Wirtschaft

Daimler-Aktie im Fokus: Schwache US-Nachfrage setzt LKW-Hersteller unter Druck

Daimler Truck sieht sich mit zunehmenden regionalen Spannungen konfrontiert, die den Konzern strategisch fordern. Welche Folgen hat der anhaltende Druck aufgrund der schwachen Nachfrage in den USA für die künftige Ausrichtung des Unternehmens?
26.01.2026 06:02
Lesezeit: 3 min
Daimler-Aktie im Fokus: Schwache US-Nachfrage setzt LKW-Hersteller unter Druck
Daimler Truck leidet unter der schwachen Lkw-Nachfrage in den USA, die den Absatz deutlich belastet und die Abhängigkeit vom nordamerikanischen Markt offenlegt (Foto: iStock.com, DakotaSmith) Foto: DakotaSmith

Schwache US-Nachfrage belastet Daimler Truck

Die schwache Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen in den USA hat den deutschen Hersteller Daimler Truck im Jahr 2025 deutlich belastet. Der Absatzrückgang auf dem nordamerikanischen Markt zog die Gesamtbilanz ins Minus, obwohl das Unternehmen beim Verkauf elektrischer Fahrzeuge kräftig zulegen konnte.

Insgesamt verkaufte die Daimler-Truck-Gruppe im Jahr 2025 weltweit 422.510 Lkw und Busse. Das entspricht einem Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr, als noch 460.409 Fahrzeuge abgesetzt wurden. Verantwortlich für diesen Rückgang war ausschließlich Nordamerika, wo die Verkäufe um 26 Prozent beziehungsweise fast 50.000 Fahrzeuge einbrachen.

Trotz der schwachen Gesamtjahresbilanz verzeichnete Daimler Truck im Schlussquartal das absatzstärkste Quartal seiner Geschichte. Die regionalen Unterschiede verschärften sich jedoch weiter. Während Nordamerika unter schwierigen Marktbedingungen blieb, trugen Asien und die wachsende Elektromobilität zur Stabilisierung der Gesamtergebnisse bei.

Nordamerika bleibt das größte Risiko

Den größten negativen Einfluss hatte die US-Einheit Trucks North America. Sie verkaufte im Jahr 2025 insgesamt 141.814 Fahrzeuge und damit 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Daimler Truck führt den Rückgang auf eine Abkühlung der Nachfrage im Markt für schwere Lkw, höhere Zinsen und eine zunehmende Investitionszurückhaltung der Transportunternehmen zurück.

Auch im vierten Quartal kam es zu keiner spürbaren Erholung. Die nordamerikanischen Verkäufe beliefen sich in diesem Zeitraum auf 34.017 Fahrzeuge und lagen damit 27 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der US-Markt bleibt damit der zentrale Belastungsfaktor für den Konzern.

Europa zeigt sich widerstandsfähiger

Im Gegensatz dazu konnte Mercedes-Benz Trucks seine Verkäufe im Jahr 2025 auf dem Niveau des Vorjahres stabil halten. Insgesamt wurden 159.871 Fahrzeuge ausgeliefert und damit nahezu genauso viele wie 2024. Besonders das Schlussquartal lieferte ein positives Signal für den europäischen Markt.

Im vierten Quartal verkaufte Mercedes-Benz Trucks 48.841 Fahrzeuge und erzielte damit ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg deutet auf eine höhere Widerstandskraft des europäischen Marktes und eine verbesserte Steuerung des Auftragszyklus hin.

Asien als stabiler Volumenträger

Die asiatische Sparte Trucks Asia steigerte ihren Absatz im Jahr 2025 auf 107.055 Fahrzeuge. Das entspricht einem Wachstum von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die stabile Entwicklung im Schlussquartal unterstreicht die Bedeutung der Region.

Im vierten Quartal wurden in Asien 30.325 Fahrzeuge verkauft. Nach Einschätzung des Unternehmens zählen die asiatischen Märkte weiterhin zu den tragenden Säulen des globalen Absatzvolumens der Gruppe.

Auch Daimler Buses konnte seinen Jahresabsatz leicht erhöhen. Mit 26.991 verkauften Bussen lag das Ergebnis zwei Prozent über dem Vorjahr, auch wenn im Quartalsvergleich ein moderater Rückgang zu verzeichnen war.

Elektrofahrzeuge gewinnen deutlich an Bedeutung

Ein strategisch wichtiger Fortschritt zeigte sich beim Absatz elektrischer Fahrzeuge. Daimler Truck verkaufte im Jahr 2025 insgesamt 6.726 elektrische Lkw und Busse. Das entspricht einem Zuwachs von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr, allerdings von einem noch niedrigen Ausgangsniveau aus.

Allein im vierten Quartal wurden 2.902 Elektrofahrzeuge abgesetzt. Damit lag der Absatz mehr als 50 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Obwohl der Anteil elektrischer Modelle am Gesamtabsatz weiterhin gering ist, signalisiert die Entwicklung eine beschleunigte Umstellung auf emissionsfreie Antriebe.

Neue Segmentstruktur in Asien

Zum 1. Januar 2025 setzte Daimler Truck eine organisatorische Veränderung um. Das Geschäft in China und Indien wurde in das Segment Mercedes-Benz Trucks integriert. Infolge dieser Neuordnung wurden die Verkaufszahlen für 2025 sowie die Vergleichsdaten zum Vorjahr entsprechend angepasst. Die neue Segmentstruktur soll die Steuerung der internationalen Aktivitäten vereinfachen und die Marke Mercedes-Benz Trucks in wichtigen Wachstumsmärkten stärken.

Auswirkungen auf den Standort Deutschland

Für den Standort Deutschland zeigt sich ein gemischtes Bild. Einerseits belastet die anhaltende Schwäche des US-Marktes einen zentralen Ertragsbringer des Konzerns und erhöht den Druck auf Effizienz und Kostenkontrolle.

Andererseits stärkt die stabile Nachfrage in Europa sowie der wachsende Absatz elektrischer Nutzfahrzeuge die industrielle Perspektive deutscher Produktionsstandorte. Entscheidend wird sein, ob Daimler Truck die Transformation zur Elektromobilität schnell genug skalieren kann, um konjunkturelle Schwankungen auf den internationalen Märkten künftig besser abzufedern.

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