Wirtschaft

China fesselt Deutschlands Industrie immer stärker

Deutschland wollte sich von China unabhängiger machen – doch bei Akkus, Solarpanels und Antibiotika steigt die Abhängigkeit sogar weiter. Eine neue Studie zeigt, wie tief zentrale Industrien inzwischen an chinesischen Lieferketten hängen.
26.05.2026 17:34
Lesezeit: 1 min

Deutschland bei Schlüsselgütern immer abhängiger von China

Von Akkus bis Antibiotika: Deutschland hängt laut einer Studie bei wichtigen Produkten und Rohstoffen noch stärker von China ab. Dabei verfolgt die Bundesregierung eigentlich ein anderes Ziel.

Bei strategisch wichtigen Gütern wie Akkus, Solarpanels und Antibiotika wächst Deutschlands Abhängigkeit von China laut einer Studie weiter. Gemessen am Gewicht kamen im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der Direktimporte von Lithium-Ionen-Akkus aus China – zwei Jahre zuvor war es noch knapp die Hälfte, wie die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilte. Bei Solarpanels stieg der Anteil demnach von etwa 89 Prozent auf knapp 93 Prozent, bei Antibiotika von gut 65 Prozent auf rund 73 Prozent.

Stiftung warnt: Deutschland wird verletzlicher

"Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher", kritisierte Studienautor Frederic Spohr, der die Büros der FDP-nahen Stiftung in Taiwan und Korea leitet. Er verwies auf die China-Strategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2023. Sie soll wirtschaftliche Abhängigkeiten von China verringern. Am Mittwoch wird Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu einem Besuch in China erwartet.

Seltene Erden: China baut Einfluss aus

Laut der Studie stieg auch bei Metallen wie Magnesium, Gallium und Germanium der Importanteil Chinas. Bei bestimmten Seltenen Erden, die für Permanentmagnete von Elektromotoren benötigt werden, sei das Land praktisch der einzige Lieferant. Zwar sank bei Seltenen Erden insgesamt Chinas Anteil an den Importen, zugleich legte aber der Wert der Einfuhren zu. In der Analyse geht es ausschließlich um direkte Einfuhren aus China, nicht um Lieferungen aus Drittstaaten mit chinesischen Vorprodukten.

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