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Trade Republic Probleme: Kundenfrust wächst trotz neuer Produkte

Trade Republic wirbt mit Innovationen, doch viele Kunden erleben etwas anderes. Die Beschwerden zu Ausfällen, Support und Handelbarkeit steigen deutlich, und selbst die BaFin schaut inzwischen genauer hin. Was das für einen Neobroker bedeutet, der rasant wächst – und warum die Probleme nun zur Nagelprobe für das Geschäftsmodell werden.
04.12.2025 14:19
Aktualisiert: 04.12.2025 14:19
Lesezeit: 2 min

Trade Republic Probleme: Neobroker kämpft gegen Kundenfrust und BaFin-Beobachtung

Der Neobroker Trade Republic sieht sich seit Monaten mit einer deutlichen Zunahme von Kundenbeschwerden konfrontiert, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Die Probleme reichen von technischen Ausfällen über Verzögerungen bei Dividenden bis hin zu Ärger über den Kundenservice. Der Gegensatz könnte kaum größer sein: Während CEO Christian Hecker in bester Steve-Jobs-Manier neue Produkte präsentiert, häufen sich unter den Werbevideos kritische Kommentare. Der Tenor: Statt Innovationen zu bewerben, solle der Neobroker seinen Service verbessern.

Beschwerden über Trade Republic nehmen zu

Nutzer werfen dem Unternehmen immer wieder vor, der Support sei schwer erreichbar oder wenig hilfreich. Besonders laut wurde die Kritik im April, als Störungen in der App auftraten. Damals hatten Donald Trumps Zollankündigungen die Börsen weltweit erschüttert. Auch die Finanzaufsicht BaFin beschäftigte sich anschließend mit den Ausfällen einiger Neobanken und -broker.

Trade Republic, einst als günstiger und innovativer Anbieter gefeiert, kämpft inzwischen verstärkt mit negativen Rückmeldungen. Die Kundschaft beklagt nicht nur gestörte Handelsmöglichkeiten, sondern auch einen Support, der seit der Schließung des internen Serviceteams überwiegend von externen Dienstleistern und Chatbots übernommen wird.

Auch die Verbraucherzentralen registrieren mehr Beschwerden. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen verzeichnet eine fast 120-prozentige Steigerung der Beschwerden im Jahresvergleich, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Laut VZBV stieg die Zahl bis Ende Oktober auf 350 – ein Plus von 75 Prozent zum Vorjahr. Über keinen anderen Neobroker oder keine andere Digitalbank gibt es ähnlich viele kritische Stimmen.

Das Hauptproblem: Kunden können bei Fragen nur den Chatbot in der App nutzen. Dabei beantwortet eine KI einfache Fälle, während Support-Mitarbeiter komplexere Anliegen übernehmen. Eine Telefon-Hotline oder direkter Kontakt zu Mitarbeitern existiert nicht. Ein Nutzer im Onlineforum Reddit schreibt beispielsweise: "Bei mir verlangt TR jetzt zum vierten Mal hintereinander Nachweise zu meinem angeblich "unregelmäßigen Einkommen" weil ich Anfang des Jahres einmalig einen vergleichsweise hohen Betrag eingezahlt habe. Meine gesamten Einkommensteuerbescheide von 2020-2023, Kontoauszüge, BWAs (bin selbstständig) und sonstiges reichen dem Saftladen scheinbar nicht. Die KI ist nach jedem Upload wieder unzufrieden und will etwas anderes (bzw. fragt mittlerweile nach den gleichen Dingen nachdem sie schon mal gefragt hat). E-Mail Support verweist auf den App Support. Der App Support antwortet seit 3 Wochen nicht. Als reine Tradingplattform gut. Supporttechnisch der größte Müllhaufen den ich bisher nutzen durfte."

Herausforderungen und regulatorische Beobachtung bei Trade Republic

Eine weitere Komplikation ist die zeitweise Nicht-Handelbarkeit von Wertpapieren, die laut Bericht Tausende Kunden betrifft. Zudem sorgt die Anlagestrategie für Kritik, weil Kundengelder in Geldmarktfonds fließen, die im Krisenfall nicht durch die Einlagensicherung geschützt sind.

Die Finanzaufsicht BaFin registriert laut WiWo ebenfalls mehr Beschwerden und deutet an, dass die Probleme für den Neobroker ernste Folgen haben könnten. Wie das Magazin berichtet, reagiert Trade Republic nun auf die Kundenkritik und plant, eine Möglichkeit für persönlichen Kontakt einzurichten. Ob es eine Telefon-Hotline mit echten Mitarbeitern oder erneut KI-gestützte Lösungen sein werden, bleibt offen. Details will das Unternehmen Anfang nächsten Jahres nennen. Man nehme die Kritik ernst und wisse, "dass Automatisierung bei einem breiteren Produktangebot allein nicht ausreicht", zitiert die "Wirtschaftswoche" eine Sprecherin des Fintechs.

Der Neobroker hat sein Angebot in diesem Jahr stark erweitert und unter anderem Kinderdepots, Private-Equity-Investments und eine verbesserte Krypto-Wallet eingeführt. Mit den neuen Produkten stieg die Kundenzahl auf über zehn Millionen; bis Jahresende könnten es sogar zwölf Millionen werden.

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