Deutschland

Bürokratie-Posse: Stadt Fulda verbietet blaue Sonnenschirme

Lesezeit: 2 min
02.04.2013 00:59
Die Stadt Fulda übertrifft die EU, was unsinnige Bürokratie anlangt: Nach fünfjähriger Beratung hat die Nur die Farben Rot, Weiß, Grau und Grün sind noch zugelassen.
Bürokratie-Posse: Stadt Fulda verbietet blaue Sonnenschirme

Aktuell:

Video-Botschaft aus Italien: „Frau Merkel, so kann es in Europa nicht weitergehen“

In Fulda soll es künftig nur noch rote Sonnenschirme mit weißer Aufschrift geben. So hat es die Stadtverordnetenversammlung mit einer Mehrheit von 80 Prozent im Juni letzten Jahres beschlossen. Die Stadt begründet diese Entscheidung damit, dass das Erscheinungsbild der Stadt „einheitlicher“ sein soll, berichten die Osthessen News. Um zu diesem bahnbrechenden Ergebnis zu kommen, soll das Ordnungsamt fünf Jahre (!) an dieser neuen Sondernutzungsverordnung gearbeitet haben.

Die neue Sondernutzungs-Satzung für den öffentlichen Straßenraum der Stadt Fulda schreibt nun vor: „Die Schirmbespannung muss einfarbig sein.“ Zugelassen sind nur die Farben Rot, Weiß, Grau und Grün. Blau ist ausdrücklich verboten. Auch die Größe der aufgedruckten Werbeschriftzüge ist geregelt.

Der Fuldaer Bürgermeister Wolfgang Dippel (CDU) nannte die Entscheidung einen „guten Kompromiss“. Man sei nach langen und intensiven Gesprächen zu einer Lösung gekommen. Die Übergangsfrist für die Umsetzung der Schirmverordnung beträgt fünf Jahre. Dann soll es in der Stadt keine blauen Schirme mehr geben.

Die Bürger reagieren fassungslos auf den bürokratischen Irrsinn in Fulda.

Auf Osthessen News finden sich unzählige Kommentare, die allesamt deutlich geistreicher sind als die neue Verordnung:

H.W.: Diese absolute Lächerlichkeit können ja nicht mal die EU – Versager in Brüssel überbieten (Krümmung einer Banane,usw.usw,...) und das soll was heissen! Ich dachte wenigstens in Fulda wäre auf Kommunalpolitischer Ebene die Welt noch einigermassen in Ordnung – aber weit gefehlt! Politiker, egal welcher Gattung, stellen sich immer wieder als gewissenlosse und hirnlose Berufsgeldvernichter dar, die sich einen Dreck darum kümmern was der Wähler oder auch Bürger eigentlich will. Hätte man vor Fünf Jahren gleich alle Fuldaer befragt wie die Sonnenschirme in der Stadt aussehen sollen hätten sicher die meisten geantwortet das alles so bleiben soll wie es ist und allein schon den Gedankengang für schwachsinnige Zeitverschwendung gehalten. Und somit wäre dieses Thema binnen einer Woche vom Tisch gewesen anstatt mit solch einem Schildbürgerstreich unsere schöne Region bis auf die Knochen zu blamieren!!!In diesem Sinne „rote" Ostern!

S.N. aus Fulda:  "Da wiehert doch der Amtsschimmel, wie es besser gar nicht mehr geht. Als wenn wirklich keine anderen Probleme in der Stadt zu bewältigen wären. Hat mal jemand nachgerechnet, wie viele Arbeitsstunden bis zu dieser Entscheidung sinnlos verbraucht wurden? Aber ist ja egal. Sind doch nur Steuergelder, die da ausgegeben werden. Das kostet die Herrn und Damen Entscheidungsträger ja nichts. Verehrte Damen und Herrn. So ein Sonnenschirm bietet noch viel mehr Potenzial. Ich habe gar nicht gelesen, welche Größe der Schirm, welche Farbe und Beschaffenheit das Gestell, wie schwer und wie groß der Fuß sein darf, aus welchem Material muß er gefertigt sein, wie hoch darf er sein, wann darf er überhaupt aufgespannt werden? Also auf geht´s. Es warten noch Steuergelder ohne Ende um planlos zum Fenster raus geworfen zu werden".

A. und H. H. schrieben: "Ein herzliches Dankeschön an die Stadt Fulda für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Steuergeldern. Wer solche weltbedrohenden Probleme auf so dynamische Weise löst, hat höchstes Lob verdient. Wenn die Gefahr durch die blauen Schirme erst beseitigt ist, kann man das Leben in Fulda wieder unbeschwert genießen".

Weitere Themen

Zypern: Insider wurden gewarnt, jetzt zahlen die einfachen Bürger

Lammert: Mehr Geld für Abgeordnete = weniger Selbstbedienung?

Nach Zypern: 100 Euro bar sind mehr wert als 100 Euro auf dem Konto

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Finanzen
Finanzen Japans Notenbank droht Crash der globalen Finanzmärkte auszulösen

Namhafte Spekulanten wetten massiv auf einen Zinsanstieg in Japan, da die Notenbank keine andere Wahl zu haben scheint. Doch die globalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Ende der EEG-Umlage: Warum Sie noch heute Ihren Strom ablesen sollten

Es sollte einmal ein großer Entlastungsschritt werden. Doch die Abschaffung der Ökostrom-Umlage reicht aus Sicht von Experten nicht aus,...

DWN
Politik
Politik Russische Hacker nehmen Europa ins Fadenkreuz: EU wappnet sich für Cyberkrieg

Allein in dieser Woche wurden bereits Institutionen zweier europäischer Länder zur Zielscheibe russischer Hacker. Etwa zeitgleich einigt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt eine neue Weltordnung – und wie können Anleger reagieren?

Mit China und Russland bildet sich ein neuer Gegenpol zu den USA. Anleger können sich gegen die geopolitischen Risiken nicht bloß durch...

DWN
Politik
Politik Die EU: Große Zukunft oder baldiger Zerfall?

Die EU – beziehungsweise die Reihe von Organisationen, aus denen sie hervorgegangen ist – besteht seit nunmehr 71 Jahren. Für viele...

DWN
Panorama
Panorama Globale Lebensmittelkrise treibt Millionen Menschen in die Hungersnot

Die Welt steht vor einer globalen Lebensmittelkrise. Der Krieg in der Ukraine ist dabei nur der Auslöser einer ohnehin instabilen globalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Studie: So abhängig ist Deutschland von Rohstoff-Importen

Deutschland ist in Bezug auf Rohstoffe nicht nur völlig abhängig, sondern auch sehr anfällig. Eine Studie des Münchner ifo-Instituts...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Papierindustrie schlägt wegen Gaskrise Alarm

Die energieintensive Papierindustrie in Deutschland warnt vor dem Hintergrund der Gaskrise vor einem Produktionsstopp. Dabei geht es um die...