Finanzen

Vatikanbank: Zwei neue katholische Aktienindizes für internationale Investoren

Die Vatikanbank führt neue Aktienindizes ein, die katholische Ethik systematisch in die Kapitalanlage einbinden sollen. Welche Bedeutung hat dieser Schritt für die Entwicklung wertebasierter Investments in Europa und den USA?
23.02.2026 12:11
Lesezeit: 2 min
Vatikanbank: Zwei neue katholische Aktienindizes für internationale Investoren
Die Vatikanbank führt neue Aktienindizes ein, die katholische Ethik als Auswahlkriterium für Unternehmen in der Kapitalanlage berücksichtigen (Foto: iStockphoto.com/AlexandreFagundes). Foto: AlexandreFagundes

Die Vatikanbank führt katholische Aktienindizes ein

Die Vatikanbank hat zwei neue Aktienindizes eingeführt, die sich an katholischen Wertmaßstäben orientieren und als Grundlage für entsprechende Fonds dienen sollen. Ziel ist es, religiöse Überzeugungen systematischer mit der Kapitalanlage zu verbinden. Darüber berichten mehrere internationale Medien, darunter CNBC.

Das Institut für Religiöse Werke, offiziell Istituto per le Opere di Religione IOR, hat seinen Sitz im Vatikanstaat, dem kleinsten souveränen Staat der Welt und geistlichen Zentrum der katholischen Kirche. Mit den neuen Indizes schafft die Bank einen strukturierten Referenzrahmen für Investitionen, die den ethischen Vorgaben der Kirche entsprechen sollen.

Katholische Ethik als messbare Investmentgrundlage

„Messgrößen, die im Einklang mit anerkannten katholischen ethischen Kriterien stehen, ermöglichen es uns, unsere Leistung und Berichterstattung noch sorgfältiger und transparenter zu bewerten“, erklärte Giovanni Boscia, Vize-Generaldirektor und Finanzdirektor der Vatikanbank, laut CNBC. Die neuen Indizes sollen damit eine klar definierte Bewertungsbasis schaffen.

Boscia betonte zudem, dass die Initiative die Verpflichtung der Bank unterstreiche, als Finanzinstitution im Dienst der Kirche zu handeln. Die katholischen Ethikstandards sollen nicht nur programmatisch genannt, sondern konkret in die Auswahl der Unternehmen einbezogen werden.

Je 50 Unternehmen mit europäischem und US-Schwerpunkt

Beide Indizes umfassen jeweils 50 Aktien. Der Unterschied liegt im geografischen Fokus. Ein Index ist auf Europa ausgerichtet und enthält unter anderem den niederländischen Chipausrüster ASML Holding sowie das deutsche Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom.

Der zweite Index konzentriert sich auf den US-Markt. In diesem sind unter anderem der Facebook-Mutterkonzern Meta sowie der Onlinehandelskonzern Amazon vertreten. Auch hier erfolgt die Auswahl nach Maßgabe der definierten katholischen Wertkriterien.

Wertebasierte Kapitalanlage gewinnt auch in Deutschland an Bedeutung

Mit der Einführung der beiden Aktienindizes positioniert sich die Vatikanbank im wachsenden Segment werteorientierter Investmentstrategien. Ethische Filter spielen bei kirchlichen Einrichtungen, Stiftungen und institutionellen Investoren international eine zunehmend wichtige Rolle.

Auch in Deutschland nimmt das Interesse an Kapitalanlagen zu, die neben Renditezielen ethische oder religiöse Maßstäbe berücksichtigen. Für kirchliche Träger, aber auch für private Anleger mit werteorientiertem Anspruch könnten vergleichbare, klar definierte Anlagekonzepte an Relevanz gewinnen, sofern Transparenz und nachvollziehbare Auswahlkriterien gewährleistet sind.

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