Finanzen

Goldpreis-Rekordhoch: Nach Allzeithoch nimmt Gold 5.000 Dollar in den Blick – Silberpreis kratzt an 100 Dollar

Nach dem Goldpreis-Rekordhoch im frühen Donnerstagshandel oberhalb der Marke von 4.900 Dollar geht die Aufwärtsrallye des gelben Edelmetalls am Freitag weiter. Die Folge ist ein neues Goldpreis-Allzeithoch immer näher an der historischen 5.000-Dollar-Marke – und auch der Silberpreis jagt den nächsten Meilenstein. Doch hinter der Edelmetall-Rekordjagd stecken mehr als nur Krisenangst und Zinsspekulationen. Hält der Höhenflug an?
23.01.2026 16:30
Lesezeit: 3 min
Goldpreis-Rekordhoch: Nach Allzeithoch nimmt Gold 5.000 Dollar in den Blick – Silberpreis kratzt an 100 Dollar
Goldpreis-Allzeithoch nach 4.900-Dollar-Sprung (Foto: iStockphoto.com/kanruthai khamthet). Foto: kanruthai khamthet

Goldpreis-Rekordhoch nahe 5.000 Dollar – Silberpreis vor der 100-Dollar-Marke

Der Goldmarkt bleibt im Rallye-Modus: Nach dem jüngsten Goldpreis-Rekordhoch oberhalb von 4.900 Dollar setzt sich die Aufwärtsbewegung am Freitag fort. Im frühen Handel markierte das Edelmetall erneut ein Goldpreis-Rekordhoch und nähert sich damit mit großen Schritten der psychologisch wichtigen 5.000-Dollar-Marke. Parallel dazu zieht auch der Silberpreis weiter an. Der kleine Bruder von Gold steht kurz davor, dreistellig zu werden.

Für Anleger stellt sich damit erneut die zentrale Frage: Was treibt den Goldkurs an – und wie nachhaltig ist das Goldpreis-Allzeithoch?

Goldpreis aktuell: Marke von 4.900 Dollar deutlich überwunden

Am Freitagmorgen kletterte der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) um bis zu 0,6 Prozent auf 4.967,07 US-Dollar – Rekord. Damit ist die nächste historische Marke für den Goldpreis nur noch einen Wimpernschlag entfernt: die Marke von 5.000 Dollar. Doch derzeit scheint die Hürde noch zu groß zu sein. Im frühen Freitagshandel ging es für den Goldkurs nach dem Allzeithoch abwärts, derzeit zeigt sich der Goldpreis aktuell wieder fester und tendiert um die Marke von 4.955 Dollar – ein Plus von etwa 0,5 Prozent (Stand um 16:45 Uhr).

Silber wiederum lag nur noch wenige Cent unter der 100-Dollar-Marke. Eine Feinunze kostete am Morgen bis zu 99,38 Dollar, was einem Plus von bis zu 3,3 Prozent entspricht. Für den Markt sind diese Bewegungen ein deutliches Signal: Edelmetalle gehören weiterhin zu den gefragtesten Anlageklassen – und das Tempo der Rekordjagd nimmt eher zu als ab.

Die Rekordfahrt wird vor allem durch schwindendes Vertrauen in US-Vermögenswerte infolge geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten angetrieben. Auch der Dollar lieferte zusätzlichen Rückenwind: Der Dollarindex verharrte am Freitag nahe einem mehr als zweiwöchigen Tief, nachdem er im Wochenverlauf rund ein Prozent verloren hatte. Dadurch verbilligten sich in US-Dollar gehandelte Metalle für Käufer außerhalb der USA – ein Effekt, der die Nachfrage nach Gold aktuell weiter unterstützt und das nächste Goldkurs-Rekord-Signal verstärkt.

Zudem richten sich die Blicke vieler Marktteilnehmer auf die Geldpolitik. Derzeit erwarten die Märkte, dass die US-Notenbank in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vornehmen wird. Das würde bei Gold zu rückläufigen Opportunitätskosten führen, da das Edelmetall selbst keine Marktzinsen abwirft. Auffällig bleibt dabei: Obwohl die gestrigen Daten zum BIP-Wachstum und zum US-Arbeitsmarkt stärker als erwartet ausgefallen waren, will der Goldpreis aktuell offensichtlich weiterhin nach oben.

Am Freitagmorgen zeigte sich dies auch im Futures-Handel. Bis 7.45 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Februar) um 41,30 auf 4.954,70 Dollar pro Feinunze – ein weiteres klares Zeichen für das anhaltende Goldpreis-Rekordhoch-Umfeld. Am Nachmittag stehen wichtige US-Einkaufsmanagerindizes und der von der Uni Michigan ermittelte Index zum Konsumentenvertrauen (beide 15.45 Uhr) im Fokus, am Abend folgt der Commitments-of-Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC (21.30 Uhr). Auch diese Termine könnten dem Goldpreis-Rekordhoch kurzfristig zusätzliche Impulse geben oder zumindest für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.

Geopolitik und Geldpolitik als Rallye-Treiber

Der kräftige Anstieg ist jedoch nicht nur eine Frage von Zinsfantasie und Dollarentwicklung. Auch geopolitische Themen spielen eine zentrale Rolle. Schon im vergangenen Jahr hatten viele Konflikte weltweit den Goldpreis stark getrieben. Der Preis war um 65 Prozent gestiegen – das höchste Jahresplus seit 1979. Im aktuellen Jahr setzt sich diese Dynamik fort: Der Goldpreis aktuell ist in den ersten 16 Handelstagen des Jahres um knapp 15 Prozent gestiegen.

Als Ursachen für die Gewinne in den ersten Handelstagen nannten Experten vor allem die Lage im Iran sowie jüngste Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen einige europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland. Diese Drohungen hat Trump inzwischen zwar zurückgezogen, doch am Edelmetallmarkt sorgte das nur für eine kurze Verschnaufpause. Bereits am Donnerstag zogen die Preise im Tagesverlauf wieder deutlich an – und das nächste Goldpreis-Rekordhoch war schnell wieder in Sicht.

In dieser Gemengelage wird Gold erneut als sicherer Hafen betrachtet. Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als Schutz in Zeiten politischer Unsicherheiten. Das verstärkt die Rekordstimmung rund um das Goldpreis-Allzeithoch und treibt den Goldkurs-Rekord weiter an.

Silberpreis-Entwicklung zuletzt stärker als Goldpreis – Nachfrage bleibt hoch

Während der Fokus vieler Anleger auf das Goldpreis-Rekordhoch gerichtet ist, läuft Silber inzwischen ebenfalls heiß. Silber war zuletzt stärker gefragt als Gold: Der Preis war 2025 fast 150 Prozent nach oben geklettert und gewann in diesem Jahr weitere 38 Prozent. Damit wird deutlich, dass Investoren nicht nur auf den klassischen Krisenschutz setzen, sondern bei Silber auch die industrielle Bedeutung im Blick haben.

Denn Silber ist ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. Diese Doppelfunktion als Krisenmetall und Industriemetall macht Silber in dieser Phase besonders interessant – auch als Ergänzung zur Positionierung in Gold aktuell.

Goldman Sachs erhöht Goldpreis-Prognose: 5.400 Dollar als neues Ziel

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das aktuelle Allzeithoch beim gelben Edelmetall auch durch neue Goldpreis-Prognosen aus dem Investmentbanking. Goldman Sachs sieht angesichts geopolitischer Krisenherde auch nach der jüngsten Rekordrally noch deutlich Luft nach oben. Die Experten hoben ihre Prognose für Ende 2026 auf 5.400 US-Dollar je Feinunze an. Zuvor lag das Ziel für Ende 2026 bei 4.900 Dollar.

Eine Voraussetzung für einen Preisanstieg über 5.000 Dollar sehen die Goldman-Sachs-Experten in der Nachfrage von Privatanlegern, die sich mit dem Kauf von Gold vor geopolitischen Risiken absichern wollen. Außerdem dürften nach wie vor Käufe von Notenbanken für rege Nachfrage sorgen. Zentralbanken von Schwellenländern setzen demnach trotz eines hohen Preisniveaus weiter auf Gold, um sich unabhängiger vom US-Dollar zu machen.

Zuletzt hatte der Goldpreis am Mittwoch ein Rekordhoch bei 4888 Dollar je Unze erreicht. Gegen Donnerstagmittag lag er an der Metallbörse in London bei 4.823 Dollar. Auch diese Daten unterstreichen: Der Markt bleibt in Bewegung – und das Goldpreis-Rekordhoch ist aktuell das zentrale Thema für Anleger, die den Goldpreis aktuell eng verfolgen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elon Musk: Was ist Mythos, was ist wahr?
10.09.2026

Eric Jorgenson, Autor von „Der Almanach von Elon Musk“, über den Mann hinter dem Mythos: Wie denkt Musk wirklich? Was treibt ihn an...

DWN
Technologie
Technologie KI-Arbeitsmarkt: Warum die große Jobangst falsch sein könnte
10.09.2026

Künstliche Intelligenz bedroht Millionen Jobs, so lautet die große Sorge. Googles Chefökonom Fabien Curto Millet hält dagegen und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Aktien unter Druck und Renditen steigen an turbulentem Handelstag
09.09.2026

Erfahren Sie, welche geopolitischen Ereignisse und überraschenden Kursbewegungen die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Chinas plötzliche Ölwende nach ungewöhnlichem Preisgefälle
09.09.2026

Der Ölpreis steigt nach neuen Spannungen am Persischen Golf. Gleichzeitig erhöht China wieder seine Rohölimporte und exportiert mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
09.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ist Axelera AI Europas Antwort auf Nvidia? Gründer Fabrizio Del Maffeo fürchtet, dass der Kontinent wieder denselben Fehler macht
09.09.2026

Europa mangelt es weder an Forschern, Ingenieuren noch an guten Ideen, meint Fabrizio Del Maffeo. Das Problem entsteht, wenn daraus große...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Carlsberg setzt auf Pepsi: Bier allein reicht nicht mehr
09.09.2026

Bei Carlsberg steht ausgerechnet eine amerikanische Limonade inzwischen vor der eigenen Kernmarke. Pepsi ist zum zweitgrößten Brand des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zollstreit zwischen USA und Kanada eröffnet deutschen Firmen neue Chancen
09.09.2026

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada spitzt sich zu und zwingt Ottawa zur wirtschaftlichen Neuorientierung. Deutsche Unternehmen...