Politik

Frankreich legt unrealistisches Budget vor

Lesezeit: 1 min
23.04.2014 17:19
Frankreichs Regierung plant für nächstes Jahr die Einhaltung des EU-Defizitziels von 3 Prozent. Bedingung dafür ist allerdings ein Wirtschaftswachstum von mindestens 1,7 Prozent. Ökonomen halten die staatlichen Planzahlen angesichts der desolaten Wirtschaftslage für kaum erreichbar.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Frankreich strebt bei dem von der EU geforderten Defizitziel nächstes Jahr eine riskante Punktlandung an. Für 2015 veranschlagt die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Manuel Valls ein Haushaltsloch von drei Prozent der Wirtschaftsleistung. Wie aus einem am Mittwoch dem Finanzausschuss des Parlaments zugeleiteten Papier hervorgeht, würde die EU-Vorgabe damit genau eingehalten. Voraussetzung ist zugleich, dass die Wirtschaft um 1,7 Prozent wächst. Viele Ökonomen halten diese Zahl jedoch für zu hoch gegriffen. Das Defizit-Ziel ist zugleich niedriger gesteckt als in einem früheren Szenario, als die Regierung noch 2,8 Prozent veranschlagt hatte.

Auch für das laufende Jahr ist der Plan weniger ehrgeizig: Statt 3,6 Prozent peilt die Regierung nun ein Defizit von 3,8 Prozent an. Um das Haushaltsziel zu erreichen, hat Frankreich von der EU bereits zwei Jahre Aufschub erhalten und muss es somit 2015 erreichen. Finanzminister Michel Sapin räumte vor Abgeordneten die Schwere der Aufgabe ein: „Es ist eine Herausforderung, die Mut von allen erfordert.“

In dem Plan kassiert die Regierung zugleich eine frühere Ankündigung des Präsidenten Francois Hollande, bis Ende 2017 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. 2016 veranschlagt die Regierung zugleich ein Wirtschaftswachstum von 2,25 Prozent. Der mit Wirtschaftsprüfern und Ökonomen besetzte Unabhängige Hohe Rat für die öffentlichen Finanzen (HCFP) ließ Kritik an dem Regierungsszenario anklingen. Die Planzahlen für 2015 seien zwar „nicht unerreichbar“, doch das Szenario für 2016 erscheine „optimistisch“, so das Wächterorgan, das die Prognosen der Regierung regelmäßig unter die Lupe nimmt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik WHO lehnt Impfpässe ab: „Corona-Pandemie ist in 10 Monaten vorbei“

Die WHO hat sich gegen die Einführung von Impfpässen ausgesprochen. Diese seien nicht zielführend, zudem sei die Pandemie bald vorbei....

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin in Gefahr: Es drohen Hackerangriffe, Preisverfall und das endgültige Verbot

DWN-Finanzexperte Andreas Kubin analysiert die Zukunft des Bitcoin.

DWN
Politik
Politik Hohe Investitionen, strategische Autonomie: China stellt die Weichen für die kommenden fünf Jahre

Die grundlegenden Weichenstellungen auf dem derzeit stattfindenden Volkskongress deuten eine Tendenz zu Selbststärkung und innerer...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax bricht zum Wochenenende ein - VW überrascht mit Aussagen zur E-Mobilität

Das deutsche Leitbarometer verzeichnet heute Morgen Verluste. Heute Nachmittag gibt es wieder wichtige Konjunkturdaten.

DWN
Politik
Politik Putin und Nawalny für Friedensnobelpreis nominiert

Unter den Nomminierten für den diesjährigen Friedensnobelpreis finden sich auch Russlands Präsident Wladimir Putin und sein Gegenspieler...

DWN
Finanzen
Finanzen Monetärer „Reset“: Warum der Goldstandard das Fiat-Geldsystem ersetzen muss

Das aktuelle Fiat-Geldsystem ist durchsät von finanziellen Verzerrungen und Schulden. Dieses System ist eigentlich am Ende. Der Übergang...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn sich die Börse überhitzt, bringt Gold Sicherheit ins Portfolio

Die Daten zeigen es: Wenn es an der Börse stark bergab geht, dann haben in der Vergangenheit jene Investoren gut abgeschnitten, die...

DWN
Politik
Politik China ordnet für alle Einreisenden anale Abstriche an

Wer nach China einreist, muss sich mithilfe eines analen Abstriches auf Corona testen lassen. Der Test ist offenbar besser als gängige...