung. Unterm Strich ließ sich der Goldpreis davon aber nur temporär beeindrucken.

Goldpreis robuster als es scheint: US-Dollar, Anleiherenditen und Gold-ETF-Investoren

Die Nervosität vor dem Termin ist dennoch immens. Der Markt sieht zwar ein begrenztes Aufwärtspotenzial und nimmt Gewinne schnell mit, doch insgesamt präsentiert sich der Preis des Edelmetalls weitaus robuster, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Das bullische Szenario ist bei Goldpreisen jenseits der 4.000 US-Dollar überaus vital. Im Übrigen gilt Gleiches für den Silberpreis, der laut Markteinschätzung ebenfalls noch nicht aus dem positiven Szenario gefallen ist.

Zusätzliche Impulse kommen vom Devisen- und Anleihemarkt. Der wichtige US-Dollar-Index bewegte sich in den letzten Wochen und Monaten innerhalb einer Range von 96,5 Punkten bis 100 Punkten seitwärts. Aktuell bricht der Index über die Oberseite der Range aus und könnte eine Erholung des Greenbacks einleiten. Wie nachhaltig dieser Ausbruch ist, müssen die nächsten Tage zeigen. Zugleich konnten sich die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen bislang noch nicht entscheidend von den 4 Prozent lösen.

Gold als beliebte Anlageklasse

Trotz des Rücksetzers nach dem Goldpreis-Rekordhoch zählt das wichtigste Edelmetall zu einer der beliebtesten Anlageklassen in diesem Jahr. Seit Ende 2024 verteuerte sich der Goldpreis um fast 60 Prozent. Viele Anleger schätzen den Rohstoff in Zeiten hoher wirtschaftlicher Unsicherheit als sicheren Hafen. Entsprechend richtet sich der Blick auf den Goldpreis aktuell besonders stark auf die Fed und ihre Signale, denn Zinsaussichten und Projektionen bestimmen, ob die jüngste Erholung trägt oder ob neue Rücksetzer folgen. So bleibt Gold gefragt.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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