Diese kleine Mine zeigt, warum Gold wieder glänzt
Gold erlebt einen historischen Höhenflug. Davon profitieren nicht nur die großen Bergbaukonzerne. Die kleine Fäbodtjärn-Mine im Norden Schwedens zeigt exemplarisch, wie stark Rohstoffpreise über Erfolg oder Scheitern eines Unternehmens entscheiden können. Zugleich wirft ihr Aufstieg eine grundsätzliche Frage auf: Kann Europa seine heimischen Rohstoffvorkommen wirtschaftlich nutzen, ohne gigantische Minenkomplexe und massive Eingriffe in die Natur zu benötigen?
Wer den Weg nicht kennt, findet die Fäbodtjärn-Mine nur schwer. Leicht übersieht man das Schild in Vindelgransele, das nach Süden auf die Schotterstraße auf der anderen Seite des Vindelälven weist.
„Das Industriegebiet ist 350 mal 400 Meter groß. Mehr ist es nicht. Wir beanspruchen ungefähr so viel Fläche wie ein Windrad“, sagt Botnia-Gold-Chef Fredrik Bergsten.
Fäbodtjärn konkurriert mit der Lovisagruvan in Lindesberg um den Titel der kleinsten Mine Schwedens. An dem Vormittag, an dem unsere Kollegen von Dagens Industri in die Mine hinabfahren, arbeiten vier Personen unter Tage.
Die Produktion wird in Kilogramm gerechnet, nicht in Tonnen. Im vergangenen Jahr förderte Botnia Gold 224,5 Kilogramm Gold und 222 Kilogramm Silber. „Das Gold, das wir produzieren, passt in einen Kabinenkoffer. Mehr ist es nicht, denn Gold ist unglaublich schwer. Wir jagen etwas, das unglaublich klein ist“, sagt Fredrik Bergsten.
Die Mine in Fäbodtjärn ist etwas Ungewöhnliches. Als sie im Sommer 2024 gestartet wurde, war sie die erste Mine in Schweden seit der Eröffnung der Eisenerzmine in Pajala im Jahr 2012.
„Es war die ganze Zeit eine Achterbahnfahrt. Wer gern viel zu tun hat und sich nie entspannen will, sollte eine Mine eröffnen“, sagt Fredrik Bergsten und lacht.
Hohe Investitionen vor den ersten Einnahmen
Eine neue Mine zu eröffnen, von der Genehmigung bis zur Produktion, dauert viele Jahre und kostet viel Geld. Im Fall von Botnia Gold haben die Eigentümer des Unternehmens trotz der begrenzten Größe der Mine 220 Millionen Kronen in Exploration und Investitionen gesteckt.
Noch schwieriger ist es, anschließend zu überleben.
„In einer Mine sind große Investitionen nötig, bevor die erste Einnahmen-Krone kommt. Fallen die Marktpreise unter die kalkulierten Preise, dann wird es extrem schweißtreibend“, sagt Fredrik Bergsten.
Genau hier kommen die hohen Goldpreise ins Spiel. Der steile Preisanstieg hat Botnia Gold einen Traumstart beschert. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 5,7 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2026 lag das Betriebsergebnis bei 2,7 Millionen Euro.
„Man muss auch ein bisschen Glück haben, das braucht man. Wenn man den Markt nicht auf seiner Seite hat oder er zumindest nicht im Gleichgewicht ist, spielt es keine Rolle, ob man ein sehr gutes Projekt hat. Dann ist eine Insolvenz schnell passiert“, sagt Fredrik Bergsten.
Vorteil durch schwedische Bergbauregion
Neben dem Glück mit den Goldpreisen profitierte Fäbodtjärn davon, in einer klassischen schwedischen Bergbauregion zu liegen. Im Binnenland von Västerbotten gibt es viel Bergbaukompetenz sowie wichtige Infrastruktur, etwa Aufbereitungsanlagen.
Botnia Gold bereitet sein Erz derzeit in der Anlage von Dragon Mining in Pauträsk auf, hat aber auch die Aufbereitungsanlage der Björkdal-Mine genutzt.
„Die Aufbereitungsanlage ist jener Teil des Herstellungsprozesses in einer Mine, der enorm teuer ist. Keine eigene Anlage zu haben, verringert auch unseren Fußabdruck in der Natur“, sagt Fredrik Bergsten.
Suche nach längerer Lebensdauer
Einige Kilometer weiter nördlich hat Botnia Gold eine Umweltgenehmigung für die Goldlagerstätte Vargbäcken. Sie ist ein größeres Vorkommen, hat aber niedrigere Gehalte. Der Plan ist, in einigen Jahren mit dem Abbau in Vargbäcken zu beginnen.
Die Lebensdauer der Fäbodtjärn-Mine ist bis 2028 berechnet. Das Unternehmen bohrt nun jedoch in die Tiefe, um die Produktion um einige weitere Jahre zu verlängern.
„Ich wäre froh, wenn wir bis 2030 verlängern könnten. Das würde uns viel Zeit geben, unsere nächste Lagerstätte zu entwickeln und sie in Produktion zu bringen, wenn wir hier schließen“, sagt Fredrik Bergsten.

