Deutschland

Gericht: Banken kassieren bei aufgelösten Immobilien-Krediten zu viel

Lesezeit: 1 min
19.02.2013 11:12
Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass Banken bei vorzeitig aufgelösten Immo-Krediten nicht doppelt kassieren dürfen. Die verklagte Bank lenkte noch vor dem Urteil ein – um ein Grundsatz-Urteil zu verhindern, das allen Immo-Besitzern zugutegekommen wäre.
Gericht: Banken kassieren bei aufgelösten Immobilien-Krediten zu viel

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Hypothekenbank Frankfurt hat vor dem Bundesgerichtshof in letzter Sekunde eine Schlappe vermieden, die weitreichende Folgen für alle Immobilien-Besitzer gehabt hätte, berichtet die Stiftung Warentest. Es geht um die gefürchtete Vorfälligkeitsentschädigung, also die Zahlung, die jeder Darlehensnehmer zahlen muss, wenn er der Bank den Kredit früher zurückzahlen will als vertraglich vereinbart.

Die Hypo Frankfurt hatte einer Familie einen Immobilienkredit in Höhe von 300.000 Euro gewährt. Als die Familie die Raten nicht mehr zahlen konnte, kündigte die Bank das Darlehen und forderte die Restschuld. Die Bank leitete eine Zwangsversteigerung ein, und die Familie bezahlte ihre Schuld.

Doch dann musste sie feststellen, dass die Rechnung der Bank deutlich zu hoch ausgefallen war. Die Bank hatte der Familie insgesamt 270.000 Euro in Rechnung gestellt. Doch das Bundesgericht sagte, dass nur die Restschuld, die Zinsen und die Verzugszinsen in Rechnung gestellt werden dürften, nicht aber die Vorfälligkeitsentschädigung oder etwa die Reisekosten der Bankbeauftragten.

Als die Verantwortlichen auf Seiten der Bank sahen, dass nicht mehr für sie drin ist, ging es plötzlich sehr schnell. Die Bank erkannte den Anspruch der Familie auf Erstattung von 17.000 Euro an. So verhinderte sie ein Grund­satz­urteil des Bundes­gerichts­hofs. So bleibt die Nieder­lage der Bank ein Einzel­fall und erregt kein weiteres Aufsehen.

Die Bank hatte sich lange erfolgreich geweigert, die Vorfälligkeitsentschädigung zurückzuzahlen. Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht Frankfurt wiesen die Klage der Familie ab. „Doch die Rechts­lage ist trotzdem gut für Verbraucher. Sie sollten sich wehren“, sagt die Stiftung Warentest.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Technologie
Technologie KI und Hightech: Ist die Bundeswehr für die Zukunft gerüstet?
20.02.2024

Die Kriege der Zukunft (und der Gegenwart) werden auch auf dem technologischen Schlachtfeld entschieden. In Deutschland wird an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DB Cargo: Güterverkehr soll auf die Schiene - trotz mieser Zahlen
20.02.2024

Der Güterverkehr soll auf die Schiene verlagert werden. Das ist das Ziel der Politik. Doch DB Cargo macht Probleme, das Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Beim Hamburger Hafen brechen die Gewinne ein
20.02.2024

Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im vergangenen Jahr einen dramatischen Gewinneinbruch...

DWN
Politik
Politik Bundes-Wippe auf der Kippe: Das Einheits-Denkmal wird und wird nicht fertig
20.02.2024

Das geplante Denkmal zur Deutschen Einheit, einst von prominenten Politikern des Deutsches Bundestages durchgesetzt, steht einfach unter...

DWN
Politik
Politik Liefert Deutschland bald Taurus an die Ukraine? Antrag zu Waffen für Kiew geplant
20.02.2024

Mit Taurus-Marschflugkörpern soll die Ukraine auch militärische Ziele hinter der Frontlinie angreifen können, so heißt es im...

DWN
Immobilien
Immobilien Shopping-Center in Deutschland: Talsohle verlassen und im Aufschwung
20.02.2024

KaDeWe in Berlin und Galeria Karstadt Kaufhof sind ins Unglück geraten und haben Insolvenz gemeldet. Doch andere deutsche Einkaufszentren...

DWN
Immobilien
Immobilien KfW wieder flüssig: Bauministerin Geywitz verlängert Förderprogramme fürs Klima
20.02.2024

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist wieder flüssig und soll ab sofort mit Fördergeldern den Neubau in Deutschland anschieben....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa-Streik: Hunderte Flüge fallen aus
20.02.2024

Nach der Bahn und den Bauern nun die Lufthansa: Ein Warnstreik bei der Airline führt seit Montagabend zu zahlreichen Flugstreichungen....