Wirtschaft

Ifo-Beschäftigungsbarometer sinkt weiter: Alarmzeichen zum Jahresende für den deutschen Arbeitsmarkt

Trotz Konjunkturpaket kippt die Stimmung am Arbeitsmarkt: Das Beschäftigungsbarometer fällt weiter und signalisiert wachsende Unsicherheit in vielen Branchen. Warum ausgerechnet die Industrie besonders unter Druck steht und welche Sektoren dennoch Chancen sehen.
19.12.2025 09:45
Aktualisiert: 19.12.2025 09:45
Lesezeit: 1 min
Ifo-Beschäftigungsbarometer sinkt weiter: Alarmzeichen zum Jahresende für den deutschen Arbeitsmarkt
Bundesagentur für Arbeit: Ifo-Beschäftigungsbarometer sinkt weiter (Foto: dpa). Foto: Bernd Weißbrod

Aussichten für den Arbeitsmarkt trüben sich ein

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich trotz des Konjunkturpakets der Bundesregierung zum Jahresende erneut verschlechtert. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts sank im Dezember auf 91,9 Punkte, nachdem es im November bei 92,5 Punkten gelegen hatte. Damit liegt das Beschäftigungsbarometer auf dem niedrigsten Stand seit der ersten Phase der Corona-Pandemie im Mai 2020.

Eine Hauptursache ist die seit Jahren anhaltende Schwäche des Verarbeitenden Gewerbes. "Im Jahr 2025 erlebten wir vor allem in der Industrie einen schleichenden Stellenabbau", sagte Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer verdeutlicht die angespannte Situation in der Industrie.

Ifo-Beschäftigungsbarometer: Pessimismus dominiert

Die deutsche Wirtschaft dürfte im nächsten Jahr dank des 500 Milliarden Euro schweren Schuldenpakets der Bundesregierung wieder etwas wachsen. Doch der monatlichen Umfrage der Münchner Ökonomen zufolge planen nahezu alle Industriezweige, den Stellenabbau in den kommenden Monaten fortzusetzen – ein Trend, der sich im Beschäftigungsbarometer zeigt.

Auch Dienstleister und Händler sind laut Ifo zurückhaltend und rechnen mit weniger Mitarbeitern. Die Baubranche ist weniger pessimistisch und will ihr Personal stabil halten. Positiv in die nächsten Monate blicken laut Ifo lediglich die Tourismusbranche und Unternehmensberatungen, die im nächsten Jahr mehr Mitarbeiter einstellen wollen.

Deutschland im Vergleich der Industriestaaten besonders schwach

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet nach einer im Oktober aktualisierten Prognose in den westlichen Industriestaaten und Japan ein mäßiges durchschnittliches Wachstum von 1,5 Prozent. Die deutsche Wirtschaft hingegen stagniert in diesem Jahr ein weiteres Mal; das Ifo-Institut erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,1 Prozent. 2026 könnte die deutsche Wirtschaftsleistung dann um 0,8 Prozent zulegen, deutlich weniger als noch beim Regierungswechsel im Frühjahr erhofft.

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