Finanzen

Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch

Der Goldpreis hat binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, doch am Donnerstag legt das gelbe Edelmetall eine Verschnaufpause ein. Widersprüchliche Impulse von Dollar, Anleihemarkt und US-Notenbank drückten am Morgen auf die zuletzt gute Stimmung bei Goldinvestoren. Wie geht es für den Goldpreis aktuell weiter?
20.08.2026 11:38
Lesezeit: 2 min
Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch
Goldpreis aktuell: Trotz Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau. (Bild: ChatGPT)

Goldpreis aktuell: Fed und Renditen geben Richtung für Goldkurs vor

Der Goldpreis hat am Donnerstagmorgen zunächst nachgegeben, blieb aber in der Nähe seines höchsten Niveaus seit Anfang Juni. Sinkende Anleiherenditen und ein zuletzt schwächerer US-Dollar stützen den Goldkurs, während restriktive Signale der US-Notenbank das weitere Aufwärtspotenzial begrenzen.

Rund eine Stunde vor Handelsstart an den europäischen Börsen tendierte der Goldpreis bei rund 4.481 US-Dollar je Feinunze. Damit verbilligte sich das Edelmetall gegenüber dem Vortagesschluss von etwa 4.523 Dollar um knapp ein Prozent. In Euro wurde die Feinunze mit rund 3.838 Euro gehandelt. Im weiteren Handelsverlauf vergrößerte sich das Minus beim Goldpreis leicht.

Leichter Rückgang nach starker Goldpreis-Entwicklung

Der Rückgang zum Handelsstart relativiert sich mit Blick auf die jüngste Goldpreis-Entwicklung. Am Mittwoch war der Kurs um mehr als vier Prozent gestiegen und hatte zeitweise 4.528 Dollar erreicht. Das war der höchste Stand seit Anfang Juni. Gegenüber dem vergangenen Freitag steht weiterhin ein Plus von mehr als zwei Prozent zu Buche. Der Kursrutsch in die Verlustzone lässt sich daher vor allem als Konsolidierung nach dem kräftigen Kurssprung einordnen.

Auslöser der Rally war die Ankündigung des US-Finanzministeriums, seine Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Die zusätzliche Nachfrage drückte die Renditen am Anleihemarkt. Für Gold ist das grundsätzlich günstig: Da das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen abwirft, sinkt bei fallenden Renditen der relative Nachteil gegenüber verzinslichen Anlagen. Zugleich gab der US-Dollar zunächst nach, wodurch Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger wurde.

Fed bremst die Euphorie am Goldmarkt

Für Gegenwind sorgt weiterhin die amerikanische Geldpolitik. Das Protokoll der jüngsten Sitzung der Federal Reserve zeigt, dass viele Notenbanker eine weitere Zinserhöhung für notwendig halten könnten, falls die Inflation nicht nachhaltig zurückgeht. Die Fed hatte ihren Leitzins Ende Juli bei rund 3,6 Prozent belassen. Belastend wirken aus Sicht der Währungshüter unter anderem höhere Energiepreise, Zölle und starke Investitionen in KI-Infrastruktur.

Hohe oder weiter steigende Zinsen wären für den Goldpreis tendenziell ungünstig. Der US-Anleihemarkt bleibt zugleich angespannt: Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen hatte zuletzt zeitweise mehr als 4,70 Prozent erreicht, bevor sie auf etwa 4,65 Prozent zurückfiel. Bei 30-jährigen Papieren lag die Rendite über fünf Prozent.

Goldpreis aktuell: Edelmetall bleibt schwankungsanfällig

Kurzfristig dürften vor allem die Entwicklung der US-Renditen, der Dollarkurs und neue Inflationsdaten die Richtung bestimmen. Unterstützung erhält Gold weiterhin durch geopolitische Unsicherheit, Sorgen über die US-Staatsfinanzen sowie Käufe internationaler Zentralbanken.

Für Anleger bleibt die Lage zweigeteilt: Die strukturelle Nachfrage spricht für eine grundsätzlich robuste Goldpreisentwicklung. Gleichzeitig können restriktive Fed-Signale und wieder steigende Realrenditen jederzeit Gewinnmitnahmen auslösen. Nach dem jüngsten Kurssprung ist deshalb mit erhöhten Schwankungen beim Goldpreis zu rechnen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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