Finanzen

Siemens-Aktie: Softwaregeschäft federt Belastungen ab – DAX-Wert setzt auf Milliarden-Rückkäufe

Siemens legt robuste Siemens-Zahlen vor und kündigt ein Aktienrückkaufprogramm über 6 Milliarden Euro an. Doch trotz steigender Aufträge bleiben die Anleger vorsichtig, der Siemens-Aktienkurs bleibt zunächst kaum bewegt. Investoren fragen sich nun, ob Gegenwind durch Zölle und den starken Euro unterschätzt wird.
13.05.2026 08:06
Lesezeit: 2 min

Siemens-Aktie: DAX-Wert bestätigt Prognose trotz Gegenwind

Der Technologiekonzern Siemens hat im zweiten Geschäftsquartal von einer starken Nachfrage nach Lösungen für KI-Rechenzentren sowie von einem robusten Softwaregeschäft profitiert. Dennoch blieb die Siemens-Aktie nach Vorlage der Zahlen nahezu unverändert. Anleger reagierten damit auf ein gemischtes Zahlenwerk, bei dem der starke Euro sowie Belastungen durch US-Zölle auf Ergebnis und Margen drückten.

Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate zeigte sich die Siemens-Aktie eine Stunde vor Handelsbeginn an der Frankfurter Börse etwas leichter bei 265,45 Euro. Damit blieb auch der Siemens-Aktienkurs trotz bestätigter Jahresprognose ohne größere Impulse. Für Investoren bleibt das Papier dennoch ein wichtiger DAX-Wert mit Blick auf Digitalisierung, Infrastruktur und KI-Investitionen.

Auftragseingang steigt deutlich

In den Monaten Januar bis März erhöhte sich der Auftragseingang um 11 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro, wie Siemens am Mittwoch in München mitteilte. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz stagnierte dagegen bei rund 19,8 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis, also währungs- und portfoliobereinigt, legten die Erlöse allerdings um sechs Prozent zu.

Die aktuellen Siemens-Zahlen zeigen damit eine hohe Nachfrage insbesondere aus den USA. Dort profitierte der Konzern von Investitionen rund um KI-Rechenzentren. Vor allem das Softwaregeschäft entwickelte sich stark. Für die Siemens-Aktie ist dies ein wichtiges Signal, da Anleger insbesondere auf Wachstumsfelder wie Automatisierung und Digitalisierung achten.

Siemens-Gewinn unter Druck

Das Ergebnis des industriellen Geschäfts sank jedoch um 8 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro. Analysten hatten zuvor mit 3,05 Milliarden Euro gerechnet. Die Ergebnismarge verringerte sich um 150 Basispunkte auf 15,4 Prozent.

Unter dem Strich verdiente Siemens 2,03 Milliarden Euro nach Anteilen Dritter. Das entspricht einem Minus von 223 Millionen Euro. In einer anderen Betrachtung wurde der Nettogewinn mit 2,2 Milliarden Euro angegeben, was ebenfalls einem Rückgang von acht Prozent entspricht.

Der starke Euro belastete Umsatz und Ergebnis erheblich. Zudem wirkten sich US-Zölle negativ auf die Bahntechnik-Sparte Mobility aus. Auch im Segment Smart Infrastructure fiel das Ergebnis niedriger aus, nachdem im Vorjahr ein Sonderertrag in der Größenordnung von 300 Millionen Euro das Ergebnis gestützt hatte.

Positiv entwickelte sich dagegen die Sparte Digital Industries mit dem Automatisierungs- und Softwaregeschäft. Hier konnte Siemens deutlich zulegen. Für den Siemens-Aktienkurs dürfte insbesondere diese Entwicklung relevant bleiben, da Anleger bei einem DAX-Wert wie Siemens verstärkt auf margenstarke Softwareerlöse achten.

Siemens-Aktie: Wie sollten Anleger auf die Jahresprognose reagieren?

"Wir haben ein erfolgreiches zweites Quartal abgeliefert, trotz des weiterhin sehr anspruchsvollen geopolitischen Umfelds", sagte Vorstandschef Roland Busch. "Digital Industries und Smart Infrastructure zeigten eine insgesamt beeindruckende Leistung."

Siemens bestätigte die Jahresprognose 2025/26. Der Konzern erwartet weiterhin ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent. Der Gewinn je Aktie vor Kaufpreisallokationen soll zwischen 10,70 bis 11,10 Euro liegen. Für Digital Industries wurde Siemens sogar etwas optimistischer und hob die unteren Enden der Spannen für Umsatzwachstum und Ergebnismarge an. Auch Smart Infrastructure dürfte etwas stärker wachsen als bisher gedacht. Bei Mobility senkte der Konzern dagegen die Umsatzerwartung.

Milliarden-Rückkauf dürfte Siemens-Aktie stützen

Zusätzlich kündigte Siemens ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren an. Dank positiver Mittelzuflüsse sieht sich der Konzern finanziell stark genug für das Programm.

Für die Siemens-Aktie könnte das Rückkaufprogramm ein wichtiger Stabilisierungsfaktor werden. Rückkäufe gelten am Markt häufig als positives Signal für die finanzielle Stärke eines Unternehmens. Zugleich bleibt Siemens als DAX-Wert stark von globalen Konjunktur- und Währungseinflüssen abhängig.

Die aktuellen Siemens-Zahlen zeigen damit ein solides Wachstum im Kerngeschäft, gleichzeitig aber auch Belastungen durch Währungseffekte und geopolitische Risiken. Anleger dürften daher weiterhin genau beobachten, wie sich der Siemens-Aktienkurs in den kommenden Monaten entwickelt.

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