US-Anleiherenditen und geopolitische Spannungen belasten die Börsen
Die Wall Street schloss am Dienstag im Minus, da die Anleger mit erhöhten Renditen für US-Staatsanleihen und einem erneuten Anstieg der Ölpreise vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten zu kämpfen hatten.
US-Finanzminister Scott Bessent trat am Dienstag vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses auf, wobei die jüngsten Turbulenzen am Anleihemarkt im Mittelpunkt standen. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe war am Montag auf über 5 Prozent gestiegen, was die Sorgen über die Kreditkosten und die Aussichten für die US-Wirtschaft verstärkte.
Bessent führte den Anstieg der Anleiherenditen auf „globale Probleme“ zurück, nannte jedoch kaum Details zu den spezifischen Faktoren, die den Ausverkauf auslösten. Er verteidigte zudem die Position des US-Dollars als weltweit dominierende Reservewährung und argumentierte, dass das steigende globale Transaktionsvolumen die „Glaubwürdigkeit unseres Systems und das Handeln dieser Regierung“ widerspiegele. Er betonte, dass die Stärke des Dollars eher an der breiteren wirtschaftlichen Entwicklung als allein an seinem Marktpreis gemessen werden sollte.
Der Finanzminister nannte eine größere regulatorische, steuerliche, handels- und energiepolitische Sicherheit unter der Regierung als Faktoren, die Investitionen in Billionenhöhe in die USA locken.
Steigende Energiepreise schüren neue Inflationsängste
Unterdessen hat der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Ölpreise kräftig nach oben getrieben, was die Sorgen vor einem erneuten Inflationsdruck verstärkt und die Aussichten für die Geldpolitik verkompliziert.
Rohöl der Sorte Brent wurde zuletzt bei rund 108 US-Dollar pro Barrel gehandelt, wobei der Anstieg der Energiepreise die Sorge schürt, dass die Zentralbanken gezwungen sein könnten, ihre restriktivere Geldpolitik über einen längeren Zeitraum beizubehalten.
Das Augenmerk richtet sich nun auf die Federal Reserve am Mittwoch, wenn die Währungshüter voraussichtlich ihre jüngste Zinsentscheidung bekannt geben werden.
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe lag zuletzt um die 5-Prozent-Marke.
Rote Vorzeichen bei den großen Indizes
An der Wall Street schlossen der S&P 500 und der Nasdaq, belastet durch die steigenden Ölpreise und Anleiherenditen, auf dem tiefsten Stand seit über einem Monat.
Der Dow Jones Industrial Average beendete den Tag mit einem Minus von 0,63 Prozent bei 52.093,11 Punkten.
Die wichtigsten Stützen im Index waren jedoch Chevron und JPMorgan Chase, die um 2,64 Prozent bzw. 0,67 Prozent höher schlossen.
Unterdessen belasteten Verluste bei Nike den Index; die Aktie verlor bis zum Handelsschluss 2,24 Prozent.
Der S&P 500 gab bis zum Ende der Sitzung um 0,45 Prozent auf 7.585,73 Punkte nach.
Zuwächse im Index waren jedoch in erster Linie Skyworks Solutions zuzuschreiben, deren Aktie den Handel 13,55 Prozent höher beendete.
Der technologielastige Nasdaq schloss zum Handelsende mit einem Minus von 0,78 Prozent bei 25.981,57 Punkten.
