Politik

Ende der Bürgerrechte: US-Bezirk will Gefängnis privatisieren

Lesezeit: 1 min
02.02.2013 01:50
In Adams County soll das Gefängnis künftig von einer privaten Firma betrieben werden. Die Verwaltung kann sich den Betrieb nicht mehr leisten. Man kann sich ausmalen, wie der Strafvollzug aussieht, wenn er ausschließlich unter betriebswirtschaftlichen Kriterien durchgeführt wird.
Ende der Bürgerrechte: US-Bezirk will Gefängnis privatisieren

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Bezirksrat von Adams County hat dafür gestimmt, eine Privatisierung des Bezirksgefängnisses zu prüfen, berichtet die Zeitung Natchezdemocrat aus Mississippi. Noch wird das Gefängnis von der Polizei des Bezirks betrieben. Grund für die Privatisierungspläne sind die hohen Kosten des Bezirksgefängnisses.

Ratsmitglied Mike Lazarus hat bereits Kontakt zu einem privaten Gefängnis in Adams County aufgenommen. Es handelt sich um ein US-Gefängnis für illegale Immigranten. Dort könnten die Häftlinge des Bezirks Adams County in einem eigenen Gebäude untergebracht werden.

Die Unterbringung seiner Häftlinge in einem privaten Gefängnis soll dem Bezirk Geld sparen. Das private Gefängnis „kann [die Häftlinge] viel billiger füttern, als wir das können“, sagte Lazarus. Zudem könne der Bezirk auf diese Weise Personal einsparen oder die Gefängniswärter zur Verbrechensbekämpfung einsetzen.

Das sei ja der Grund, warum die US-Regierung in Washington private Gefängnis-Unternehmen engagiere, „weil es billiger ist, jemand anderen dafür zu bezahlen“, so Lazarus. Doch wenn Regierungen immer mehr dazu übergehen, private Unternehmen mit dem Gefängnisbetrieb zu beauftragen, dann werden die Möglichkeiten der öffentlichen Kontrolle immer geringer. Und auch die Haftbedingungen werden dadurch noch schlechter.

Den Trend zur Privatisierung sieht man auch beim US-Militär. In den letzten Jahren wurden vermehrt Söldner eingesetzt, sodass auch hier die öffentliche Kontrolle erschwert ist. Außerdem nehmen in den USA die Macht und der Einfluss der verschiedenen Geheimdienste stetig zu. Wegen der massiven Präsenz von privaten, paramilitärischen Sicherheitsunternehmen befinden sich die USA sind auf dem Weg zu einem totalitären Staat, mit der Militär-Wissenschafter Armin Krishnan  (mehr hier).

Die USA haben die weltweit größte Inhaftierungsrate, sie ist sogar größer, als sie im kommunistischen Russland war. Derzeit befinden sich 2,2 Millionen US-Bürger in Haft, berichtet Bloomberg. Etwa ein Viertel der Inhaftierten sitzen für nicht-gewalttätige Drogenvergehen. Auch dem Internet-Aktivisten Aaron Swartz drohte eine mehrjährige Haftstrafe, weil er Forschungs-Daten kopiert haben soll (mehr hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Weiterentwicklung: Digitale bAV-Verwaltung für mehr „Human“ im HR

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer droht Russland mit nuklearem Erstschlag

Nicht nur Russland protestiert gegen die Äußerungen von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer zum Einsatz von Atomwaffen, auch...

DWN
Deutschland
Deutschland Studie: Klimaziel über CO2-Abgabe führt zu Benzinpreis von 2,50 Euro

Das Erreichen der Klimaziele allein über den CO2-Preis käme die Autofahrer einer Studie zufolge an der Tankstelle teurer zu stehen als...

DWN
Finanzen
Finanzen Bund der Steuerzahler: „XXL-Bundestag stoppen! 500 Abgeordnete sind genug!“

Der Bund der Steuerzahler protestiert gegen die Rekordgröße des Bundestags von 736 Abgeordneten.

DWN
Finanzen
Finanzen Der neue Bitcoin-ETF ist eine Falle – wie einst der erste Gold-ETF

Der erste Bitcoin-ETF hat den Handel aufgenommen. Doch der Goldexperte Tom Luongo warnt Anleger. Denn er kennt diese Falle aus dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank überzeugt Anleger nicht, Aktie sackt ab

Die Titel der Deutschen Bank gaben am Mittwoch bis zu 5,4 Prozent auf 11,26 Euro nach und waren damit das Schlusslicht im Dax.

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt: Prüfer bemängeln Unregelmäßigkeiten in Milliardenhöhe

Aus dem EU-Haushalt fließen jährlich riesige Summen in Bereiche wie Landwirtschaft und Forschung. Bei den Zahlungen kommt es aus Sicht...

DWN
Deutschland
Deutschland Globale Konflikte gefährden Geschäftsmodell des deutschen Maschinenbaus

Viele deutsche Maschinen- und Anlagenbauer werden noch dieses Jahr wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Sie sorgen sich jedoch im Hinblick...

DWN
Politik
Politik „Boston Globe“: Aufschrei bei Impfpflicht für Kinder wird riesig

„So laut der Aufschrei über (Impf-)Pflichten für Erwachsene auch gewesen ist, der Aufruhr über (solche) Pflichten für Kinder wird...