Finanzen

US-Börsen: Angst vor Handelskrieg löst Verkaufswelle an der Wall Street aus title

Die US-Aktienmärkte gaben am Dienstag nach, da die Drohungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland die Handelsspannungen zwischen den USA und der Europäischen Union verschärften.
21.01.2026 00:02
Lesezeit: 2 min
US-Börsen: Angst vor Handelskrieg löst Verkaufswelle an der Wall Street aus title
Die Entwicklung der US-Börsen beeinflusst Investoren und Märkte weltweit. (Foto: ymgerman/iStock) Foto: ymgerman/iStock

Der Dow Jones Industrial Average fiel um 1,76 Prozent bzw. mehr als 800 Punkte. Der S&P 500 gab um 2,06 Prozent nach, und der Nasdaq Composite verlor 2,39 Prozent.

Der Technologiesektor stand unter starkem Verkaufsdruck. Die Apple-Aktie verlor 3,45 Prozent, nachdem Citi-Analyst Atif Malik das Kursziel für das Unternehmen von 330 auf 315 Dollar gesenkt und dabei auf den rapiden Preisanstieg bei Speicherchips für Unterhaltungselektronik verwiesen hatte.

Die Aktien der Chiphersteller Nvidia und Broadcom fielen um 4,38 Prozent bzw. 5,43 Prozent. Tesla verlor 4,17 Prozent, Amazon 3,4 Prozent und Meta 2,6 Prozent. Die Aktie des Software- und Cloud-Anbieters Oracle rutschte um 5,85 Prozent ab. Auch die Anteile der von Nvidia unterstützten Cloud-Unternehmen Nebius und CoreWeave gaben um 8,68 Prozent bzw. 5,94 Prozent nach.

Am Anleihemarkt setzte sich der Ausverkauf fort, während sich die Anleger den Edelmetallen zuwandten. Der Preis für Silber-Futures stieg erstmals auf über 94 Dollar pro Feinunze, und der Goldpreis überschritt die Marke von 4.750 Dollar, was ein neues Allzeithoch bedeutete. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit August. Der Dollar gab gegenüber dem Yen, dem Euro und dem Schweizer Franken nach.

An den internationalen Märkten kletterten auch die Renditen langfristiger japanischer Staatsanleihen auf Rekordniveaus. Grund dafür ist die Sorge, dass die bevorstehenden Wahlen Steuersenkungen nach sich ziehen könnten, die die ohnehin angespaannte Haushaltslage des Landes weiter verschlechtern würden.

Die Marktstimmung wurde durch die Gefahr eines umfassenden Handelskrieges zwischen den USA und der Europäischen Union getrübt. Am Wochenende kündigte Trump an, dass acht NATO-Staaten mit zusätzlichen Einfuhrzöllen in Höhe von 10 Prozent rechnen müssten, falls die USA keine Einigung über den Kauf des zu Dänemark gehörenden Grönlands erzielen sollten. Am Montag bekräftigte der Präsident seinen Standpunkt, während die EU die Einführung von Zöllen im Wert von bis zu 108 Milliarden Dollar sowie die mögliche Anwendung des Instruments gegen Zwangsmaßnahmen (Anti-Coercion Instrument) erörterte.

Auf einer Pressekonferenz am Dienstag wurde Trump gefragt, wie weit er bereit sei zu gehen, um das Territorium zu erwerben. „Das werden Sie erfahren“, antwortete das Staatsoberhaupt knapp.

Die Blicke der Investoren richten sich nun nach Davos. Auf dem dort stattfindenden Weltwirtschaftsforum soll Trump mit Vertretern anderer Staaten zusammentreffen und unter anderem die Grönland-Frage erörtern.

Bergbauunternehmen geht als größter Gewinner hervor

Die Aktie von Hycroft Mining schoss um 23,51 Prozent nach oben, da der Anstieg des Silberpreises auf ein neues Rekordhoch die Erwartungen auf eine verbesserte Rentabilität des Bergbauunternehmens schürte. Die Rallye wurde zudem durch eine frühere Meldung gestützt, wonach Hycroft Mining in seinem Abbaugebiet in Nevada Vorkommen mit besonders hohem Silbergehalt identifiziert habe. Zudem hätten Probebohrungen laut Unternehmensangaben eine weitreichende Ausdehnung der dortigen Bodenschätze bestätigt.

Die Papiere des Biotechnologieunternehmens ImmunityBio verteuerten sich um 17,39 Prozent, nachdem das Unternehmen über ein ermutigendes Feedback der US-Arzneimittelbehörde FDA bezüglich der geplanten Indikationserweiterung für das Blasenkrebsmedikament Anktiva berichtet hatte.

Die Aktie des Goldminenbetreibers Iamgold legte um 15,49 Prozent zu, nachdem CIBC Capital Markets das Kursziel für das Papier von 19 auf 20 Dollar angehoben hatte. Unterstützung erhielt die Aktie zudem durch den auf ein Rekordhoch gestiegenen Goldpreis.

Ebenfalls deutliche Gewinne verzeichneten die Aktien des Biotech-Unternehmens Qiagen (+16,57 Prozent) sowie des Halbleiterherstellers United Microelectronics (+15,91 Prozent).

Rüstungsunternehmen mit den größten Verlusten

Die Aktie des Rüstungsherstellers AeroVironment brach um 15,77 Prozent ein, nachdem die US-Regierung einen Stopp der vertraglich vereinbarten Arbeiten angeordnet hatte. Die Entscheidung betrifft die Lieferung von elektronisch gesteuerten BADGER-Antennensystemen für das Programm „Satellite Communication Augmentation Resource“ zur Erweiterung der Satellitenkommunikation.

Die Titel von Murphy Oil sackten um 10,38 Prozent ab, nachdem der Energiekonzern Ergebnisse von Bohrungen im Block CI-502 vor der Elfenbeinküste veröffentlicht hatte. Zwar wurden in der Bohrung Civette-1X in mehreren Schichten Kohlenwasserstoffe nachgewiesen, die Vorkommen erwiesen sich jedoch als nicht wirtschaftlich förderbar.

Die Roblox-Aktie gab um 9,67 Prozent nach, nachdem Wells Fargo das Kursziel für den Videospieleentwickler von 141 auf 107 Dollar gesenkt, die Kaufempfehlung jedoch beibehalten hatte. Gemäß der neuen Einschätzung erwartet die Bank für 2026 nun ein Wachstum des Buchungsvolumens von 21 Prozent statt zuvor 31 Prozent.

Ebenfalls deutlich unter Druck gerieten die Aktien des Life-Science-Unternehmens Regencell Bioscience (–11,34 Prozent) sowie des Internet- und Rechenzentrumsbetreibers VNET (–10,18 Prozent).

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