Finanzen

Italien bereitet sich auf neue Banken-Rettung vor

Lesezeit: 1 min
06.04.2016 00:46
Italiens Regierung will die Großbanken des Landes mit einem Krisen-Fonds retten. Den Italienern ist offenbar klargeworden, dass faule Kredite in der Höhe von 360 Milliarden Euro nicht mehr vom Banken-System absorbiert werden können.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Italiens Regierung zieht Insidern zufolge einen Staatsfonds für in Schwierigkeiten steckende Banken in Betracht. Über den Fonds sollten dann faule Kredite gekauft und dadurch Kapitallücken geschlossen werden, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Der Fonds solle sich mehrheitlich in privaten Händen befinden, um EU-Vorgaben zu erfüllen. Diese Idee hätten der Vorsitzende der italienischen Notenbank sowie die Chefs von Unicredit - der Mutter der Hypo Vereinsbank und der Bank Austria -, Intesa Sanpaolo und UBI im Büro des Ministerpräsidenten Matteo Renzi diskutiert. Auch das staatliche Kreditinstitut CDP sei beteiligt gewesen. Es sei keine Entscheidung getroffen worden. Ein weiteres Treffen solle bereits in Kürze erfolgen. Ein Regierungssprecher wollte zunächst keine Stellung nehmen.

Italiens Banken sitzen zusammen auf faulen Krediten im Umfang von 360 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Drittel aller europäischen vom Ausfall bedrohten Darlehen und beläuft sich auf etwa ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes.

Italiens Problem: Laut neuer EU-Regulierung müssten die Anleihegläubiger an einer Banken-Rettung beteiligt werden. Bereits im Dezember hatte Italien mit Staatsgarantien eine Banken-Rettung vorgenommen. Würden die italienischen Banken allerdings tatsächlich unter Beteiligung der großen internationalen Investoren saniert, hätte dies weitreichende Folgen für den Finanzplatz Italien. Die europäischen Banken sind nach der Veröffentlichung der Panama Papers erneut unter Druck geraten, weil sie vom US-Justizministerium wegen Geldwäsche und Korruption verfolgt werden können.

Im Falle einer kleineren Regionalbank wurden dagegen die nachrangigen Anleihegläubiger enteignet. Es handelte sich jedoch nicht um internationale Investoren oder Spekulanten, sondern um kleine Sparer, denen die Papiere von den Banken angedreht wurden. Italienische Konsumentenschützer wollen rechtlich gegen die Enteignung vorgehen. 


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Erben und Vererben - steuerliche Aspekte im Überblick
22.06.2024

Erbschaften und Schenkungen sind in Deutschland nicht nur mit emotionalen, sondern auch mit steuerlichen Herausforderungen verbunden....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Beziehungen sind keine Einbahnstraße: Was China von Deutschland benötigt
22.06.2024

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) besucht gerade China, um auf gut Wetter beim Thema Strafzölle zu machen - Stichtag in der EU...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Seltene Erden: Gigantisches Vorkommen in Norwegen entdeckt
22.06.2024

Im Süden Norwegens wurde ein bedeutender Rohstofffund gemacht. In einem urzeitlichen Vulkanschlot entdeckten Geologen das größte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chinas Elektroriese BYD: Das Geheimnis des Erfolgs von Wang Chuanfu
22.06.2024

BYD hat Tesla als größten Hersteller von Elektroautos abgelöst, und hinter diesem Erfolg steht Wang Chuanfu. Während Elon Musk weltweit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OECD: Geburtenrate hat sich innerhalb von 60 Jahren halbiert
22.06.2024

Starker Geburtenrückgang: In Deutschland und anderen Ländern bekommen Frauen deutlich weniger Kinder als früher. Das hat gravierende...

DWN
Technologie
Technologie Fraunhofer-Institut: Elektro-Lastwagen bald wettbewerbsfähig
22.06.2024

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts könnten Batterie-Lastwagen schon bald kostentechnisch mit Diesel-Lkw mithalten. Der Hauptfaktor...

DWN
Technologie
Technologie Digitalisierung im Gesundheitswesen lahmt weiterhin
22.06.2024

Obwohl in Deutschland das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens (Digital-Gesetz/DigiG) Ende 2023...

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Keine Hausaufgaben mehr? Die Grünen und ihr verhängnisvoller Irrweg
21.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...