Erste Folgen der Euro-Krise: US-Technologiefirmen melden Umsatzeinbrüche

Die amerikanische Technologie-Branche ist am stärksten mit dem europäischen Markt verbandelt. Viele Unternehmen haben entsprechend Gewinneinbrüche verbucht und sehen weitere Schwierigkeiten für die zweite Hälfte des Jahres.

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Während sich die Eurokrise weiter verschärft, merken zunehmende mehr amerikanische Unternehmen an, dass sich ihre Umsätze in der Region verringern und vermutlich weiter verschlechtern werden. Neben den Automobilherstellern ist die Technologie-Industrie am stärkten mit Europa verbandelt – ausgerechnet jene Industrie, die in den USA gemeinhin als Motor der Wirtschaft gilt. Analysten schätzen, dass rund ein Drittel aller Einnahmen dieser Technologie-Unternehmen aus Europa kommen.

Genau aus diesem Grund haben etliche Analysten auch erst kürzlich die Erwartungen für die Gewinne der Technologie-Industrie im zweiten Quartal heruntergeschraubt. So räumte etwa auch der Chef des Telekommunikations-Unternehmens Cisco ein, dass die Konjunkturaussichten für das Unternehmen in Europa „schlechter geworden“ seien. Kurz darauf sagte auch der Finanzchef von Dell, die Bedingungen in Europa und in Teilen Asiens seien „härter, als wir gedacht hatten“. Und die Geschäftsführerin von Hewlett Packard, Meg Whitman, kündigte an, dass ihr Unternehmen noch bis mindestens Ende des Jahres mit starkem Gegenwind konfrontiert sein werde.

Da sich Asien stark auf Exporte aus Europa verlässt, in Europa aber die Importe chinesischer Produkte aufgrund der Finanzschwäche etlicher Staaten abnimmt, verlangsamt sich die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Ländern wie China und Indien. Dies dämpft die asiatische Nachfrage nach amerikanischen Gütern, zumal sich diese aufgrund des schwachen Euros und des starken Dollars verteuert haben.

Ein großes Problem zur Abschätzung der Ausmaße einer Zuspitzung der Eurokrise auf die amerikanische Wirtschaft generell ist die diffuse Informationslage darüber, wie viele amerikanische Unternehmen tatsächlich stark vom europäischen Vertrieb abhängig sind. Nur etwa die Hälfte der Firmen, die im S & P 500 –Aktienindex aufgeführt sind, machen überhaupt Angaben dazu – und immerhin fallen unter diesen Index die 500 größten, börsennotierten US-Unternehmen. Tobias Levkovich, Chef-Aktienstratege bei Citigroup schätzt, dass rund 15 Prozent aller Einnahmen der Unternehmen im S&P 500-Index aus Europa kommen. Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie Pharma-Unternehmen generieren rund 22 Prozent ihrer Einnahmen aus Europa, amerikanische Autobauer etwa 27 Prozent und Industrie-Unternehmen ca. 16 Prozent.

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