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Porsche-Aktie: 1.900 Stellen fallen weg

Porsche verschärft seinen Sparkurs und fordert deutliche Zugeständnisse der Beschäftigten. 1.900 Stellen sollen bis 2029 wegfallen, Einmalzahlungen und Altersvorsorge stehen auf dem Prüfstand. Der Betriebsrat pocht auf eine Beschäftigungssicherung bis 2035. Für die Zukunft von Zuffenhausen und Weissach entscheidet sich damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens – und die Frage, wie sozialverträglich der Umbau gelingt.
04.12.2025 10:49
Aktualisiert: 04.12.2025 10:49
Lesezeit: 3 min
Porsche-Aktie: 1.900 Stellen fallen weg
Porsche schlingert auf Sparkurs, der Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung bis 2035 in Zuffenhausen. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Porsche-Aktie: Management verschärft Sparkurs

Porsche will seinen Sparkurs weiter verschärfen und fordert dafür umfassende Zugeständnisse der Beschäftigten. Die Volkswagen -Tochter strebt in Gesprächen über ein neues Zukunftspaket zusätzliche Einsparungen an, vor allem im Stammwerk in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach, wie die "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" berichten. Unter anderem wird die Auslagerung ganzer Betriebsteile und Fahrzeugbereiche diskutiert.

Geplante Kürzungen im Detail

Geplant sind demnach die Streichung von Einmalzahlungen und Jubiläumsleistungen. Auch bei der Altersvorsorge sollen Leistungen gekürzt werden. Konkret werden ein "Personalabbau im Angestelltenbereich" oder eine "externe Verlagerung von Dienstleistungsumfängen" genannt, zudem eine "Reduzierung der Azubi-Zahlen und bedingte Übernahmegarantie". Außerdem sollen "Anpassungen" beim Homeoffice und der Arbeitszeit sowie eine "Erhöhung der Flexibilität" umgesetzt werden, wie die Zeitungen unter Berufung auf eine ihnen vorliegende Auflistung weiter berichteten.

Ein Unternehmenssprecher erklärte, die Automobilindustrie stehe vor immensen Herausforderungen, und die Wettbewerbsfähigkeit entscheide über die Zukunft von Porsche. "Dafür müssen wir in allen Bereichen anpacken. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen sind erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich." Darüber spreche man mit der Arbeitnehmerseite im Rahmen eines zweiten Zukunftspakets – "weiterhin vertraulich".

Betriebsrat fordert Verlängerung der Beschäftigungssicherung

Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass es mit der Arbeitnehmervertretung über die Senkung von Personalkosten sprechen wolle. Zur Höhe des angestrebten Einsparvolumens machten weder das Unternehmen noch der Gesamtbetriebsrat Angaben.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan sagte den "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" auf Anfrage: "Gesamtbetriebsrat und IG Metall sind in Gesprächen mit dem Vorstand über ein Zukunftspaket, um Porsche und Belegschaft gut für die Zukunft aufzustellen." Aktuell befinde man sich in der Informationsphase, erst danach werde man in Verhandlungen eintreten.

In der kommenden Woche finden bereits lang angesetzte Betriebsversammlungen in Zuffenhausen und Weissach statt. Der Standpunkt des Betriebsrats sei klar: "Wir brauchen eine Beschäftigungssicherung mindestens bis 2035 und erwarten ein klares Bekenntnis des Vorstands zu unseren deutschen Porsche-Standorten."

Die aktuelle Beschäftigungssicherung gilt nach früheren Angaben bis Mitte 2030 für ungefähr 23.000 Mitarbeiter im Stammwerk Zuffenhausen, im Entwicklungszentrum in Weissach sowie an mehreren kleineren Standorten. Läuft die Maßnahme aus, könnten betriebsbedingte Kündigungen folgen.

1.900 Stellen sollen bis 2029 wegfallen

Erst im Februar wurde ein erstes Sparpaket verkündet, wonach 1.900 Jobs bis 2029 gestrichen werden – sozialverträglich aufgrund der Beschäftigungssicherung. Im Juli kündigte der scheidende Vorstandschef Oliver Blume intern eine weitere Sparrunde an.

Angesichts der milliardenschweren Belastungen durch den Strategiewechsel, wieder verstärkt Verbrenner zu bauen, rechnet die Porsche-Führung in diesem Jahr mit deutlich weniger Gewinn. Die Kosten für den Unternehmensumbau summieren sich auf 3,1 Milliarden Euro, wie Porsche Mitte September mitteilte.

VW-Aktie legt zu

Die Volkswagen (VW) vz-Aktie konnte am Donnerstag um 09:06 Uhr im XETRA-Handel zulegen und verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 104,20 Euro. Den Tageshöchststand erreichte das Papier bei 104,30 Euro, während es zur Börseneröffnung noch bei 103,00 Euro notierte. Der Umsatz im XETRA-Handel belief sich laut finanzen.net zuletzt auf 98.881 Aktien.

Am 11. März 2025 markierte die Aktie ihr aktuelles 52-Wochen-Hoch bei 114,20 Euro, rund 9,6 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das 52-Wochen-Tief lag am 4. Dezember 2024 bei 80,30 Euro – ein Abschlag von etwa 22,9 Prozent wäre nötig, um dieses Niveau erneut zu unterbieten.

Für das laufende Jahr prognostizieren Analysten eine Dividende von 4,36 Euro je Aktie, nach 6,36 Euro im Vorjahr. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 115,80 Euro.

Volkswagen veröffentlichte am 30. Oktober 2025 die Zahlen für das am 30. September 2025 endende Jahresviertel. Dabei wies das Unternehmen ein EPS von -0,96 Euro aus, nach 2,42 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg auf 80,31 Mrd. Euro, nach 78,48 Mrd. Euro ein Jahr zuvor.

Die Q4-2025-Zahlen werden voraussichtlich am 10. März 2026 veröffentlicht, die Ergebnisse für Q4 2026 erwarten Experten am 16. März 2027. Für 2025 rechnen Analysten mit einem Gewinn von 10,36 Euro je Aktie.

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