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Milliardendeal: Ventilatorenspezialist EBM-Papst wird an US-Konzern verkauft

Mit dem Verkauf an den börsennotierten Konzern Madison Air will das fränkische Familienunternehmen EBM-Papst den Zugang zum amerikanischen Markt stärken. Warum die Gesellschafterfamilien den Schritt als Wachstumschance sehen und was der KI-Boom damit zu tun hat.
17.08.2026 14:58
Lesezeit: 2 min
Milliardendeal: Ventilatorenspezialist EBM-Papst wird an US-Konzern verkauft
Im Rahmen des Verkaufs wird der Ventilatorenspezialist EBM-Papst mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. (Foto: dpa) Foto: Christoph Schmidt

Fränkischer Ventilatorenspezialist EBM-Papst wird an US-Konzern verkauft

Der Ventilatorenspezialist EBM-Papst wird für eine Milliardensumme in die USA verkauft. Das Familienunternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen (Hohenlohekreis) geht an den börsennotierten Konzern Madison Air.

Der Chef von EBM-Papst, Klaus Geißdörfer, sagte, das große Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe sei nicht ausgeschöpft und mit Madison habe man einen Partner gefunden, der genau verstehe, was EBM-Papst ausmache und was man brauche, um die Marktführerschaft auszubauen. "Wir werden auch von einem besseren Zugang zum US-Markt profitieren." Der Nettoverkaufspreis liege bei 4,775 Milliarden Euro.

Geißdörfer hatte zuletzt vor allem das Geschäft mit Rechenzentren stark ausgebaut, die gekühlt werden müssen. Im Rahmen des Verkaufs wird das Familienunternehmen mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Der Verkauf muss allerdings noch von den Behörden genehmigt werden.

Madison Air sei fast nicht in Europa und Asien vertreten, sagte Geißdörfer. "Hier ist EBM-Papst gut aufgestellt. Deshalb ergänzen wir uns gegenseitig gut." Mit Hilfe unseres neuen Partners könne man unter anderem das Servicegeschäft besser ausbauen. "Dieser Aspekt wird immer wichtiger."

Madison Air ist auf Belüftungs-, Filtrations- und Kühlsysteme spezialisiert. Das Industrieunternehmen hat weltweit 9.000 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug zuletzt 3,5 Milliarden US-Dollar. Die Gesellschafterfamilien von EBM-Papst sehen Madison als idealen Partner: Madison setze seit Jahrzehnten auf nachhaltige Unternehmensentwicklung. Der Konzern habe eine beeindruckende Aufstellung in der Luft- und Kühltechnologie sowie regional in den USA, und die Perspektiven bei Rechenzentren und KI-Infrastruktur seien enorm. Die bisherigen Gesellschafterfamilien scheiden nach dem Verkauf aus.

EBM-Papst steigerte Umsatz

Der US-Konzern ist langjähriger Kunde des Familienunternehmens, das weltweit mehr als 13.000 Beschäftigte hat, davon 5.800 in Deutschland. Im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende März dieses Jahres endete, stieg der Umsatz von EBM-Papst um sechs Prozent auf rund 2,24 Milliarden Euro. Allerdings sei das Wachstum durch den Rückzug aus mehreren Geschäftsfeldern beeinflusst worden, im Kerngeschäft sei EBM-Papst um zwölf Prozent gewachsen, hieß es damals. Für das laufende Geschäftsjahr rechnete das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum in den fortgeführten Geschäftsbereichen von über zehn Prozent. Zum Gewinn macht EBM-Papst keine Angaben.

Mulfingen bleibt den Angaben zufolge auch bei einem Verkauf Hauptsitz von EBM-Papst. Der Vorstandschef von Madison Air, Jill Wyant sagte: "Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam auf dem bereits starken Fundament aufbauen können." Der Vollzug des Geschäfts wird Ende des Jahres erwartet.

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