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Lufthansa-Streik trifft Deutschlands Flughäfen mit voller Wucht – Lufthansa-Aktie im Plus

Der Lufthansa-Streik legt den Flugverkehr in Deutschland lahm und sorgt für lange Schlangen an Flughäfen. Tausende Passagiere müssen umplanen, während Gewerkschaften den Druck erhöhen. Droht jetzt eine Eskalation im Tarifkonflikt?
12.02.2026 10:24
Aktualisiert: 12.02.2026 10:24
Lesezeit: 1 min
Lufthansa-Streik trifft Deutschlands Flughäfen mit voller Wucht – Lufthansa-Aktie im Plus
Eingang am Frankfurter Flughafen. Am Donnerstag beginnt ein eintägiger Streik der Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa (Foto: dpa). Foto: Hannes P. Albert

Lufthansa-Streik legt Drehkreuz Frankfurt weitgehend lahm

Der Lufthansa-Streik hat den Flugbetrieb in Deutschland am Donnerstag massiv beeinträchtigt. Nach Einschätzung der Gewerkschaften ist der Lufthansa-Streik erfolgreich angelaufen. "Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben", sagte Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger am Frankfurter Flughafen. Am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt wurden hunderte Starts und Landungen gestrichen, nur einzelne Flüge hoben noch zu Zielen in Europa und Übersee ab. Exakte Zahlen nannte das Unternehmen am Morgen nicht.

Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen wegen des ganztägigen Lufthansa-Streik deutschlandweit mehr als 460 Flüge mit 69.000 betroffenen Passagieren aus. Besonders sichtbar waren die Auswirkungen im Terminalbereich A in Frankfurt, der ausschließlich von Lufthansa genutzt wird. Laut Flughafenbetreiber Fraport (ISIN: DE0005773303) war es dort deutlich leerer als sonst, während in anderen Terminalabschnitten reger Betrieb herrschte, da andere Airlines nicht vom Warnstreik betroffen sind.

Warnstreik sorgt für tausende gestrandete Reisende

Auch am Hauptstadtflughafen BER zeigt der Lufthansa-Streik Wirkung. Dort fallen laut Abfluginformationen insgesamt 14 Flüge nach München und Frankfurt aus. Betroffene Passagiere können ihr Lufthansa-Ticket ohne Aufpreis als Bahnfahrkarte nutzen. Die Airline empfiehlt eine Sitzplatzreservierung im Zug und ausreichend Zeit für den Umstieg, insbesondere bei Anschlussflügen in Frankfurt. Reisende werden nach Unternehmensangaben grundsätzlich auf andere Flüge umgebucht und per Nachricht informiert.

Getragen wird der Lufthansa-Streik von den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo. Die Pilotengewerkschaft spricht von hoher Beteiligung. "Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Zugleich erhöhte er den Druck auf das Management: "Was wir brauchen, ist ein neues Angebot. Die Lufthansa hat sich nicht gemeldet." Weitere Streiks im Tarifkonflikt um höhere Betriebsrenten schloss er nicht aus. "Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter."

Lufthansa-Aktie trotz Pilotenstreiks im Plus

Trotz der operativen Belastungen reagierte die Lufthansa-Aktie (ISIN: DE0008232125) im Handel im Plus. Für Anleger bleibt entscheidend, ob der aktuelle Pilotenstreik und der Warnstreik auf die Kernmarke begrenzt bleiben oder sich die Auseinandersetzung weiter zuspitzt.

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