Politik

Spanien: Banken-Bailout treibt Staats-Defizit um bis zu 20 Prozent in die Höhe

Lesezeit: 1 min
10.06.2012 23:37
Die Banken-Rettung durch die EU wird auch Folgen für den spanischen Staatshaushalt haben. Die Kredite müssen in die spanische Bilanz und werden zu einer weiteren Steigerung des Defizits führen. Ohne zusätztliche Sparmaßnahmen droht Spanien der Ausschluss von den Kapitalmärkten.
Spanien: Banken-Bailout treibt Staats-Defizit um bis zu 20 Prozent in die Höhe

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Der von der EU beschlossene Bailout für die spanischen Banken (hier) wird auch den spanischen Haushalt massiv belasten. Wie eine Studie der Deutschen Bank zeigt, kann das spanische Defizit durch den Bailout um bis zu 20 Prozent in die Höhe treiben. Der Grund: Die Kredite, die die spanischen Banken durch den EFSF oder den ESM erhalten werden, müssen in die Haushaltsbilanz aufgenommen werden.

Noch herrscht Unklarheit, wie hoch die Kredite sein werden. Die Deutsche Bank rechnet mit Szenarien von 50 Milliarden Euro bis 120 Milliarden Euro. Während bei einer geringerer Kredit-Zufuhr das spanische Haushaltsdefizit nicht über das von Frankreich hinausgehen dürfte, würde bei 120 Milliarden Euro eine Grenze erreicht, mit der sich Spanien nicht mehr an den Kapitalmärkten finanzieren kann. In jedem Fall wird der Bailout den Druck auf denb Bond-Markt in Europa signifikant erhöhen (hier). Zur Ermittlung der Lage bei den spanischen Banken wird es zunächst eine Evaluierung durch zwei Unternehmensberatungen geben. Die Stunde der Wahrheit kommt jedoch, wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Stresstest durchführt. Erst danach wird man abschätzen können, wieviel Geld der spanische Finanzsektor wirklich braucht.

Wenn aber das spanische Defizit durch die Bankenrettung derart in die Höhe getrieben wird, wird Spanien nicht um weitere Sparmaßnahmen herumkommen. Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte am Sonntag verkündet, dass der Bailout ein großer Erfolg für Spanien sei, weil das Land daher einen von der EU bestimmten Sparkurs vermeiden könne (mehr hier).

Auch eine andere Hoffnung der Spanier wird sich nicht erfüllen: Den genauen Einsatz der Kredite werden die EU, die Europäische Bankenausfsicht EBA und der IWF bestimmen. EU-Währungskommissar Olli Rehn machte am Sonntag klar, dass die Verwendung der Mittel durch die internationalen Organisationen bestimmt werde.


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Technologie
Technologie Globalisierung Gesundheitswesen: Das gelbe Impfbuch aus Papier wird digital
18.06.2024

Milliarden Covid-Impfzertifikate haben als Nachweise ihre Gültigkeit verloren. Der traditionelle Impfpass soll an die Stelle der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Liquidität: Baubranche leidet unter übler Zahlungsmoral der Behörden
18.06.2024

Die deutsche Baubranche kämpft neben der Wohnungsbau-Krise vor allem mit der schlechten Zahlungsmoral der öffentlichen Hand. Ausgerechnet...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie passives Investieren den Markt für Vermögensverwalter in Deutschland verändert
18.06.2024

In den letzten Jahren hat sich die Landschaft der Vermögensverwaltung in Europa und Deutschland grundlegend verändert. Ein wesentlicher...

DWN
Politik
Politik Umfrage Thüringen-Wahl: AfD und BSW bei fast 50 Prozent - schwierige Regierungsbildung droht
18.06.2024

Rund zweieinhalb Monate vor der Thüringen-Wahl zeigt sich eine schwierige Regierungsbildung. In einer aktuellen Umfrage des Instituts...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Erholung auf wackligen Beinen, US-Dollar im Aufwind, Gold leidet - der DWN-Marktreport
18.06.2024

Die DAX-Erholung hat sich im Dienstagshandel fortgesetzt, alles bleibt aber eine wacklige Angelegenheit. Am Gesamtmarkt sorgen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rockwell Automation: Cybersicherheit dominiert Prioritätenliste der Automobilindustrie
18.06.2024

Eine neue Studie von Rockwell Automation zeigt, dass Cybersicherheit für Automobilhersteller oberste Priorität hat. Aber warum ist das so?

DWN
Politik
Politik EU-Spitzenposten: Keine Einigung - von der Leyen braucht Geduld
18.06.2024

Der Poker um die Besetzung der EU-Spitzenposten nach der Europawahl geht in die Verlängerung: Die Staats- und Regierungschefs der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mittelstandsumfrage: Betriebssoftware ist das Herzstück der Digitalisierung in Unternehmen
18.06.2024

Ein neuer Report zeigt: ERP-Systeme sind entscheidend für die Digitalisierung im Mittelstand. Während KI und Cloud weniger wichtig sind,...