Finanzen

Börsen-Crash in China reißt Wall Street ins Minus

Lesezeit: 2 min
07.01.2016 23:48
Der Absturz der chinesischen Börsen hat am Donnerstag auch die Wall Street deutlich ins Minus gedrückt. Die Anleger sind auch wegen der Abwertung des Yuan besorgt, weil dies den Druck auf US-Exporteure erhöht.
Börsen-Crash in China reißt Wall Street ins Minus

Mehr zum Thema:  
Börse > China > USA >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  
China  
USA  

Der zweite Handelsabbruch in Shanghai in dieser Woche und die erneute Abwertung der chinesischen Währung Yuan schürten Sorgen vor einer weiteren Konjunkturabkühlung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Furcht vor einer schwächeren Nachfrage aus China ließ zudem die Ölpreise auf den niedrigsten Stand seit fast zwölf Jahren fallen, was wiederum US-Börsenschwergewichten wie Chevron zusetzte. Die Papiere des Energiekonzerns brachen 3,5 Prozent ein.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent tiefer auf 16.514 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,4 Prozent auf 1943 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um drei Prozent auf 4689 Punkte. Bereits am Mittwoch hatte die Wall Street auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Oktober geschlossen.

Abermals auf dem Verkaufszettel stand die Apple -Aktie angesichts anhaltender Spekulationen über eine geringere iPhone-Nachfrage. Sie ließ 4,2 Prozent Federn.

Abgestraft wurden auch die Aktien von Yahoo mit einem Abschlag von 6,2 Prozent. Der kriselnde Internet-Pionier bereitet einem Medienbericht zufolge den Abbau von mehr als 1000 Arbeitsplätzen vor. Das Wirtschafts- und Nachrichtenportal Business Insider berichtete, das Management arbeite an einem Plan, der eine Reduzierung der Belegschaft um mindestens zehn Prozent vorsehe. Abwärts ging es auch für die Anteilsscheine des chinesischen Online-Händlers Alibaba mit einem Kursverlust von sechs Prozent. Yahoo ist an Alibaba beteiligt.

Der Absturz der chinesischen Aktienbörsen und die Abwertung des Yuan schockten die internationalen Finanzmärkte am Donnerstag erneut. Die automatische Unterbrechung des Handels in Shanghai und Shenzhen brockte den Börsen dort nach einem Kursrutsch von sieben Prozent mit 30 Minuten den kürzesten Handelstag in ihrer Geschichte ein. Die Entscheidung der Börsen, ab Freitag vorerst auf solche Notbremsen zu verzichten, beruhigte die Anleger weltweit etwas.

In Frankfurt ließ der Dax die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke dennoch hinter sich und schloss mit 9979,85 Punkten 2,3 Prozent schwächer. Das war der niedrigste Stand seit Oktober. Den größten Teil seines Vorjahresgewinns von rund zehn Prozent hat der Leitindex damit eingebüßt. Zeitweise war er sogar um vier Prozent bis auf 9810 Zähler eingebrochen. Der EuroStoxx50 verlor 1,7 Prozent auf 3084,68 Punkte.

Die China-Sorgen schlugen auch an den Rohstoffmärkten durch : Der Preis für Brent rutschte um bis zu sechs Prozent ab. Mit 32,16 Dollar kostete ein Fass (159 Liter) der richtungweisenden Rohöl-Sorte aus der Nordsee zeitweise so wenig wie zuletzt im April 2004. Der Rohstoff leidet neben den Konjunktursorgen unter einer weltweiten Überproduktion.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,17 Milliarden Aktien den Besitzer. 415 Werte legten zu, 2704 gaben nach und 80 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,53 Milliarden Aktien 390 im Plus, 2492 im Minus und 103 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 7/32 auf 100-28/32. Die Rendite sank auf 2,153 Prozent. Der 30-jährige Bond rückte um 6/32 auf 101-12/32 vor und rentierte mit 2,931 Prozent.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse > China > USA >

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Bundesgesetz macht Klagen gegen Ausgangssperre vor Verwaltungs-Gerichten unmöglich

Das geplante Corona-Bundesgesetz hebelt die Verwaltungsgerichte aus. Es wird rechtlich nicht möglich sein, dass Bürger vor die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Politik
Politik Diese drei Top-Leute sind seit Beginn des ersten Lockdowns verstorben

Seit Beginn der Corona-Krise sind drei Persönlichkeiten, die die deutsche Bundes- und Landespolitik geprägt haben, unerwartet verstorben.

DWN
Politik
Politik Luxemburg: Ministerium bestätigt Tod nach AstraZeneca-Impfung

Das luxemburgische Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass eine 74 Jahre alte Frau am 10. April an einer Hirnblutung nach einer...

DWN
Politik
Politik Umfrage: 46 Prozent der Deutschen gegen nächtliche Ausgangssperren

Die von der Bundesregierung geplante Einführung nächtlicher Ausgangssperren in Gebieten mit hohen Corona-Fallzahlen halten einer Umfrage...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung...